CD der Woche

Die interessantesten Neuerscheinungen der Woche

49. Kalenderwoche: 5. – 9. Dezember
Album Preview: Nina Chuba – Glas

(erscheint am 24.2.2023)
Nina Chubas Breakout Hit “Wildberry Lillet” war wohl eine der größten musikalischen Erfolgsgeschichten 2022, und er erreicht jetzt langsam die Phase, wo er vom Ohrwurm zum Nervtöter wird. Unter diesen Vorzeichen ist es natürlich nicht uninteressant, ob da noch was nachkommt, und da ungefähr die Hälfte des im Februar erscheinenden Album schon vorab veröffentlicht wurde, werfen wir in dieser Woche einen Blick auf den Nachtisch zum Beerencocktail. Dabei sind auch ein paar bereits vor dem Hit erschienene Songs, die es jetzt auch noch einmal nach oben schwemmt, sowie mit “Glatteis” und “Fieber” zwei ganz frisch am vergangenen Freitag erschienene Titel.

Wir spielen:
5.12.: Glatteis
6.12.: Fieber
7.12.: Ich hass dich (feat. Chapo102)
8.12.: Femminello
9.12.: Alles gleich

48. Kalenderwoche, 28. November – 2. Dezember
Special: Tiktok-Trend 2022: Hits auf Speed
(alle 2022 erschienen)
Letzte Woche war schon hart, aber in dieser Woche wird es für alle über 20 ganz schlimm. Angefangen hat alles schon vor vielen Jahren, als DJs ein eigenes Subgenre namens Nightcore ins Leben riefen, bei dem oft bekannte Hits im Tempo beschleunigt und die Stimmen so hochgepitcht wurden, bis sich alles wie eine Version der Minions, der Schlümpfe oder der Chipmunks anhörte. Die Titel erschienen in dieser Form nie offiziell, aber Videos auf Youtube erreichten bereits enorme Abrufzahlen. Erst in diesem Jahr sprangen die Plattenfirmen auf den Zug auf, weil diese tempobeschleunigten Versionen auf Tiktok richtig abhoben. Und so ist alles, was wir in dieser Woche vorstellen, 2022 ganz offiziell mit dem Segen der Plattenfirmen und wohl auch der Künstler erschienen. Die Schlumpfmusik hat jetzt den Mainstream erreicht und ist damit auch Thema für uns.
Und wenn ihr bis hierhin mitgelesen habt, habt ihr euch 3 Dabloons verdient. Was? Was?!?
Ja, wir haben in dieser Woche viel Spaß mit dem allerletzten Tiktok-Trend gehabt, aber der hat leider nur wenig mit Musik zu tun.

Wir spielen:
28.11.: Mabel – Mad Love (Sped-Up Version) (erschienen am 16.11.2022)
29.11.: Tears For Fears – Everybody Wants To Rule The World (Sped Up Version) (erschienen am 12.8.2022)
30.11.: Lana Del Rey – Summertime Sadness (Sped Up) (erschienen am 26.9.2022)
1.12.: Nelly Furtado – Say It Right (Sped Up Remix) (erschienen am 25.3.2022)
2.12.: Ellie Goulding – Lights (Sped Up Version) (erschienen am 1.7.2022)

47. Kalenderwoche, 21. – 25. November
Last Christmas
Seit nunmehr 10 Jahren präsentieren wir kurz vor Weihnachten immer 5 Coverversionen des Weihnachtsdauerbrenners, diesmal sogar schon im November. Warum? Ganz einfach: das Original von Wham ist gerade wieder in die Pop-Charts eingestiegen, was unzweifelhaft die Saison einläutet. Wir haben mittlerweile etwa 140 Versionen des Titels im Archiv, und in dieser Woche bleiben wir bei denen, die in den letzten Wochen frisch erschienen sind (zwei davon tatsächlich von Künstlern, die wir in diesem Jahr schon einmal mit einer CD der Woche am Start hatten). Für alle, die nicht genug bekommen können, haben wir hier auf Youtube eine Playlist mit 100 Versionen von “Last Christmas” zusammengestellt.

Wir spielen:
21.11.: Remi Wolf – Last Christmas (erschienen am 18.11.)
22.11.: Backstreet Boys – Last Christmas (erschienen am 14.10.)
23.11.: Future Islands – Last Christmas (erschienen am 2.11.)
24.11.: Pentatonix – Last Christmas (feat. HIKAKIN & SEIKIN) (erschienen am 28.10.)
25.11.: Luke Evans – Last Christmas (erschienen am 4.11.)

46. Kalenderwoche, 14. – 18. November
Bravo The Hits 2022 (LP)
(erschienen am 11.11.2022)
Ein karnevalistischer Ausreißer? Nein, wir meinen das ernst. Dieses Album ist unser Album der Woche, weil es einen Wendepunkt markiert: die erste Ausgabe der Bravo Hits erschien 1992, und es war gleichzeitig die letzte, die auch als Vinyl-LP zu haben war. Viele Jahre lang waren die Bravo Hits als CDs in unzähligen Plattenschränken zu finden, bis das Musikstreaming das ganze Konzept mehr oder weniger überflüssig machte (tatsächlich gibt es die Bravo Hits auch noch als Playlisten bei Spotify, aber die Followerzahlen sind nur ein Schatten früherer Relevanz). Bravo The Hits 2022 ist nun die erste “reguläre” Bravo Hits, die wieder als Vinyl-Schallplatte erscheint, und das markiert eine kleine Revolution bei den Musikformaten. In den USA haben die Verkäufe von LPs bereits 2021 die CDs überholt, und 2022 könnte es auch hierzulande soweit sein. Durch die ständige Verfügbarkeit der digitalen Musik ist die Langspielplatte jetzt das letzte Reservat der Jäger und Sammler. Wir hier haben unsere Plattenspieler noch nicht eingemottet, aber die Titel dieser Woche müssen wir trotzdem ganz stillos digital einspielen, sorry. Etwa dreiviertel des Albums läuft auch bei uns im Tagesprogramm, deswegen gibts hier die Titel, die es bisher nicht in unsere Rotation geschafft haben.

Wir spielen:
14.11.: Sam Smith & Kim Petras – Unholy
15.11.: Leony – Remedy
16.11.: Panic! At The Disco – House Of Memories
17.11.: James Hype & Miggy Dela Rosa – Ferrari
18.11.: AnnenMayKantereit – 3 Tage am Meer

Und damit hier niemand ohne neue Musik die Seite verlässt, hier noch ein paar Tipps für Neuerscheinungen dieser Woche zum Reinhören:
Warhaus – Ha Ha Heartbreak
Hyd – Clearing
Imogen Heap / Dan O’Neill – Chordata Bytes I

45. Kalenderwoche, 7. – 11. November
The Wrecks – Sonder (Deluxe)
(erschienen am 4.11.2022)
The Wrecks sind eine US-Pop/Rock-Band mit wachsender Fangemeinde, die ihren Durchbruch bisher aber noch nicht so richtig geschafft haben. Auch wir hier haben die Veröffentlichung ihres zweiten Albums Sonder im Juni übersehen und holen das jetzt mit dem Erscheinen der Deluxe-Edition des Albums nach. The Wrecks lehnen sich in ihrer Musik ziemlich an den US-Rock der frühen 2000er an (sprich: Fall Out Boy, Panic At The Disco u.ä.), mit Songs, die sich oft schon beim ersten Hören im Ohr festhaken. Ein ziemlich solides Album, wenn man diesen Stil mag.

Wir spielen:
7.11.: Lone Survivor
8.11.: Ugly Side
9.11.: I Love This Part
10.11.: Sonder
11.11.: Dystopia

44. Kalenderwoche, 1. – 4. November
The Beatles – Revolver (Special Edition)
(erschienen am 28.10.2022)
Revolver erschien ursprünglich im August 1966 und gilt immer noch als eines der besten Alben aller Zeiten und als das Album, wo der Übergang von der Rock’n’Roll-Band zu den Pop-Revolutionären stattfand, als die wir die Beatles immer noch kennen. Das Album wurde zu einer Zeit veröffentlicht, als Musikaufnahmen in Stereo noch relativ neu waren, und wo Stimmen mal ganz auf der einen Seite und Instrumente auf der anderen platziert wurde, was manchmal zu etwas kuriosen Ergebnissen führte. Viel war daran nicht mehr zu ändern, weil die einzelnen Instrumente nicht mehr auf separaten Spuren verfügbar waren, um eine neue Abmischung zu machen. Erst Fortschritte in der Computertechnik und bei der künstlichen Intelligenz machten es jetzt möglich, alle Instrumente und Stimmen wieder zu trennen und zu einem neuen Mix zusammenzusetzen. Das Ergebnis ist (insbesondere bei den Balladen) erstaunlich und wir zögern hier nicht zu behaupten, dass es sich mit einigem Abstand um die beste Version des Albums handelt, das bereits viele Wiederveröffentlichungen erlebt hat. Für die ganz eifrigen Fans gibt es noch (wie sollte es anders sein) eine teure Super Deluxe Edition mit jeder Menge Outtakes und Session-Versionen, aber uns reicht schon der Remix des Albums, der als Special Edition auch als reguläre CD oder LP erschienen ist. Gehört in jede gut sortierte Plattensammlung (falls es sowas überhaupt noch gibt…)

Wir spielen:
1.11.: Eleanor Rigby (2022 Mix)
2.11.: I’m Only Sleeping (2022 Mix)
3.11.: Here, There And Everywhere (2022 Mix)
4.11.: Got To Get You Into My Life (2022 Mix)

43. Kalenderwoche, 24. – 28. Oktober
Taylor Swift – Midnights (3am Edition)
(erschienen am 21.10.2022)
Das ist wieder eine dieser Wochen, wo eine einzige Neuerscheinung alles unter sich begräbt. Wir wollen zumindest mitteilen, dass es auch neue Alben von den Arctic Monkeys, den Simple Minds, von Carly Rae Jepsen und von unserem Geheimtipp dieser Woche piri & Tommy gibt.
Wie schon bei Beyonce vor einigen Wochen gibt es kaum jemand im Internet, der nicht irgendwas zum neuen Taylor Swift-Album zu sagen hat, deswegen nur das Nötigste: 20 Titel lauschiger Elektropop, der uns besser gefällt als die Americana-Ausflüge der letzten Alben, aber die Fans sind da gespalten. Die 3am Edition mit 20 Titeln scheint es im Moment nur als Download oder Stream zu geben, die CDs enthalten 13 Titel, bis auf eine Edition, die nochmal 3 andere Bonustitel enthält. Und natürlich gibt es vier limitierte Versionen mit verschiedenen Covern als CD und LP. Ach, der Kapitalismus…

Wir spielen:
24.10.: Anti-Hero
25.10.: Karma
26.10.: High Infidelity
27.10.: Question…?
28.10.: Bejeweled

42. Kalenderwoche, 17. – 21. Oktober
Neues von den Red Hot Chili Peppers, The 1975, Tove Lo, Zella Day, Todd Rundgren
(alle erschienen am 14.10.2022)
Viel zu viel Auswahl in dieser Woche, und kein Album sticht so richtig heraus. Deswegen gibt es hier fünf Häppchen aus neu erschienenen Alben:
Montag: Red Hot Chili Peppers – Tippa My Tongue (aus dem Album “Return Of The Dream Canteen“)
Bereits das zweite Album der Red Hot Chili Peppers in diesem Jahr, und wie schon im Frühjahr finden wir auch das neue Album ziemlich müde. Wo ist die Energie der Band geblieben?
Dienstag: The 1975 – Oh Caroline (aus dem Album “Being Funny In A Foreign Language“)
The 1975 klangen ja früher auch so etwas wie die Chili Peppers (Beweis), aber mit dem neuen Album sind sie komplett auf eine ziemlich flache Pop-/Softrock-Schiene gerutscht. Unser vorgestellter Titel erinnert uns stark an Toto.
Mittwoch: Tove Lo – Suburbia (aus dem Album “Dirt Femme“)
Tove Lo beackert auf dem neuen Album weiter fleißig den Dancefloor. In dem Genre darf es ja ruhig mal etwas trashig werden, aber für “2 Die 4” die alte Kamelle “Popcorn” zu covern ist doch schon ziemlich untere Schublade. Ein ziemlich unebenes Album, das uns nicht lange bei der Stange hält.
Donnerstag: Zella Day – Real Life (aus dem Album “Sunday In Heaven“)
US-Sängerin Zella Day ist schon seit einigen Jahren im Geschäft, aber bisher hat die Karriere noch nicht so richtig abgehoben. Vielleicht hilft das neue Album, das immer dann richtig gut klingt, wenn sie ihre Reibeisenstimme auspackt. Insgesamt stilistisch noch etwas zu bunt ist das Album unsere Empfehlung der Woche, besonders wegen der Highlights wie “Mushroom Punch” (spielen wir bereits im normalen Tagesprogramm) und unserem vorgestellten Titel. Fans von LP sollten hier mal ein Ohr reinhalten.
Freitag: Todd Rundgren – Down With The Ship (feat. Rivers Cuomo) (vom Album “Space Force“)
Altmeister Todd Rundgren präsentiert hier einen gutgelaunten Piraten-Reggae. Warnung: der Rest des Albums klingt total anders – es gibt ansonsten die von ihm bereits bekannte Mischung aus Elektronik und Prog-Rock.

