Im Emsland und der Grafschaft Bentheim sind nur rund acht Prozent aller Wohnungen barrierefrei und geeignet fürs Wohnen im Alter. Laut einer aktuellen regionalen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) bieten in beiden Landkreisen aktuell nur sehr wenige Wohnungen den Standard, um auch mit körperlichen Einschränkungen oder als Pflegefall darin zu leben. Konkret betrifft dies im Landkreis Emsland rund 12.800 der insgesamt 156.300 Wohnungen, in der Grafschaft Bentheim sind es 5.200 von 67.400 Einheiten. Laut der Studie scheitert die Barrierefreiheit oft schon im Eingangsbereich. In rund einem Viertel der regionalen Wohnungen sind die Hausflure zu schmal für Rollstühle. In den Wohnungen selbst fehlt es vor allem in den Küchen und Badezimmern an Platz. In rund 39 Prozent der emsländischen Bäder und 40 Prozent der Bäder in der Grafschaft Bentheim reicht der Platz für ein Wenden mit dem Rollstuhl nicht aus. Zudem fehlt in der Mehrheit der Wohnungen eine bodengleiche, begehbare Dusche. Da die meisten Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben möchten und eine altersgerechte Sanierung volkswirtschaftlich günstiger ist als ein Umzug ins Pflegeheim, fordern das Pestel-Institut und der BDB eine politische Kehrtwende.