41. Kalenderwoche, 10. – 14. Oktober
Charlie Puth – Charlie
(erschienen am 7.10.2022)
Unser Album der Woche haben wir diesmal nicht wegen musikalischer Verdienste ausgewählt, sondern weil es ein schönes Beispiel dafür ist, wie die Musikindustrie jemand mit ihrer ganzen Promotion-Macht pushen kann, die Musikkritik überraschend gute Kritiken raushaut, die Songs im Radio rauf und runter laufen (ja, auch bei uns), und trotzdem interessiert sich kein Schwein dafür. Das neue Album von Charlie Puth steht in den iTunes-Charts gerade auf Platz 44, bei Amazon auf 143, und die Spotify-Statistik sieht auch eher durchwachsen aus. Manche unserer in dieser Rubrik vorgestellten Künstler wären zwar dankbar über die Streams und Abrufzahlen von Charlie Puth, aber nach den Maßstäben der Musikindustrie dürfte das Album jetzt schon als Flop gelten. Das hinterlässt das beruhigende Gefühl, dass man noch so kalkulierten Trash-Pop auf den Markt werfen kann, alles auf Tiktok zurechtbügeln kann und trotzdem lässt sich der Erfolg nicht erzwingen. Also lauschen wir diese Woche einmal typischem Dudelradio-Gedudel, auf dem der Künstler sich, wie die Plattenfirma schreibt “verletzlich, selbstsicher und humorvoll” zeigt, und widmen uns in der kommenden Woche wieder wichtigeren Dingen.

Wir spielen:
10.10.: Charlie Be Quiet!
11.10.: There’s A First Time For Everything
12.10.: Loser
13.10.: That’s Hilarious
14.10.: Left and Right (feat. Jung Kook)

40. Kalenderwoche, 4. – 7. Oktober
Pixey – Dreams, Pains & Paper Planes
(erschienen am 30.9.2022)
Wir nutzen die kurze Woche für einen Geheimtipp-Alarm: Pixey stammt aus Liverpool, hat seit 2019 eine Handvoll Singles veröffentlich und legt hier ihr Debüt in Albumform vor. Sie ist ein wenig die Antithese zu den Tiktokern, die wir hier letztens vorgestellt haben: natürlich ist sie auch auf der Plattform präsent, aber bisher noch wenig beachtet, auch wenn sie sich selbst dort als “the indie Britney Spears” promotet. Ihre Musik, die Breakbeats der 90er mit den Pop-Hymnen der 00er-Jahre verbindet, beginnt aber langsam Fans um sich zu sammeln. Pixey schreibt und produziert ihre Musik selbst, und auch wenn noch nicht jeder Song des Albums ein Volltreffer ist, langt es allemal für die interessanteste Neuerscheinung der Woche.

Wir spielen:
4.10.: Melody (From You To Me)
5.10.: Recycled Paper Planes
6.10.: Come Around (Sunny Day)
7.10.: I’m Just High

Pixey auf Youtube
Pixey auf Instagram
Pixey auf Facebook
Pixey auf Tiktok

39. Kalenderwoche, 26. – 30. September
Kraftklub – Kargo / Vök – Vök
(beide Alben erschienen am 23.9.2022)
Was sollen wir denn dazu sagen?

26.9.: Kraftklub – Ein Song reicht

Den Kalauer haben bestimmt schon 1000 andere gemacht, aber: ja, stimmt.

Vök ist eine Band aus Island, die nordisch-unterkühlten chilligen Elektropop macht, was bei einer Band nicht anders zu erwarten ist, die aus den Bandmitgliedern Margrét Rán Magnúsdóttir, Einar Hrafn Stefánsson und Bergur Einar Dagbjartsson besteht. Der richtig große Erfolg ist bisher noch ausgeblieben, was wohl auch an dem noch etwas unebenen Songmaterial der beiden Vorläufer-Alben lag. Das soll sich jetzt ändern: bereits 8 Songs des Albums wurden vorab als Singles veröffentlicht, und die drei besten (Skin, Lost In The Weekend und Illuminating)  laufen schon seit einiger Zeit bei uns im Programm. Die Band ist hörbar gereift und damit auch unseren Tipp der Woche wert.

Wir spielen:
27.9.: Headlights
28.9.: Stadium
29.9.: No Coffee At The Funeral
30.9.: Running Wild

38. Kalenderwoche, 19. – 23. September
Tai Verdes – HDTV
(erschienen am 16.9.2022)
Und schon wieder haben wir hier jemand, der den Karrieresprung über ein virales Video bei Tiktok geschafft hat. Tai Verdes schlug sich als Handy- und Sonnenbrillenverkäufer und als Volleyballschiedsrichter durchs Leben, bis der Song A-O-K ihm zu einem musikalischen Blitzstart verhalf. Was sein neues Album HDTV über die Schwelle zu unserer CD der Woche schubst ist die unverdrossene Fröhlichkeit, mit der er selbst einen Songtitel wie “Let’s Go To Hell” in einen gutgelaunten Party-Banger verwandelt. Das passt irgendwie genau in unsere Zeit: bloß die gute Laune nicht verlieren. Musikalisch haben wir irgendwo im Netz zur Musik von Tai Verdes den Begriff Bedroom Hip Hop gelesen, und das umschreibt es recht gut. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Songs auch auf dem neuen Album maßgeschneidert für Tiktok: fast alles unter drei Minuten, und zu unseren fünf vorgestellten Titeln kann man sich unschwer die passenden Miniclips vorstellen. Ob das immer so funktioniert, wie die Plattenfirmen sich das am Reißbrett vorstellen, ist eine andere Sache, aber das Album ist für sich genommen ganz ok.

Wir spielen:
19.9.: Let’s Go To Hell
20.9.: Two Sugars
21.9.: Shut Up
22.9.: Electrical
23.9.: How Deep?

37. Kalenderwoche, 12. – 16. September
Neue R&B-Alben von Ari Lennox, John Legend und Sudan Archives
(alle erschienen am 9.9.2022)
Gleich drei interessante R&B/Soul-Alben in dieser Woche: Die US-Sängerin Ari Lennox bringt auf ihrem zweiten richtigen Album age/sex/location klassischen Retro-Soul mit Anklängen an große Vorbilder wie Erykah Badu oder Mary J. Blige. Musikalisch nicht besonders mutig, geht aber runter wie Öl.
John Legend muss man vielleicht nicht noch extra vorstellen. Er ist schon recht lang im Geschäft, hat einige Hits im Rücken und legt jetzt sein 8. Album Legend vor, mit satten 24 Titeln. Driftet oft ziemlich Richtung Chartspop und ist für Soul-Freunde vermutlich eher die uninteressanteste Neuerscheinung unter den drei Alben dieser Woche.
Das letzte Album stammt von Sudan Archives (Künstlername der US-Sängerin Brittney Denise Parks). Natural Brown Prom Queen ist ihr zweites Album und sprudelt über vor musikalischer Experimentierlust, was im musikalisch eher konservativ orientierten R&B nicht so oft vorkommt. Arrangement und Produktion überraschen bei jedem Song aufs neue, manchmal etwas sperrig, aber immer lohnenswert. Von der internationalen Musikkritik hat sie dafür verdient die mit Abstand besten Bewertungen unserer drei vorgestellten Alben bekommen.

Wir spielen:
12.9.: Ari Lennox – Waste My Time
13.9.: Ari Lennox & Chloe – Leak It
14.9.: John Legend – Strawberry Blush
15.9.: Sudan Archives – Freakalizer
16.9.: Sudan Archives – Loyal (EDD)

36. Kalenderwoche, 5. – 9. September
Special: Franc Moody
Franc Moody ist eine britische Band, bestehend im Kern aus Ned Franc und Jon Moody. Ihr drittes Album “Into The Ether” ist gerade erschienen, und da wir davon ausgehen, dass die Band noch nicht allgemein bekannt ist, machen wir an dieser Stelle eine kleine Werkschau mit ihrer Musik von 2018 – 2022. Franc Moody gehören wie z.B. Foals (siehe KW25) zu den Erben des Brit-Funk, und der in den 80ern durch Level 42 zu Prominenz gelangte Slap Bass prägt große Teile ihres Repertoires. Die Band selbst gibt als Einflüsse unter anderem Jamiroquai und James Brown an, und daran kann man auch schon die Richtung erkennen: zivilisierte cabriotaugliche Partymucke mit Retro-Touch.

Wir spielen:
5.9.: Cherry (aus dem Album “Into The Ether”, erschienen am 2.9.2022)
6.9.: Dopamine (eine frühe Single aus 2017, auch auf dem Album “Dance Moves” von 2018)
7.9.: Skin On Skin (aus dem Album “Dream In Colour” von 2020)
8.9.: Raining In L.A. (aus dem neuen Album “Into The Ether”)
9.9.: A Little Something For The Weekend (aus dem Album “Dream In Colour”)

35. Kalenderwoche, 29. August – 2. September
Muse – Will Of The People
(erschienen am 26.8.2022)
Muse haben es mit ihrem 9. Album endlich geschafft: jetzt klingen sie wie Queen zu ihren besten Zeiten gegen Ende der 70er. Bei einigen Titeln hört man auch den Einfluss der Sparks heraus. Das ganze Album hört sich an wie eine Hommage an den Operetten-Rock der 70er. Einige Fans grämen sich, weil von den Brachial-Gitarren früherer Alben nur noch Spurenelemente vorhanden sind – wir können damit gut leben und finden das Album recht hörbar. Wie schon angemerkt: besonders Queen-Fans sollten hier mal ein Ohr hinhalten.

Wir spielen:
29.8.: Liberation
30.8.: Euphoria
31.8.: You Make Me Feel Like It’s Halloween
1.9.: Compliance
2.9.: Ghosts (How Can I Move On)

34. Kalenderwoche, 22. -26. August
Konzertvorschau

Nichts Lohnenswertes bei den Neuerscheinungen dieser Woche, deswegen an dieser Stelle ein paar Hinweise auf in Bälde stattfindende Konzertevents in der Region:
Los gehts am Freitag (26. August) an der Emslandarena in Lingen mit einem Open Air mit Scooter. Alle sollten eigentlich wissen, was sie erwartet (wir haben etwas Mitleid mit den Nachbarn), wir spielen zur Einstimmung die letzte Scooter-Single vom Juni:
22.8.: Scooter – Do Not Sit If You Can Dance
Am Samstag (27. August) folgt ein kleines, aber feines Konzert zum 25jährigen Jubiläum eures größten kleinen Senders mit der Band The Rest Is Noise im Theater an der Wilhelmshöhe in Lingen. Der Eintritt ist frei!
23.8.: The Rest Is Noise – Wesen vom anderen Stern
Am Sonntag (28. August) ist wieder Open Air an der Emslandarena, diesmal mit Jan Delay & Disko No.1. Wir spielen dazu einen Track aus dem im Juni erschienenen Live-Album:
24.8.: Jan Delay & Disko No.1: Oh Jonny (Live aus dem Hamburger Hafen)
Eine Woche später (2. & 3. September) veranstalten unsere Kollegen vom NDR ihr Papenburg Open Air. Wir verkneifen uns an dieser Stelle alle spitzen Bemerkungen, die uns dazu auf der Zunge liegen und weisen nur darauf hin, dass auch Culcha Candela dabei sind. Hier ein neuer/alter Vorabtitel aus ihrem demnächst erscheinenden Album:
25.8.: Culcha Candela – Hamma! 2k22
Am 8. Oktober hat die Emslandarena einen der Rock-Helden der 80er für ein Konzert an Land gezogen. Wir lieben die alten Sachen von Billy Idol ja auch, aber was da in den letzten Jahren noch nachkam reißt uns nicht wirklich vom Hocker. Hier seine gerade erschienene neue Single:
26.8.: Billy Idol – Cage

33. Kalenderwoche, 15. – 19. August
Bella Poarch – Dolls (EP)
(erschienen am 12.8.2022)
Wir haben in diesem Jahr und an dieser Stelle bereits häufiger Tiktok erwähnt, und das hat den einfachen Grund, dass die Mini-Videos der Plattform die Musik- und Medienszene komplett überrollt haben und mittlerweile alle so sein wollen wie Tiktok. Youtube hat mit einigem Erfolg eigene Miniclips in Umlauf gebracht und auch Facebook möchte am liebsten so werden wie die Konkurrenz (mit der Folge, dass selbst relativ unspektakuläre Mini-Videos eures größten kleinen Senders plötzlich hunderttausende von Abrufen haben). Bella Poarch ist auf Tiktok quasi zu Hause und räumt dort richtig ab: 91 Millionen Follower, 2,2 Milliarden Likes und das fünft-meistgesehene Video auf Tiktok mit 683 Millionen Views. Es folgt ein Plattenvertrag mit einem großen Label, eine erste Single (Build A Bitch), die auf Youtube satte 412 Millionen Abrufe verzeichnen kann, und jetzt die Debüt-EP. Die folgt einem schon fast standardisierten Tiktok-Muster: musikalisch eher unaufregend, textlich etwas provokativ (aber nicht zu sehr) und  alle Titel unter 3 Minuten Laufzeit. Wir werden solche Karrieren noch öfter sehen, denn die Musikindustrie hat sich bereits darauf eingestellt, ihren Nachwuchs fast nur noch über Tiktok zu rekrutieren.

Wir spielen:
15.8.: Build A Bitch
16.8.: Dolls
17.8.: No Man’s Land (feat. Grimes)
18.8.: Inferno
19.8.: Villain

32. Kalenderwoche, 8. – 12. August
The Interrupters – In The Wild
(erschienen am 5.8.2022)
The Interrupters sind eine 2011 gegründete Band aus LA, die 2014 ihr erstes Album herausbrachten und jetzt Album Nr. 4 vorlegen. Sie pflegen fleißig das halb in Vergessenheit geratene Genre des Ska – wir erinnern uns: bereits in den 60ern des vergangenen Jahrhunderts in Jamaika als Musikstil geboren brachten Anfang der 80er Jahre Bands wie Madness, The Specials, Bad Manners oder The Beat mit dieser etwas schnelleren Spielart des Reggae Schwung in die Tanzbeine. Sich heute diesem Musikstil zu verschreiben ist schon ein wenig wie Denkmalspflege, aber allemal so partytauglich wie früher. Dank der mitgröhlfreudigen Refrains sollte auch die Stimmung auf den Konzerten garantiert sein. Die Band ist in diesen Tagen auf Deutschland-Tour, die Konzerte in Hamburg und Köln sind bereits ausverkauft, für den Gig in Berlin am 16.8. gibt es wohl noch ein paar Karten.

Wir spielen:
8.8.: Let ’em Go
9.8.: Burdens (feat. feat. Alex Désert & Greg Lee of Hepcat)
10.8.: In The Mirror
11.8.: Love Never Dies (feat. The Skints)
12.8.: Bad Guy (Billie Eilish-Cover, nicht auf dem Album – Single von 2019)

31. Kalenderwoche, 1. – 5. August
Beyoncé – Renaissance
(erschienen am 29.7.2022)
Es gibt so Wochen, wo ein neues Superstar-Album alle Aufmerksamkeit aufsaugt wie ein schwarzes Loch, und alle anderen verschieben ihre Alben-Veröffentlichungen lieber, um nicht gnadenlos unterzugehen. Ein neues Album von Beyoncé ist so ein Fall, und da erwartungsgemäß jeder, aber auch absolut jeder seinen Senf dazu gegeben hat, verzichten wir an dieser Stelle auf eigene Anmerkungen und verlinken zu denen, die uns sagen, was wir davon zu halten haben: Die Zeit, der Spiegel, die Welt, der Stern, die Bild, das Hamburger AbendblattNTV, WDR, NDR, SWR, Rolling Stone (deutsch), Rolling Stone (US), NME, The Guardian, Pitchfork, The Times, die Financial Times und nicht zuletzt die Wikipedia. Die Musik zu dem ganzen Lärm gibts hier.

Wir spielen:
1.8.: Cuff It
2.8.: Virgo’s Groove
3.8.: America Has A Problem
4.8.: Pure/Honey
5.8.: Church Girl

30. Kalenderwoche, 25. – 29. Juli
Odesza – The Last Goodbye
(erschienen am 22.7.2022)
Odesza ist ein amerikanisches Elektronik-Duo und gehören wohl zu den Bands, deren Musik man schon mal gehört hat, ohne es wirklich mitzubekommen. Ihr Titel “Loyal” wurde 2018 in gleich drei Werbespots verwendet: für das iPhone Xr, den Nissan Juke und das Xbox-Spiel Forza Horizon. “Corners Of The Earth” war die Hymne der damaligen Winter-Olympiade, und andere Titel tauchten immer wieder in zahlreichen Fernsehserien, Werbespots und Computerspielen auf. Das neue Album ist das vierte und das erste richtige Lebenszeichen nach einem bombastischen Auftritt beim Coachella-Festival 2018. Zu hören gibt es zur Hälfte richtige Popsongs und zur anderen Hälfte die melodiösen Semi-Instrumentals, mit denen Odesza bekannt geworden sind. Zur Einsortierung: wem Moby gefällt, dürfte auch mit Odesza gut bedient sein.

Wir spielen:
25.7.: Love Letter (feat. The Knocks)
26.7.: The Last Goodbye (feat. Bettye LaVette)
27.7.: Forgive Me (feat. Izzy Bizu)
28.7.: Behind The Sun
29.7.: Wide Awake (feat. Charlie Houston)

Als Online-Bonus hier noch ein zum Album der Woche passender Geheimtipp-Alarm:
Auch der amerikanische DJ Manila Killa hat in dieser Woche sein Debütalbum Dusk veröffentlicht. Wir haben ihn an dieser Stelle vor einiger Zeit (Januar 2019) bereits einmal mit seinen Singles vorgestellt, und das Album geht musikalisch in eine sehr ähnliche Richtung wie Odesza oben. Zum Reinhören hier einige Video-Links:
Manila Killa – Take Me Higher (feat. fknsyd)
Manila Killa – Never Easy (feat. TRACE)

29. Kalenderwoche, 18. – 22. Juli
Razz – Everything You Will Ever Need
(erschienen am 15.7.2022)
Razz residieren, soweit wir wissen, mittlerweile in Berlin und sind streng genommen keine emsländische Band mehr, aber wir haben hier für die Jungs aus Twist immer ein Plätzchen frei. Mit dem neuen dritten Album versuchen sie sich etwas vom Rumpelrock der frühen Jahre (die Wikipedia vergleicht sie noch mit den “Kings Of Leon“) freizuschwimmen, mit mehr Pop und verschiedenen Einflüssen quer durch die Indie-Historie. Wir haben das Gefühl, das Ganze soll so etwas in Richtung “Imagine Dragons” gehen. Ob sie da jetzt ihre Nische finden, ist schwer zu sagen. Der ganz große Durchbruch ist jedenfalls noch ausgeblieben, und manche der alten Fans sind durch die neue Pop-Ausrichtung etwas vergrätzt. Uns gefällt das eher besser als früher.

Wir spielen:
18.7.: Red And Blue
19.7.: Like You
20.7.: 1969 Conrad
21.7.: Everything I’ll Ever Need
22.7.: All About The End

Disclaimer: wir haben das Album von einer Promo-Agentur bekommen und (ausnahmsweise) nix dafür bezahlt.

28. Kalenderwoche, 11. – 15. Juli
renforshort – dear amelia
(erschienen am 8.7.2022)
Der Erfolg von Olivia Rodrigo und Tate McRae hat die Musikindustrie ganz offensichtlich inspiriert, bei der Suche nach Pop-Nachwuchs Sängerinnen ins Visier zu nehmen, die es auch mal etwas rockiger angehen lassen. Fündig geworden ist man in Kanada bei Lauren Isenberg alias renforshort, die hier ihr Debütalbum vorlegen kann, versehen mit einer hörbar teuren Produktion und veritablen Gaststars wie Travis Barker von Blink-182 und Jake Bugg. Das ganze macht einen deutlich polierteren Eindruck als beispielsweise girl in red, die wir hier im letzten Jahr vorgestellt haben. Auch wenn damit viel kalkuliertes Marketing durchschimmert ist noch genug Substanz da, um an dem Album seinen Spaß zu haben. Die Songs sind durch die Bank ok, und es gibt genug Abwechslung, die das Interesse über die Albumlänge wachhält. Etwas mißtrauisch beobachten wir aber auch hier den Trend zu immer kürzeren Songs: 7 der 12 Albumtitel sind kürzer als 3 Minuten, und dieser Trend, den wir wohl Tiktok zu verdanken haben, lässt immer weniger Raum, musikalische Ideen auch mal atmen zu lassen. Kate Bushs wiederbelebter Hit “Running Up That Hill” zum Beispiel läuft satte 5 Minuten.

Wir spielen:
11.7.:  i miss myself
12.7.: Julian, king of manhattan
13.7.: hate the way you love me
14.7.: moshpit
15.7.: we’ll make this ok (feat. Travis Barker)

27. Kalenderwoche, 4. – 8. Juli
Minions: The Rise Of Gru (Soundtrack)
(erschienen am 1.7.2022)
Die PR-Maschine für den neuen Minions-Film (der wegen Corona zwei Jahre lang in der Schublade lag) läuft ja auf Hochtouren, und da legen wir an dieser Stelle Wert darauf, dass wir nichts dafür bekommen haben, wenn wir das Album in dieser Woche vorstellen, nicht einmal ein Promo-Exemplar des Albums. Wenn wir das Album trotzdem vorstellen, liegt das daran, dass a) nichts Besseres in dieser Woche erschienen ist und b) das Konzept des Albums, Indie-Größen Evergreens der 70er covern zu lassen, doch einen gewissen Reiz hat. Leute wie St. Vincent, Phoebe Bridgers, H.E.R. oder Weyes Blood haben in der Szene durchaus einen Ruf zu verlieren, und das garantiert zumindest, dass das Ganze eine etwas schräge Veranstaltung wird. Wie sich die Helden der Neuzeit gegen die Klassiker von vorgestern bewähren, kann jeder in dieser Woche selbst hören.

Wir spielen:
4.7.: Weyes Blood – You’re No Good (70er-Original von Linda Ronstadt, 60er original-Original von Betty Everett)
5.7.: Tierra Whack – Black Magic Woman (70er Hit von Santana, 70er-Original von Fleetwood Mac)
6.7.: Thundercat – Fly Like An Eagle (70er-Original von der Steve Miller Band)
7.7.: Phoebe Bridgers – Goodbye To Love (70er-Original von den Carpenters)
8.7.: St. Vincent – Funkytown (70er-Original von Lipps Inc)

26. Kalenderwoche, 27. Juni – 1. Juli
Diverse Neuerscheinungen
(alle erschienen am 24.6.2022)
Wieder mal reißt es kein Album so richtig raus, und manche Neuerscheinungen sind interessant, aber so schrill, dass wir sie schlecht im Radio spielen können, wie z.B. Hatis Noit oder Stealing Sheep. Hier deswegen Schnipsel aus vier neuen Alben:
Wir beginnen Montag und Dienstag mit dem Soundtrack zum neuen Elvis-Film des australischen Regisseurs Baz Luhrmann, den wir letzte Woche bereits als Filmtipp vorgestellt haben. Die ebenfalls australischen DJs von PNAU haben nach ihrem weltweiten Erfolg mit ihrem Elton John-Remix jetzt nach dem gleichen Muster “Suspicious Minds” von Elvis in die Mangel genommen. Und Tame Impala (auch Australier) inszenieren den Elvis-Titel “Edge Of Reality” als Crossover zwischen Elvis, psychedelic Rock und einer Spur Hendrix neu. Der Rest des Soundtracks ist viel Elvis, viele Covers und ein paar Merkwürdigkeiten.
Montag, 27.6.: Elvis – Don’t Fly Away (PNAU Remix)
Dienstag, 28.6.: Elvis – Edge Of Reality (Tame Impala Remix)
Am Mittwoch stellen wir das neue Album “Alegoriá” der aus Guatemala stammenden Sängerin Gaby Moreno vor, das hörbar auch von Elvis inspiriert ist. Auf dem Album wird zur Hälfte in englisch und spanisch gesungen.
Mittwoch, 29.6.: Gaby Moreno – Nobody’s Wrong
Am Donnerstag spielen wir einen Titel aus dem neuen Album “Carbon” von JB Dunckel, bekannt als eine Hälfte des französischen Elektronik-Duos Air. Wer die Musik von Air noch im Kopf hat, wird hier vertraute Klänge finden.
Donnerstag, 30.6.: JB Dunckel – Zombie Park
Wir beschließen die Woche am Freitag mit dem Album “Superache” von Conan Grey, der wieder mal ein aufstrebender Youtube-Star ist. Das Album enthält für unseren Geschmack viel zu viele Weichei-Balladen, aber unser Titel hier macht zumindest etwas Dampf.
Freitag, 1.7.: Conan Grey – Disaster

25. Kalenderwoche, 20. – 24. Juni
Foals – Life Is Yours
(erschienen am 17. 6.2022)
Eine maue Woche, und gerade so eben rettet uns noch das neue Album der britischen Indie-Rocker Foals. Die seit 2005 aktive Band hat ihre vergangenen Alben recht respektabel in den Charts platzieren können, auch hier bei uns. Das neueste Werk wird u.a. vom “Guardian” als ihr Disco-Album bezeichnet, aber so ganz trifft es das nicht, denn die musikalischen Wurzeln liegen hörbar im Brit-Funk der 80er, bei Bands, die heute kaum noch jemand kennt wie Funkapolitan oder 400 Blows, oder bekannteren Vertretern wie Gang Of Four oder Level 42. Das ist streckenweise recht hörbar, aber zum Ende des Albums hin gehen Foals die Song-Ideen aus und es wird nur noch rumgegroovt, ohne einen richtigen Hook zu haben. Das ist auch der Musikkritik aufgefallen…

Wir spielen:
20.6.: 2001
21.6.: Wake Me Up
22.6.: Crest Of The Wave
23.6.: Looking High
24.6.: Life Is Yours

24. Kalenderwoche, 13. – 17. Juni
Neues aus der Singer-/Songwriter-Szene: George Ezra, Vance Joy, Nick Mulvey
(alle erschienen am 10.6.2022)
Die drei Neuerscheinungen dieser Woche haben gemeinsam, dass die Vorab-Singles dazu bereits seit einiger Zeit auf unserem Sender ihre Runden drehen. Jetzt sind die zugehörigen Alben erschienen, und die Freunde der handgeklampften Musik dürfen sich in dieser Woche über eine dreifache Dosis freuen. Musikalische Innovationen erwartet in diesem Genre wohl niemand, und das Songwriting ist in allen Fällen auf solidem Niveau. George Ezra und Vance Joy wissen, dass sie ihrem Publikum neben eher introvertierten Songs auch mitklatschfreudige Crowdpleaser schuldig sind, während Nick Mulvey eher in ruhigen Gewässern bleibt. Alles in allem dürften Freunde des Genres sehr zufrieden sein.

Wir spielen:
13.6.: George Ezra – Dance All Over Me (vom Album “Gold Rush Kid”)
14.6.: George Ezra – Love Somebody Else (vom Album “Gold Rush Kid”)
15.6.: Vance Joy – Boardwalk (vom Album “In Our Own Sweet Time”)
16.6.: Vance Joy – This One (vom Album “In Our Own Sweet Time”)
17.6.: Nick Mulvey – Mona (vom Album “New Mythology”)

23. Kalenderwoche, 7. – 10. Juni
Remi Wolf – Juno (Deluxe)
(erschienen am 3.6.2022)
Wenn Musik heutzutage über 15-Sekunden-Schnipsel auf Tiktok populär wird, hat das nicht nur schlechte Seiten. Manchmal erhalten Künstler dadurch eine Chance, die sie sonst nie bekommen hätten. Die 26jährige US-Sängerin Remi Wolf hatte 2020 ihren viralen Hit auf Tiktok: Ihre Single  Photo ID wurde zu einer viralen Video Challenge (hier ein kleiner Zusammenschnitt davon). Ihr im Oktober 2021 erschienenes Debütalbum “Juno” bekam dadurch mehr Aufmerksamkeit und wurde von der Musikkritik generell recht positiv aufgenommen. Nur wir hier haben es natürlich verpennt und holen es jetzt mit der gerade erschienenen Deluxe-Ausgabe des Albums nach. “Juno” bringt Ideen in Komposition, Arrangement und Instrumentierung in Hülle und Fülle und verlässt dabei niemals den Rahmen des 3-Minuten-Popsongs. Bunt, immer peppig und niemals langweilig. Für unsere Vorstellung des Albums in dieser Woche hätten wir jeden Song des Albums nehmen können, hier ist eine ziemlich willkürliche Auswahl:

Wir spielen:
7.6.: Buttermilk
8.6.: Volkiano
9.6.: Cake
10.6.: Street You Live On

22. Kalenderwoche, 30. Mai – 3. Juni
Sean Paul – Scorcha
(erschienen am 27.5.2022)
Auf der Suche nach dem Soundtrack für den Sommer sind wir in dieser Woche beim Reggae- und Dancehall-Altmeister (mehr als 20 Jahre im Geschäft) Sean Paul fündig geworden. Sean Paul ist besonders in den letzten Jahren immer zuverlässiger Lieferant von sommer- und radiotauglichen Bangern gewesen und setzt das auf dem neuen Album nahtlos fort, das auch einige seiner Singles aus den letzten zwei Jahren enthält. In der ersten Albumhälfte dominieren noch klassische Dancehall-Rhythmen, in der zweiten Hälfte zielen die Titel mehr auf die Pop-Charts und knüpfen an Hits wie “Mad Love“, “No Lie” oder “Rockabye” an. Als wir die bei Youtube rausgesucht haben, waren wir doch etwas überrascht, wie monströs erfolgreich diese Titel waren (Abrufzahlen im Milliarden-Bereich). Finanziell hätte es Sean Paul auf jeden Fall nicht mehr nötig, überhaupt noch ein Album herauszubringen.

Wir spielen:
30.5.: Dynamite (feat. Sia)
31.5.: Light My Fire (feat. Gwen Stefani & Shenseea)
1.6.: Calling On Me (feat. Tove Lo)
2.6.: Good Day
3.6.: Back It Up Deh (Remix)

21. Kalenderwoche, 23. – 27. Mai
Harry Styles – Harry’s House
(erschienen am 20.5.2022)
Das ist die erfolgreichste Neuerscheinung der Woche (Platz 2 der Downloadcharts bei iTunes, Platz 5 bei Amazon), und es fällt uns schwer, überhaupt irgendeinen Eindruck dazu zu formulieren. Harry Styles war bis 2016 Sänger bei der Boyband One Direction und schleppt aus dieser Zeit vermutlich noch jede Menge Fans mit sich herum, die allmählich die Pubertät überschritten haben dürften. Das neue Album ist sein drittes Soloalbum, wird von der internationalen Musikkritik hoch gelobt und hinterlässt bei uns einen Nachgeschmack wie ein Schluck Leitungswasser, nämlich gar keinen. Man kann die meisten Titel als Lounge Pop einsortieren, mit musikalischen Referenzen, die oft bis Ende der 60er Jahre zurückreichen.  Das ist anscheinend eine Art Musik, die bei Tiktok gut läuft, und die Musikindustrie schielt dem Vernehmen nach immer mehr auf das, was dort gerade angesagt ist. Vielleicht werden/sind wir dafür schon zu alt…
Wir wollen aber niemand den Spaß daran verderben, hier sind unsere 4 Titel der Woche:

Wir spielen:
23.5.: Late Night Talking
24.5.: Cinema
25.5.: Daylight
27.5.: Little Freak

20. Kalenderwoche, 16. – 20. Mai
Florence + The Machine – Dance Fever
(erschienen am 13.5.2022)
Im 14. und 15. Jahrhundert wurde Europa von einer seltsamen Epidemie heimgesucht: Menschen fingen grundlos auf der Straße an zu tanzen, bis sie erschöpft zusammenbrachen. Einige der bekanntesten dokumentierten Fälle der sogenannten Tanzwut waren 1374 in Aachen und 1518 in Straßburg. Im Kino griff noch letztens der Horrorfilm “Midsommar” das Thema Tanzwut (englisch: Choreomania) auf. Sängerin Florence Welch machte daraus das Leitmotiv ihres neuen Albums, und entsprechend wird es darauf mehr gothic als Disco. Songtitel wie “Girls Against God”, “Cassandra” oder “Dream Girl Evil” machen die Richtung klar.  Florence + The Machine sind immer dann am besten, wenn sie diese düsteren Impulse in frenetische Energie kanalisieren, wie einem unserer Lieblingshits von ihnen von 2009 “Kiss With A Fist“. Das neue Album hat für unseren Geschmack ein paar Balladen zu viel und könnte etwas mehr Dampf vertragen, aber für unser Album der Woche reicht es allemal.

Wir spielen:
16.5.: Choreomania
17.5.: Free
18.5.: Cassandra
19.5.: Daffodil
20.5.: Dream Girl Evil

19. Kalenderwoche, 9. – 13. Mai
Diverse Neuerscheinungen
(alle erschienen am 6.5.2022)

Montag, 9.5.: Cariño – Tamagotchi (aus dem Album “Cariño”)
Cariño ist eine noch sehr junge Band aus Spanien, hier mit ihrem Debütalbum. Sie machen eigentlich recht ansprechenden Gitarrenpop, und viel mehr haben wir auch nicht herausbekommen. “Tamagotchi” fällt auf dem Album aus dem Rahmen, weil es ein ganz fies infektiöser Ohrwurm ist, den man nach zweimal hören nicht wieder los wird. Und jetzt alle: No soy tu puto tamagotchi! (“Ich bin nicht dein verdammtes Tamagotchi!”)

Dienstag, 10.5.: Simple Plan – Iconic (vom Album “Harder Than It Looks”)
Die Kanadier von Simple Plan haben sich 6 Jahre Zeit gelassen mit ihrem neuen Album, und es hat sich absolut nichts verändert. Das neue Album ist purer Fanservice, der ziemlich überraschungsfrei mehr vom Gewohnten abliefert. Wer sie früher mochte, wird auch dieses Album lieben. Vielleicht hat sich diese doch sehr klischeehafte Form von Rummelbuden-Rock aber doch langsam überlebt.

Mittwoch, 11.5.: Matt Simons – Too Much (vom Album “Identity Crisis”)
Matt Simons hatte tatsächlich 2015 mit “Catch & Release” einen Nr. 1-Hit in Deutschland (wir mussten das nachschlagen, weil die Erinnerung an diesen Song aus unserem Gedächtnis komplett gelöscht war) und anscheinend besonders in Holland noch eine recht große Fanbase. Musikalisch ist das Chartspop vom Reißbrett: tut niemand weh, ist aber erbarmungslos unoriginell.

Donnerstag, 12.5.: Arcade Fire – Unconditional (Lookout Kid) (vom Album “WE”)
Die kanadische Band Arcade Fire gehört zum festen Inventar der Indieszene (2002 gegründet). Um das neue Album richtig gut zu finden, muss man sich wohl etwas einhören, wozu wir offen gesagt weder Zeit noch Lust haben. Unseren vorgestellten Titel finden wir aber auch so hörenswert.

Freitag, 13.5.: Yuna – Make A Move (von der EP “Y2”)
Als kleinen nicht mehr ganz so geheimen Geheimtipp zum Wochenausklang gibt es hier geschmackvollen R&B von einer Sängerin aus Malaysia. Yuna hat besonders in den USA schon beträchtlich abgeräumt (100 Millionen Youtube-Aufrufe für “Crush“), aber wenn man schaut, wie wenig über ihre neue Musik im Netz zu finden ist, scheint da noch erheblich Luft nach oben zu sein.

18. Kalenderwoche, 2. – 6. Mai
Diverse Neuerscheinungen
(alle erschienen am 29.4.2022)
Diese Woche ist nichts dabei, was uns vom Hocker reißt, deswegen hier unsortiert ein paar Kostproben aus neuen Alben:

Montag, 2.5.: Sofi Tukker – Summer In New York (aus dem Album “Wet Tennis”)
Das US-Duo Sofi Tukker (Sophie Hawley-Weld und Tucker Halpern) reitet seit ihrem Breakout-Hit “Drinkee” von 2016 in ihren Hits gern auf jeweils einer einzigen Idee herum. Das ist manchmal ganz witzig, trägt auf Albumlänge aber nicht unbedingt.

Dienstag, 3.5.: Lola Kirke – Pink Sky (vom Album “Lady For Sale”)
Auf der Suche nach den musikalischen Erben von Fleetwood Mac landet man dieser Tage immer öfter in der Country Music. Schauspielerin und Sängerin Lola Kirke, die auf ihrem ersten Album von 2018 noch so etwas als Ersatz-Lana Del Rey aufgetreten ist, bringt auf dem zweiten Album Country mit 80er-Flair, und wir hätten uns gern noch mehr Fleetwood Mac-Anklänge gewünscht.

Mittwoch, 4.5.: Miranda Lambert – Geraldene (vom Album “Palomino”)
Nochmal Country: Miranda Lambert ist eine feste Größe im Country-Geschäft und hat für die Fans ein grundsolides Album abgeliefert. Dieser Titel hier hat es uns besonders angetan, weil er etwas nach unseren Südstaaten-Favoriten ZZ Top und JJ Cale klingt.

Donnerstag, 5.5.: Röyksopp – Breathe (feat. Astrid S) (vom Album “Profound Mysteries”)
Die Norweger von Röyksopp haben 2001 mit dem schrägen Instrumental “Eple” einen Klassiker für die Ewigkeit abgeliefert und haben nach wie vor Probleme, da angemessen nachzulegen. Das neue Album ist recht hörbar und enthält eine ganze Reihe von schönen Titeln und Instrumentals, hat aber kein eigenes Gesicht – vieles klingt so generisch, dass es auch von jemand anderem stammen könnte.

Freitag, 6.5.: Kehlani – More Than I Should (feat. Jessie Reyez) (vom Album “Blue Water Road”)
Eigentlich ein solides Album der R&B-Sängerin, aber wir haben uns die Trap-Beats mittlerweile so was von übergehört…  Der Frosch-Synthesizer von “Pony” versöhnt uns ein wenig.

17. Kalenderwoche, 25. – 29. April
Hatchie – Giving The World Away
(erschienen am 22.4.2022)
Wir bemühen uns wirklich um etwas Abwechslung in dieser Rubrik, aber die einzig interessante Neuerscheinung dieser Woche ist das neue Album der Australierin Hatchie, und so landen wir wieder einmal im Genre Dream Pop/Shoegaze. Für Harriette Pilbeam alias Hatchie ist dies das zweite Album, und sie macht dort weiter, wo sie beim letzten aufgehört hat: liebliche Melodien mit viel Hall und breiten Gitarrenwänden.  Die aufgebrezelte Produktion sorgt dafür, dass der einfachere Charme ihrer frühen Titel wie “Sure” oder “Try” etwas flöten geht, aber das Album wird ihre noch ausbaufähige Fangemeinde sicher bei der Stange halten.

Wir spielen:
25.4.: This Enchanted
26.4.: The Key
27.4.: Take My Hand
28.4.: Quicksand
29.4.: The Rhythm

Als kleiner passender Online-Bonus folgt hier noch zweimal ein Geheimtipp-Alarm: Am 15.4. ist ohne großes Aufsehen das Debütalbum von Sophia Bel erschienen. Wir spielen unsere Lieblingstitel davon bereits seit einiger Zeit im Tagesprogramm, deswegen keine CD der Woche, aber als Empfehlung hier noch einige Links zu den Videos:
Sophia Bel – You’re Not Real You’re Just A Ghost
Sophia Bel – I Don’t Need My Space
Sophia Bel – 2AM (And I Did It Again)
Am 8.4. erschien außerdem die Debüt-EP von carolesdaughter. Spielen wir auch schon fleißig im Tagesprogramm, hier als Tipp Links zu den Videos:
carolesdaughter – Trailer Trash
carolesdaughter – Target Practice
carolesdaughter – My Mother Wants Me Dead

16. Kalenderwoche, 19. – 22. April
Special: Coachella-Nachlese
Zeit für einen kleinen Nachschlag zum kalifornischen Mega-Festival: Auffällig war in diesem Jahr, dass Rockmusik im klassischen Sinn nur noch eine Randerscheinung bei den Acts dieses Jahres war, und dann vertreten von Exoten wie der mongolischen Rockband The Hu oder dem Filmmusik-Komponisten Danny Elfman. Ansonsten gab es aber alles, was die aktuelle Musikszene zu bieten hat, und ein paar Geheimtipps haben wir für diese Woche noch einmal herausgepickt.

Dienstag: Still Woozy macht entspannte, immer freundliche Popmusik, die ihre strandnahe kalifornische Herkunft nicht verleugnen kann. Unser vorgestellter Titel stammt vom Debütalbum “If This Isn’t Nice, I Don’t Know What Is”, erschienen am 13.8.2021.
Wir spielen am 19.4.: Still Woozy – Get By

Mittwoch: 100 gecs basteln am Computer eine ziemlich wüste Mischung aus Glitch Hop, US-Rock der 90er und Skater Punk zusammen, was eine ziemlich polarisierende Mischung ergibt. Beim Coachella tobte das Duo in T-Shirts mit der Aufschrift “We Don’t Belong here” über die Bühne, und das Publikum hatte offensichtlich Spaß, obwohl der Sound zu 100% aus dem Rechner kam. Die neue Single “Doritos & Fritos” ist pünktlich zum Festival am 12.4.2022 erschienen.
Wir spielen am 20.4.: 100 gecs – Doritos & Fritos

Donnerstag: Alec Benjamin gehört zu den über Youtube groß gewordenen Singer/Songwritern. Könnte eine ernsthafte Konkurrenz zu Ed Sheeran und Co. sein, wenn seine Stimme sich nicht so anhören würde, als wäre er erst 12, was beim Live-Konzert noch mehr auffiel als auf Konserve. Wir spielen einen Titel aus dem neuen Album  “(Un)Commentary”, am 15.4.2022 erschienen.
Wir spielen am 21.4.: Alec Benjamin – Older

Freitag: Chelsea Cutler hatte 2019 schon einmal eine Single zusammen mit Kygo, was ihr in der deutschen Wikipedia einen Eintrag als EDM-Musikerin eingebracht hat. In Wirklichkeit ist ihre Musik eher dem Bedroom Pop zuzuordnen, hält sich aber auch live ordentlich, wie man beim Coachella auf der undankbaren Startposition am Nachmittag sehen konnte. Unser Titel ist ein Bonustitel auf der am 4.3.2022 erschienenen Deluxe-Version ihres Albums “When I Close My Eyes”.
Wir spielen am 22.4.: Chelsea Cutler – What Everybody Wants

Am kommenden Wochenende gibt es auf Youtube noch das zweite Coachella-Wochenende, vermutlich aber mit nur wenig Live-Musik.

15. Kalenderwoche, 11. – 14. April
Special: Coachella 2022
(an Ostern)
Statt einer Album-Neuvorstellung haben wir in dieser Woche einen Streaming-Tipp: An Ostern findet in Kalifornien nach zweijähriger Corona-Pause wieder das schon legendäre Coachella-Festival statt. In den Jahren vor der Pandemie war das Festival berühmt-berüchtigt, weil jeder Instagram-Influencer, der etwas auf sich hielt, unbedingt Selfies von dort posten musste. Darüber ist manchmal in Vergessenheit geraten, dass das Konzertprogramm dort regelmäßig eines der fettesten Lineups zu bieten hat, das man weltweit zu sehen bekommt. Und das Schönste: das Ganze wird live auf Youtube übertragen, in diesem Jahr parallel auf gleich drei Live-Kanälen.
Headliner sind in diesem Jahr Harry Styles (Samstag früh unserer Zeit, vermutlich so gegen 7 Uhr morgens), Billie Eilish (Sonntag früh) und Swedish House Mafia x The Weeknd (Montag früh).
Die Live-Übertragungen beginnen am Ostersamstag um 1 Uhr nachts, hier sind die Links dorthin:
Coachella Live Channel 1
Coachella Live Channel 2
Coachella Live Channel 3
Wer sich an Ostern nicht die Nächte um die Ohren schlagen möchte, für den laufen tagsüber Wiederholungen der Highlights vom Tage. Es gibt vom Charts-Pop, über R&B, Rap, Indie-Rock und House Music alles zu sehen, was die aktuelle Musikszene bewegt, und die Macher des Festivals haben schon oft eine glückliche Hand bei der Buchung von noch relativ unbekannten, aber aufstrebenden Bands bewiesen.  Wenn wir richtig gezählt haben, sind es in diesem Jahr 180 Bands und Künstler, und davon jede Menge, die wir hier in dieser Rubrik schon einmal vorgestellt haben. Als kleinen Vorgeschmack spielen wir diese Woche fünf Titel von Interpretinnen, die beim Coachella-Festival dabei sind.

Wir spielen:
11.4.: Bishop Briggs – We Will Rock You (spielt in der Nacht von Freitag auf Samstag)/ Megan Thee Stallion – Flamin’ Hottie (spielt in der Nacht von Samstag auf Sonntag) (zwei Coverversionen für Werbespots…)
12.4.: The Regrettes – Anxieties (Out Of Time) (spielen in der Nacht von Freitag auf Samstag) / neues Album erschienen am 8.4.)
13.4.: Anitta – Boys Don’t Cry (spielt in der Nacht von Samstag auf Sonntag / Pop aus Brasilien)
14.4.: Beabadoobee – Talk (spielt in der Nacht von Sonntag auf Montag / Vorabsingle zum neuen Album, das im Juli erscheint)

Ein Hinweis noch: Anders als sonst bei Youtube kann man die Übertragungen nach dem Ende des Festivals nicht mehr ansehen. Am zweiten Coachella-Wochenende eine Woche später gibt es meistens nur Specials. Wer sich also also die volle Dröhnung geben möchte, muss dies an Ostern tun. Es lohnt sich…

14. Kalenderwoche, 4. – 8. April
Confidence Man – Tilt
(erschienen am 1.4.2022)
Ja, schon klar, die dickste Neuerscheinung der Woche ist das neue Album der Red Hot Chili Peppers, aber mal ehrlich: da weiß man sowieso, was man bekommt (vielleicht etwas müder als früher), und Hinz und Kunz haben das eh schon abgefrühstückt.
Wir bleiben lieber noch eine Woche beim Thema der unterbewerteten Bands mit Wachstumspotenzial, in dieser Woche die Australier von Confidence Man. Im Vorfeld des neuen Albums haben die mit “Holiday” unserer Meinung nach einen der Banger des Jahres abgeliefert, und wir hätten unser Häuschen darauf verwettet, dass das ein größerer Hit wird (und verloren). Was den internationalen Erfolg angeht, ist da noch Luft nach oben, und vielleicht ändert sich das mit dem neuen Album, das von der Musikkritik schon recht freundlich aufgenommen wurde. Im Prinzip machen Confidence Man dort das, was Cannons (siehe letzte Woche) für die 80er gemacht haben, für die 90er. Das Album trifft exakt den Groove der Dance- und House-Music der frühen bis mittleren 90er und gibt sich auch nicht mit Nebensächlichkeiten wie Balladen ab. Manchmal etwas trashig (“All the girls say huuh, all the boys say aah”, What I Like), aber immer Fun.

Wir spielen:
4.4.: Feels Like A Different Thing
5.4.: Luvin U Is Easy
6.4.: Push It Up
7.4.: What I Like
8.4.: Woman

13. Kalenderwoche, 28. März – 1. April
Cannons – Fever Dream
(erschienen am 25.3.2022)
Räumen wir mal zuerst weg, was gegen die Band spricht: Bei Live-Auftritten hinterlassen sie irgendwie den Eindruck einer Coverband auf einer Dorfkirmes, siehe hier, hier oder hier.  Wenn man ganz fies wäre, könnte man auch ihrem gesamten musikalischen Output bescheinigen, dass er sich anhört wie ein Soundtrack zu einem der in den 80ern so beliebten Softsex-Filme – man vergleiche mal die Musik hier im Hintergrund des Trailers zu “9 1/2 Wochen”…
Genremäßig gehören Cannons zum Dream Pop oder Chillwave, wo wir bereits vor einigen Wochen das neue Album von Beach House vorgestellt haben, das musikalisch allemal innovativer und abwechslungsreicher ist.
Aber: Cannons bringen diesen nostalgischen 80er-Sound einfach komplett auf den Punkt. Der eskapistisch fluffige Sound eignet sich perfekt zum Staubsaugen, Cabriofahren oder einfach Abhängen. In den Youtube-Kommentaren ist das meistbenutzte Wort zur Band “unterbewertet”, und dem schließen wir uns an. Die Band erfindet das musikalische Rad nicht neu, zieht ihr Ding aber so perfekt durch, dass sie allemal mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Das neue Album ist das erste, das bei einer großen Plattenfirma erschienen ist, und vielleicht wird es jetzt ja mal etwas mit dem großen Durchbruch. Die drei Abräumer des Albums “Bad Dream“, “Ruthless” und “Hurricane” laufen bereits seit einiger Zeit bei uns im normalen Programm, wir hören diese Woche in den Rest des Albums rein.

Wir spielen:
28.4.: Come Alive
29.4.: Strangers
30.4.: Tunnel Of You
31.3.: Goodbye
1.4.:  Purple Sun

12. Kalenderwoche, 21. – 25. März
Charli XCX / Little Boots / Kungs
(alle erschienen am 18.3.2022)
Was haben wir im letzten Jahr gemeckert, dass die Disco-Welle von 2020 so schnell wieder verschwunden war. Nun, bei den Neuerscheinungen dieser Woche ist der 4/4tel-Beat wieder mit Macht zurück. Charli XCX (Album “Crash“) und Little Boots (“Album “Tomorrow’s Yesterdays“) bemühen sich zwar auch um etwas Abwechslung auf den neuen Alben, aber eher mit mittelprächtigen Ergebnissen. Beide Alben klingen etwas unentschlossen, wo die weitere musikalische Ausrichtung hingehen soll, haben aber immerhin ein paar Bretter für den Dancefloor zu bieten. Der französische DJ von Kungs  (Album “Club Azur“) zieht den Beat zwar konsequent durch, kaut aber auf dem größten Teil des Albums nur Ideen von vorgestern durch, so dass unser vorgestellter Titel neben den vorab veröffentlichten Singles der einzig erträgliche Track des Albums ist. Wie der Google-Übersetzer im Link oben ganz richtig sagt: ein Album mit kleinen Zwiebeln… ;-). Fazit: Unsere 5 Titel der Woche sind was für die Sommer-Playlist, der Rest muss nicht unbedingt sein.

Wir spielen:
21.3.: Charli XCX – Used To Know Me
22.3.: Little Boots – Heavenly
23.3.: Kungs & The Knocks – People
24.4.: Little Boots – Out (Out)
25.3.: Charli XCX – Good Ones

11. Kalenderwoche, 14. – 18. März
Wet Leg / Franz Ferdinand
(erscheint am 8. April 2022 / erschienen am 11.3.2022)
Wet Leg gehören zu den derzeit angesagtesten Indie-Bands, noch bevor ihr Debütalbum überhaupt erschienen ist. Die Band stammt von der britischen Kanalinsel Isle Of Wight und besteht im Kern aus den Schulfreundinnen Rhian Teasdale und Hester Chambers. Die erste Single “Chaise Longue” wurde direkt zum viralen Hit, und es folgten noch weitere Ohrwürmer mit Schrammelgitarren und leicht anzüglichen Texten. Erinnert uns im besten Sinne an die B52s. Vor einigen Tagen gab es den ersten Auftritt in einer US-Late-Night-Show – für die Band geht es gerade nur steil nach oben. Das Debütalbum erscheint am 8. April, wir bedienen uns hier bei den 5 bereits erschienen Vorab-Titeln.
Franz Ferdinand waren 2004 in der Rolle der angesagtesten Indie-Band. Auch hier waren es Ohrwürmer mit Schrammelgitarren (“Take Me Out“) und abgefahrenen Texten (“Wir trinken Schampus mit Lachsfisch…” – Darts Of Pleasure), die sie für einige Zeit zur hipsten britischen Band machten. In der Zwischenzeit wurde es etwas ruhiger um die Band, aber jetzt gibt es das gerade erschienene Greatest Hits-Album “Hits To The Head” mit immerhin zwei neuen Titeln, die wir hier gern vorstellen.

Wir spielen:
14.3.: Wet Leg – Chaise Longue
15.3.: Wet Leg – Wet Dream
16.3.: Wet Leg – Angelica
17.3.: Franz Ferdinand – Curious
18.3.: Franz Ferdinand – Billy Goodbye

10. Kalenderwoche, 7. – 11. März
Charlotte Adigéry & Bolis Pupul – Topical Dancer / Stromae – Multitude
(erschienen am 4.3.2022)
Etwas ungewöhnlichere Klänge in dieser Woche: Zwei der interessantesten Neuerscheinungen stammen aus Belgien. Charlotte Adigéry & Bolis Pupul wurden von den belgischen DJ-Königen Soulwax entdeckt und bringen auf ihrem Debüt kräftige elektronische Beats, deutliche Botschaften gegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit und eine gute Portion Humor in einer unverwechselbaren Mischung. Ein manchmal etwas sperriges, aber immer originelles und spannendes Album.
Stromae hatte vor fast exakt 12 Jahren einen internationalen Nr. 1-Hit (auch in Deutschland) mit “Alors on danse” und tauchte nach dem zweiten Album 2013 aus gesundheitlichen Gründen für längere Zeit ab. Sein Comeback ist eine Mischung aus Chanson und Folk-Einflüssen aus verschiedensten Ecken der Welt. Klingt interessant, aber doch ganz schön weit weg von seinem Erfolgstitel von damals.

Wir spielen:
7.3.: Charlotte Adigéry & Bolis Pupul – Blenda
8.3.: Charlotte Adigéry & Bolis Pupul – HAHA
9.3.: Stromae – Santé
10.3.: Stromae – Mauvaise journée
11.3.: Stromae – Mon amour

9. Kalenderwoche, 28. Februar – 4. März
Tears For Fears – The Tipping Point
(erschienen am 25.2.2022)
Ihre 80er-Jahre-Hits “Everybody Wants To Rule The World” und “Mad World” waren geprägt von der damaligen Kalte-Kriegs-Paranoia, und ausgerechnet jetzt bringen Tears For Fears nach 17 Jahren ein neues Album, das gebremsten Optimismus verströmt: “No Need To Worry About The World…” (aus “End Of Night“). Jungs, ihr habt gut reden.
Musikalisch bringt das Album Art-Pop auf höchstem Niveau, der jeden Anschein von Modernität oder Nostalgie vermeidet. Nicht unbedingt das Material, aus dem heutzutage Hits geschmiedet werden, aber die Fans von früher finden allemal genug vertraute Klänge.

Wir spielen:
28.2.: End Of Night
1.3.: Please Be Happy
2.3.: Rivers Of Mercy
3.3.: Long, Long, Long Time
4.3.: Break The Man

8. Kalenderwoche, 21. – 25. Februar
Oliver Tree – Cowboy Tears / Beach House – Once Twice Melody
(erschienen am 18.2.2022)
Jup, Oliver Tree hatten wir erst vor ein paar Wochen, aber jetzt ist das zweite Album des Tiktok-Stars raus, und nicht ganz überraschend hört sich das komplette Album wie eine 90er-Jahre-Retro-Hommage an Smash Mouth an – nicht besonders anspruchsvoll, aber ganz unterhaltsam.  Die Musik scheint aber extrem zu polarisieren: auf Youtube versammeln sich die Fans, während anderswo die Giftkübel ausgeschüttet werden. Nun, solange kein Remake von Shrek geplant ist, haben wir nichts zu befürchten.
Die US-Dream-Popper von Beach House huldigen auf dem neuen Album noch mehr als bisher dem Elektronik-Pop der 80er. Unschwer lassen sich Einflüsse von OMD, A Flock Of Seagulls, den Korgis oder Duran Duran raushören. Alles sehr hörbar, interessant arrangiert und von der Musikkritik bisher sehr wohlwollend aufgenommen.

Wir spielen:
21.2.: Oliver Tree – Swing & A Miss
22.2.: Oliver Tree – Freaks & Geeks
23.2.: Beach House – New Romance
24.2.: Beach House – Pink Funeral
25.2.: Beach House – Hurts To Love

7. Kalenderwoche, 14. – 18. Februar
Amber Mark – Three Dimensions Deep / Cat Stevens – Harold And Maude Soundtrack
(erschienen am 28.1.2022 & 11.2.2022)
Wenig Interessantes los bei den Neuerscheinungen dieser Woche, deswegen kramen wir noch einmal ein bereits vor zwei Wochen erschienenes Album heraus, das wir sträflicherweise übersehen haben: Amber Mark ist eine seit 2016 aktive US-Soul/R&B-Sängerin mit beträchtlichen stimmlichen Qualitäten. Ihr neues, zweites Album verpackt die Songs in geschmackvolle Beats, die ihre ganzen Qualitäten erst beim mehrmaligen Hören offenbaren. Ihre großartige Stimme hält das Interesse locker über die 17 Titel des Albums wach, und wer sich davon selbst ein Bild machen möchte, dem sei hier ein Video eines Mini-Konzerts für NPR empfohlen: Link zu Youtube.

Am Freitag gehen wir kurz 50 Jahre zurück: 1971 erschien der Film “Harold & Maude“, der sich in den Jahren danach das Prädikat “Kultfilm” redlich verdiente, woran auch der Soundtrack von Cat Stevens (mittlerweile “Yusuf”) nicht ganz unbeteiligt war. Abgesehen von einer limitierten LP vor 15 Jahren hat es aber satte 50 Jahre gedauert, bis jetzt erstmals ein richtiges Soundtrack-Album (als LP/CD und Download) zum Film erschienen ist. Wir spielen noch einmal einen der markantesten Titel, den es lange Zeit überhaupt nicht zu kaufen gab.

Wir spielen:
14.2.: Amber Mark – Softly
15.2.: Amber Mark – What It Is
16.2.: Amber Mark – Foreign Things
17.2.: Amber Mark – Bubbles
18.2.: Cat Stevens – If You Want To Sing Out, Sing Out

6. Kalenderwoche, 7. – 11. Februar
Bastille – Give Me The Future
(erschienen am 4.2.2022)
Bastille sind ja seit längerem Dauergast in den Radio-Playlisten (nicht nur bei uns), und uns faulen auch nicht unbedingt die Ohren ab, wenn mal wieder ein Titel von ihnen läuft. Trotzdem lässt uns das neue Album etwas unzufrieden und ratlos zurück. Es enthält netto 10 Titel, von denen 4 bereits vorab als Single veröffentlicht wurden und vier weitere (die wir in dieser Woche alle spielen), die noch als Singles folgen könnten. Wenn man das aber auf Albumlänge hört, fällt aber doch eine gewisse Formelhaftigkeit auf, und auch, dass die Band seit gut 10 Jahren überhaupt keine musikalische Weiterentwicklung durchgemacht hat. Radiosender freuen sich, weil hier ständig Nachschub kommt, ohne dass irgendwelche Risiken eingegangen werden. Aber würde die Musikredaktion sich das als Album zu Hause freiwillig anhören? Naaaah. Ach ja, das Album hat insgesamt so ein etwas dystopisch-futuristisches Motto, aber irgendwie ist das auch egal.

Wir spielen:
7.2.: Back To The Future
8.2.: Thelma + Louise
9.2.: Stay Awake?
10.2.: No Bad Days
11.2.: Plug In…

5. Kalenderwoche, 31. Januar – 4. Februar
Neil Young & Joni Mitchell & Nils Lofgren vs. Spotify
Ihr habt es vielleicht schon hier oder anderswo in den Nachrichten gehört: Neil Young ist sauer auf Spotify. Die ganze Geschichte kann man in jedem Nachrichtenfeed nachlesen, deswegen hier nur eine Kurzfassung:
Begonnen hat alles mit einem offenen Brief von einigen hundert Ärzt/inn/en und Krankenpfleger/inn/en, die sich bitterlich darüber beklagen, dass Spotify in einer seit Silvester verbreiteten Podcast-Folge Lügen und Desinformationen zu Impfungen und zur Corona-Pandemie auf die Menschheit losgelassen hat. Dieser offene Brief war in der letzten Woche Anlass für Neil Young, Spotify ein Ultimatum zu stellen und sich entweder für seine Musik oder diesen Podcast zu entscheiden. Spotify entfernte daraufhin die Musik von Neil Young aus dem Katalog. Über das Wochenende haben sich jetzt auch Joni Mitchell und Nils Lofgren dem Protest angeschlossen und ihr Repertoire aus Spotify entfernen lassen.
Es geht bei dieser Aktion nicht nur darum, dass Spotify diesen Podcast verbreitet. Spotify wirft dem Macher des Podcasts auch noch einen Berg Geld hinterher und bewirbt ihn aktiv.
Wir sind gespannt, ob sich noch weitere Musiker der Aktion anschließen werden und widmen den Altstars diese Woche unsere Rubrik: Musik, die es bei Spotify nicht zu hören gibt.
Update 31.1.: Spotify hat angekündigt, Podcasts mit problematischen Inhalten zu Corona mit Links zu seriösen Quellen zu ergänzen. Es ist noch nicht klar, ob das reicht, um die zunehmende Kritik zu besänftigen.
Update 3.2.: Wie es aussieht, haben sich jetzt auch India.Arie und Graham Nash dem Protest angeschlossen. Spotify kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Wir spielen:
31.1.: Neil Young & Crazy Horse – My My, Hey Hey (Out Of The Blue)
1.2.: Joni Mitchell – Big Yellow Taxi
2.2.: Nils Lofgren – No Mercy
3.2.: Joni Mitchell – This Flight Tonight
4.2.: Neil Young & Crazy Horse – Cinnamon Girl

4. Kalenderwoche, 24. – 28. Januar
Aurora – The Gods We Can Touch
(erschienen am 21.1.2022)
Die norwegische Sängerin Aurora hat seit ihrem ihrem Debütalbum 2016 einen festen Stammplatz in dieser Rubrik und unserer Musikrotation. Das neue Album bringt die bereits bewährte Mischung aus elfenhaftem Folk-Gesang und Electro-Pop, ist aber noch eine ganze Klasse souveräner als die bisherigen Alben. Bedeutet: das Album ist komplett durchhörbar und umschifft sicher die Klippen zum Kitsch, die in diesem Musikgenre immer bedenklich nahe lauern. Unsere unmaßgebliche Meinung: das bisher beste Album der Norwegerin (auch wenn ihr begnadetes Cover von “Rasputin” leider nicht enthalten ist).

Wir spielen:
24.1.: Everything Matters (feat. Pomme)
25.1.: A Temporary High
26.1.: Blood In The Wine
27.1.: The Innocent
28.1.: Exist For Love

Bonus #1: Wie es der Zufall so will, ist in dieser Woche noch ein Album einer weiteren norwegischen Sängerin erschienen, die musikalisch fast das gleiche Feld beackert:
Kate Havnevik – Lightship
Hat nicht ganz für die CD der Woche gereicht, ist aber ein gutes Komplementärstück zum Album von Aurora. Hier ein paar Links zu Videos des Albums:
Camp High Hunt Low
Zamami
Into Dark

Bonus #2: Und so ganz zufällig hat auch die schwedische Sängerin Pauline Skott (auch schon oft in dieser Rubrik zu Gast) in dieser Woche ein Mini-Album veröffentlicht, das musikalisch ebenfalls genau in dieses Genre passt:
Skott – A Letter From The Universe
Auch hier ein paar Links zu Youtube:
Rule The World
It’s Not Too Late
On The Verge

3. Kalenderwoche, 17. – 21. Januar
Special: Oliver Tree

(erschienen 2016 – 2022)
Vielleicht werden wir für manche Dinge einfach zu alt: der kometenhafte Aufstieg von Oliver Tree ist bisher komplett an uns vorbeigerauscht, und deswegen holen wir das in dieser Woche mit einem kleinen Special nach.
Oliver Tree stammt aus den USA, macht stilistisch vom US-Indie-Rock der 90er beeinflusste Musik und erschien 2016 mit seiner Debütsingle “When I’m Down” auf der Bildfläche. Es folgten weitere Singles und 2020 dann das Album “Ugly Is Beautiful”. So weit so unspektakulär, aber 2021 wurde dann der auf dem Album enthaltene Titel “Life Goes On” zum viralen Monster: das erst vor 7 Monaten erschienene Video zum Titel hat mittlerweile 167 Millionen Views, und der Song steht für 2021 an 6. Stelle der am meisten genutzten Songs für Tiktok-Videos (hier eine kleine Zusammenstellung davon auf Youtube). Und ganz aktuell findet sich der Titel z.B. auch auf der Hit-Compilation “MegaHits 2022“. Für Februar steht das zweite Album “Cowboy Tears” an, und die Vorab-Single dazu haben wir diese Woche auch dabei. Für Oliver Tree geht es also zur Zeit steil nach oben, und wir werden vermutlich noch einiges mehr von ihm hören und sehen.

Wir spielen:
17.1.: Life Goes On (vom Album “Ugly Is Beautiful”, erschienen 17.7.2020)
18.1.: Cowboys Don’t Cry (vom Album “Cowboy Tears”, erscheint am 18.2.2022)
19.1.: Let Me Down (feat. blink-182) (Single, erschienen am 16.7.2020)
20.1.: When I’m Down (feat. Whethan) (Single, erschienen am 21.10.2016)
21.1.: Alien Boy (Single, erschienen am 16.2.2018)

2. Kalenderwoche, 10. – 14. Januar
The Weeknd – Dawn FM
(erschienen am 7.1.2022)
Das letzte Album “After Hours” erschien exakt in der Woche, als es mit Corona so richtig losging (13. KW 2020), und The Weeknd hat es schon wieder geschafft, genau in die anlaufende Omikron-Welle hineinzugeraten. “Dawn FM” ist aufgebaut wie ein Radioprogramm (mit Jim Carrey als DJ), und da es bei den Titeln praktisch keine Ausfälle gibt, gehen die 52 Minuten Laufzeit des Albums runter wie nix. Der mittlerweile gefestigte Superstar-Status von The Weeknd bringt es wohl mit sich, dass die Texte manchmal in ziemlich pseudo-esoterischem Geschwafel verblubbern, aber seis drum: nach erst 7 Tagen haben wir hier schon eines der definierenden Pop-Alben für 2022, und da sind wir uns mal mit den Musikkritikern vom Rolling Stone und vom Guardian einig. Eine leise Kritik sei erlaubt: für unseren Geschmack langt The Weeknd etwas zu tief in die Kiste der 80er Sounds. Trotz untadeliger Produktion überschreitet das schon manchmal die Schwelle von der Hommage zum Klischee.

Wir spielen:
10.1.: Less Than Zero
11.1.: Is There Someone Else?
12.1.: Gasoline
13.1.: I Heard You`re Married (feat. Lil Wayne)
14.1.: How Do I Make You Love Me?

1. Kalenderwoche, 3. – 7. Januar
Die Lieblingsalben der internationalen Musikkritik 2021

Zu Jahresbeginn wieder unsere Übersicht über die nach Meinung der Musikkritiker besten Alben des Jahres, die wir bisher übersehen oder ignoriert haben. Alle aufgeführten Alben sind bei der Sammelseite Metacritic unter den Top 10 der bestbewerteten Alben. Wie in jedem Jahr kommentieren wir das mit “Hm….”.

Wir spielen:
3.1.: Wolf Alice – Delicious Things (aus dem Album “Blue Weekend” – Platz 8)
4.1.: Biffy Clyro – A Hunger In Your Haunt (aus dem Album “The Myth Of The Happily Ever After” – Platz 7)
5.1.: Turnstile – Alien Love Call (feat. Blood Orange) (aus dem Album “Glow On” – Platz 3)
6.1.: Self Esteem – Fucking Wizardry (aus dem Album “Prioritise Pleasure” – Platz 2)
7.1.: Ghetts – 10.000 Tears (feat. Ed Sheeran) (aus dem Album “Conflict Of Interest” – Platz 1)

Und hier als Bonus noch ein Link zum jährlichen Video von DJ Earworm, der in gewohnt genialer Weise in 4 Minuten den Stand der aktuellen Popmusik 2021 zusammenfasst.

50. Kalenderwoche, 13. – 17. Dezember
Last Christmas
Dieselbe Prozedur wie im letzen Jahr? Dieselbe Prozedur wie in jedem Jahr! Seit 2013 stellen wir hier jedes Jahr vor Weihnachten 5 alternative Versionen des Weihnachts-Dauerbrenners vor. Wir haben mittlerweile 112 verschiedene Fassungen von “Last Christmas” im Archiv, und jedes Jahr kommen wieder neue dazu. Dieses Mal: J-Pop, Blasmusik, Jazz-Funk und Latino-Pop.
Unten gibts als Bonus noch Links zu drei Versionen, die wir leider nur als Video gefunden haben. Ansehen!

Wie spielen:
13.12.: Tokyo Ballroom Orchestra – Last Christmas
14.12.: Andreas Gabalier – Last Christmas (feat. Gregor Meyle)
15.12.: Funkmammoth – Last Christmas
16.12.: Ana y Obed – Last Christmas
17.12.: Sound Orchester Burgthann – Last Christmas

und noch mehr als Video:
Boris Johnson ft. Michael Gove – Last Christmas
Bottle Boys – Last Christmas
12 Girls Band – Last Christmas

49. Kalenderwoche, 6. – 10. Dezember
LP – Churches

(erschienen am 3.12.2021)
Laura Pergolizzi alias LP präsentiert sich auf dem Albumcover wie Lou Reed oder Iggy Pop, und das führt dann doch ein wenig in die Irre. Zu hören gibt es wie schon auf den letzten Alben von LP etwas operettenhaften Western-Pop mit einer unverwechselbaren markanten Stimme. Die beiden ordentlichen Vorab-Singles “One Last Time” und “How Low Can You Go”  drehen auf unserem Sender bereits seit einiger Zeit ihre Runden, und wir widmen uns hier dem Rest des Albums. Eine wirkliche musikalische Weiterentwicklung seit ihrem Megahit (423 Millionen Plays auf Youtube) “Lost On You” von 2016 ist nicht zu erkennen, aber das ist in diesem Fall nicht so tragisch, weil LP eine Nische besetzt, die sonst kaum jemand ausfüllt.

Wir spielen:
6.12.: Everybody’s Falling In Love
7.12.: Yes
8.12.: Can’t Let You Leave
9.12.: My Body
10.12.: The One That You Love

48. Kalenderwoche, 29. November – 3. Dezember
Various Artists – Forza Horizon 5: Hospital Soundtrack

(erschienen am 26.11.2021)
Nein, der Albumtitel bezieht sich nicht auf die gegenwärtige Corona-Lage. Hospital Records ist ein auf Drum & Bass spezialisiertes Londoner Plattenlabel. Aber der Reihe nach: Musik spielt in Computerspielen oft eine wichtige Rolle, und das gilt erst recht für Spiele, in denen viel Auto gefahren wird. Dort gehört es zum guten Ton, dass gleich mehrere “Radiostationen” angeboten werden, mit denen man sich die Fahrt versüßen kann. Unübertroffen bei der Auswahl der Playlisten ist immer noch die GTA-Reihe, aber die Forza Horizon-Rennspielreihe konnte oft mit einer ziemlich guten Pop– und Indie-Playliste mithalten. Bei der nunmehr 5. Ausgabe, die vor einigen Wochen erschienen ist, ist der Soundtrack insgesamt etwas müde und luschig geraten, aber der Hospital Records-Kanal, der sich seit Forza Horizon 2 einen Stammplatz im Spiel gesichert hat, sorgt diesmal für eine angenehme Überraschung. Drum & Bass sollte eigentlich mittlerweile mausetot sein, aber diese jetzt auch als Album erschienene Kollektion haucht dem Genre wieder Leben ein, mit Titeln, die wie Schiller auf Speed klingen. Die ideale Musik zum Autofahren – aber immer daran denken: auf der A31 gibt es keine Bonuspunkte fürs Begrenzungspfähle umnieten.

Wir spielen:
29.11.: S.P.Y – Illusion Of Time
30.11.: Makoto & Mitekiss – Trial Mountain (feat. Karina Ramage)
1.12.:  Bop & Subwave – Zaichik
2.12.: Degs – Unwritten
3.12.: Keeno – Communications

47. Kalenderwoche, 22. – 26. November
Adele – 30

(erschienen am 19.11.2021)
Nein, es gibt kein Entkommen, Adele ist jetzt überall. Wir mögen im übrigen nach dem ersten Durchhören die Uptempo-Titel in der Mitte des Albums am liebsten und werden die auch hier spielen – der Rest ist halt Adele, wie man sie kennt. Hier noch ein paar Links zu dem, was der Rest der Welt von diesem Album hält:
Musikexpress / Rolling Stone (deutsch) / Rolling Stone (US) / NME / Pitchfork / Deutschlandfunk / Süddeutsche Zeitung / The Guardian / Spiegel (Paywall) / Zeit (Paywall) / NOZ (Paywall) usw. usw. usw.

Wir spielen (ohne Paywall):
22.11.: Cry Your Heart Out
23.11.: Oh My God
24.11.: Can I Get It
25.11.: My Little Love
26.11.: I Drink Wine

46. Kalenderwoche, 15. – 19. November
Taylor Swift – Red (Taylor’s Version)

(erschienen am 12.11.2021)
Die Vorgeschichte sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein: Taylor Swift trennt sich 2018 von ihrer Plattenfirma. Die verhökert ihre alten Alben an einen Spekulanten, der sie nach einiger Zeit an eine Investment-Firma weiterverkauft. Taylor Swift ist stinksauer und beschließt, ihren ganzen Back-Katalog an Alben noch einmal neu aufzunehmen, um den Spekulanten die Suppe zu versalzen. Wir haben hier eigentlich schon vor einiger Zeit beschlossen diese Privatfehde zu ignorieren, aber Taylor Swift macht es uns sehr schwer. Ihre Neuauflage des 2012er-Albums “Red” enthält gleich 9 neue bisher unveröffentlichte Songs, die sich nahtlos in das alte Album einfügen und es mit jetzt 30 Titeln zur definitiven Version machen. Die Änderungen bei den alten Titeln sind eher marginal und nur für Fans interessant – die Stimme klingt etwas erwachsener und die Instrumentierung ist eine Spur präsenter, aber der Killer sind die neuen Titel, unter denen sich noch ein (zweites) Duett mit Ed Sheeran befindet und eines mit Phoebe Bridgers. “Red” signalisierte 2012 für Taylor Swift eine stilistische Neuausrichtung vom Country zum Breitwand-Pop, was dann  2014 zu ihrem erfolgreichsten Album “1989” führte, und wir sind jetzt tatsächlich wieder interessiert, was sie damit anstellt.

Wir spielen (nur die neuen Titel):
15. 11.: Babe (Taylor’s Version) (From The Vault)
16.11.: Message In A Bottle (Taylor’s Version) (From The Vault)
17.11.: Run (Taylor’s Version) (From The Vault) (feat. Ed Sheeran)
18.11.: The Very First Night (Taylor’s Version) (From The Vault)
19.11.: Nothing New (Taylor’s Version) (From The Vault) (feat. Phoebe Bridgers)

45. Kalenderwoche, 8. – 12. November
Diablo Swing Orchestra – Swagger & Stroll Down The Rabbit Hole

(erschienen am 2.11.2021)
Das Diablo Swing Orchestra wird in Fachkreisen gemeinhin unter Metal einsortiert. Das bereitet uns so gut wie überhaupt nicht auf das vor, was auf diesem Album zu hören ist. Auch wenn auf den meisten Titeln des Albums auch die Schredder-Gitarren zu ihrem Recht kommen, unternimmt die schwedische Band hier einen wilden Ritt durch diverseste musikalische Genres. Wir haben uns beim Durchhören eines Albums lange nicht mehr so gut unterhalten, weil jeder Titel die Erwartungshaltung immer wieder aufs neue durchbricht. Wir wollen an dieser Stelle nicht zuviel zu den einzelnen Titeln verraten, aber die Band hat das Album nicht zufällig am 2.11., dem mexikanischen Dia de los Muertos, veröffentlicht, wie man am Montag bei uns hören kann.

Wir spielen:
8.11.: Celebremos Lo Inevitable
9.11.: Jig Of The Century
10.11.: Speed Dating An Arsonist
11.11.: Snake Oil Baptism
12.11.: Out Came The Hummingbirds

44. Kalenderwoche, 1. – 5. November
Ed Sheeran – = (“Equals”)
Tom Gregory – Things I Can’t Say Out Loud
The War On Drugs – I Don’t Live Here Anymore

(alle erschienen am 29.10.2021)
Die ersten vier Tage lauschen wir einer Leistungsschau der industriellen Musikproduktion. Im Englischen gibt es dafür den Begriff “Design By Committee“: Ed Sheerans Hit “Bad Habits“, der sich auch auf dem neuen Album findet, führt in den Credits gleich 6 Songschreiber/innen auf, Tom Gregorys “River“, das bei uns auch schon zu oft lief, hat 5 davon in den Credits. Das muss nicht zwingend schlecht sein, aber es hat wohl seinen Grund, warum man die Alben von Ed Sheeran und Tom Gregory musikalisch kaum voneinander unterscheiden kann. Musik des kleinsten gemeinsamen Nenners.
Der persönliche Lieblingssong dieser Woche stammt aber von den US-Indie-Rockern The War On Drugs: Sänger Adam Granduciel röchelt sich wie eine Mischung aus Bruce Springsteen und Bob Dylan durch epische 6 Minuten, die musikalisch wie eine Mischung aus Tom Petty und Bruce Hornsby klingen. Bei The War On Drugs werden die Songs immer besser, je länger sie sind.

Wir spielen:
1.11.:  Ed Sheeran – Collide
2.11.: Ed Sheeran – Stop The Rain
3.11.: Tom Gregory – Love Come Get Me
4.11.: Tom Gregory – Footprints
5.11.: The War On Drugs – Change

Auch diese Woche noch erschienen: neue Alben von Kyary Pamyu Pamyu und Nightmares on Wax, und ein Comeback der 80er-Helden von The The.

43. Kalenderwoche, 25. – 29. Oktober
Elton John – The Lockdown Sessions
Duran Duran – Future Past
ZAZ – Isa
Agnes – Magic Still Exists
Lana Del Rey – Blue Banisters

(alle erschienen am 22.10.2021)
Viel zu viele Neuerscheinungen in dieser Woche, deswegen diesmal nur jeweils ein Track von 5 relevanten Alben, die gerade erschienen sind.
Das Allstar-Album von Elton John, auf dem er mit einer Vielzahl von Kollegen alte und neue Songs versammelt hat, ist die musikalische Wundertüte des Jahres – einmal querbeet durch alles, was heute oder früher mal angesagt war. Für Leute mit offenen Ohren ist das ok, aber viele werden das empfinden wie diese Pralinenmischungen, wo man immer die Hälfte liegen lässt. Wir haben einen Titel rausgesucht, der sich noch anhört wie Elton John von früher: ein Duett mit Stevie Nicks von Fleetwood Mac.
Die Alben von Duran Duran waren schon immer Glückssache, was das Verhältnis von Hits zu Nieten angeht. Diesmal ist das Verhältnis ganz ordentlich – etwa die Hälfte der Titel klingen wie Duran Duran klingen sollten, nämlich nach potenziellen Singles.
Die französische Chansonette ZAZ hatte ihren Durchbruch 2010 mit dem Titel “Je Veux”, der ihr andauernden Erfolg in Deutschland und Frankreich einbrachte: Ihre vier Alben bisher erreichten in Deutschland und Frankreich alle Top 10-Platzierungen. Das neue Album setzt die musikalische Linie mit lockerem Folkpop fort und dürfte alle Frankophilen wieder erfreuen.
Das Disco-Revival von 2020 war so schnell wieder vorbei wie es gekommen war, aber zumindest die schwedische Sängerin Agnes hält weiter die Fahne hoch. Ein solides Album für Freunde des Genres.
Nach nur einem halben Jahr legt Lana Del Rey nach dem eher etwas enttäuschenden “Chemtrails Over The Country Club” schon wieder nach, und es freut uns, dass wir eine Rückkehr zu früherer Form vermelden können, wie man an unserem herausgesuchten Titel hören kann.

Wir spielen:
25.10.: Elton John & Stevie Nicks – Stolen Car
26.10.: Duran Duran – Hammerhead (feat. Ivorian Doll)
27.10.: ZAZ – Imagine
28.10.: Agnes – Love And Appreciation
29.10.: Lana Del Rey – If You Lie Down With Me

42. Kalenderwoche, 18. – 22. Oktober
Finneas / Coldplay

(alle erschienen am 15. Oktober 2021)
Die Vorweihnachtszeit beginnt, und die Musikindustrie fährt jetzt ihre Moneymaker auf, die noch eben das Kleingeld einsammeln sollen, bevor im nächsten Monat Adele und Abba das Musikbudget der Konsumenten endgültig abräumen.
Finneas (Album: “Optimist”) hat sich einen Namen gemacht als Songschreiber und Produzent seiner Schwester Billie Eilish, und einige Titel auf seinem Debütalbum hätten auch gut auf das vor kurzem erschienene Schwester-Album gepasst. Nach erstem Durchhören ist uns das Album etwas zu downtempo, um es wirklich zu mögen, aber Finneas ist fraglos eines der großen aufstrebenden Songwriter- und Produzenten-Talente. Mit unserem Mittwochs-Titel leiten wir direkt zum zweiten Album der Woche über, denn “Hurt Locker” hätte auch 1:1 auf das neue Coldplay-Album “Music Of The Spheres” gepasst. Das setzt leider den Trend den Trend der letzten Coldplay-Alben zu etwas seifig/belangloser Popmusik fort und man mag kaum glauben, dass es sich hier um eine der größten Stadion-Live-Bands handelt. Immerhin gibt es einen schönen, schon fast weihnachtlichen A capella-Titel, bei dem Coldplay dem Stimmen-Zauberer Jacob Collier das Ruder überlassen haben.

Wir spielen:
18.10.: Finneas – Happy Now?
19.10.: Finneas – Medieval
20.10.: Finneas – Hurt Locker
21.10.: Coldplay – Biutyful
22.10.: Coldplay X We Are KING X Jacob Collier – Human Heart

41. Kalenderwoche, 11. – 15. Oktober
Matt Maltese – Good Morning It’s Now Tomorrow / Magdalena Bay – Mercurial World

(erschienen am 8.10.2021)
Die Interpreten unserer Alben der Woche haben gemeinsam, dass sie ihre Fans hauptsächlich über Tiktok versammeln. Bei beiden bewegen sich dort die Likes im siebenstelligen, die Follower im sechsstelligen Bereich – viel mehr als bei Youtube oder Instagram.
Matt Maltese ist ein britischer Singer/Songwriter, der auf seinem schon dritten Album freundlich-entspannten Pop liefert, der etwas an die 70er erinnert. Sehr stressfrei.
Magdalena Bay ist ein Synth-Pop-Duo (Mica Tenenbaum / Matthew Lewin) aus LA, die nach einer Reihe von Singles und EPs hier ihr Debütalbum vorlegen. Das musikalische Spektrum reicht von groovigen Disco-Nummern a la Kylie Minogue bis zu etwas lärmigerem Elektropop im Stile von Chvrches. Nette Webseite zum Album im Stil der 90er…

Wir spielen:
11.10.: Matt Maltese – Good Morning
12.12.: Matt Maltese – You Deserve An Oscar
13.10.: Matt Maltese – Oldest Trick In The Book (feat. Bedouine)
14.10.: Magdalena Bay – Secrets (Your Fire)
15.10.: Magdalena Bay – Mercurial World

Matt Maltese bei Tiktok
Magdalena Bay bei Tiktok

40. Kalenderwoche, 4. – 8. Oktober
…—…

Absolute Flaute bei den Neuerscheinungen dieser Woche. Wir nutzen die Zeit und fragen uns, was eigentlich die Leute hören, die der Ems-Vechte-Welle nicht lauschen. Aus diesem Grund spielen wir in dieser Woche die beliebtesten deutschsprachigen Titel auf Spotify (Stand 3.10.), von denen mit ziemlicher Sicherheit kein einziger bisher auf diesem Sender zu hören war*. Was lernen wir daraus? Keine Ahnung.

Wir spielen:
4.10.: Apache 207 – Vodka (Spotify Charts Platz 1)
5.10.: Montez – Auf & Ab (Spotify Charts Platz 4)
6.10.: Pajel – 10von10 (Spotify Charts Platz 7)
7.10.: Montez & badmómzjay – Mond (Spotify Charts Platz 8)
8.10.: Samra & TOPIC42 – Ich bin weg [Boro Boro] (feat. Arash) (Spotify Charts Platz 9)

*So ganz 100%ig können wir das gar nicht sagen, denn unsere Schlager-Crews am Wochenende machen ihr eigenes Programm, und da verfolgen wir nicht jeden Titel.

39. Kalenderwoche, 27. September – 1. Oktober
Die Ärzte – Dunkel / Public Service Broadcasting – Bright Magic

(erschienen am 24.9. und 21.9.2021)
Nach einem knappen Jahr schon wieder etwas Neues von den Ärzten, die die Coronapause wohl etwas zu produktiv genutzt haben, denn von den 19 Titeln auf “Dunkel” hätten einige doch in der Schublade bleiben können. Aber wir wollen nicht meckern, ihre Anti-Nazi-Hymnen sind immer noch so nötig wie eh und je.
Zum Wochenausklang gibt es noch eine Kostprobe aus dem neuen Album der britischen Art-Pop-Band Public Service Broadcasting. Die haben ein Konzeptalbum über Berlin veröffentlicht, das wie der “Stranger Things“-Soundtrack beginnt, wie der “Blade Runner“-Soundtrack endet und zwischendrin Einflüsse von Kraftwerk, Neu! und New Order mischt, mit einheimischen Gaststars (u.a. Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten, Nina Hoss). Interessant, aber fürs Radio taugt nur die Single “People, Let’s Dance“.

Wir spielen:
27.9.: Die Ärzte – Doof
28.9.: Die Ärzte – Dunkel
29.9.: Die Ärzte – Nachmittag
30.9.: Die Ärzte – Noise
1.10.: Public Service Broadcasting – People, Let’s Dance (feat. EERA)

38. Kalenderwoche, 20. – 24. September
Lil Nas X – Montero

(erschienen am 17.9.2021)
Nach “Old Town Road” dachten wir ja noch: One Hit Wonder, aber Lil Nas X hat sich binnen kürzester Zeit in die A-Liga der aktuellen Pop-Stars katapultiert. Seine Videos haben Hunderte Millionen Abrufe auf Youtube, und er räumte tonnenweise Preise von den Grammys bis zu den MTV Video Music Awards ab. Kaum zu glauben, dass dies hier erst sein Debütalbum ist. Und es ist ein recht solides Pop-Album geworden, wo Hip Hop eine weniger dominierende Rolle spielt als gedacht.

Wir spielen:
20.9.: Thats What I Want
21.9.: Montero (Call Me By Your Name)
22.9.: Lost In The Citadel
23.9.: Tales Of Dominica
24.9.: One Of Me (feat. Elton John)

37. Kalenderwoche, 13. – 17. September
Kacey Musgraves – star-crossed

(erschienen am 10.9.2021)
Kacey Musgraves befreit sich immer mehr von ihren Country-Wurzeln und liefert diesmal ein Album mit klassischem Singer-/Songwriter-Pop ab, das wie ihr disco-geprägtes letztes Album “Golden Hour” viele Inspirationen aus den 70ern bezieht. Die sonst eher gutgelaunte Kacey Musgraves verarbeitet hier eine Trennung, deswegen sind Stimmung und Tempo etwas gedämpfter als sonst, aber das Album enthält rundum hochklassige Songs ohne einen nennenswerten Ausfall. Ohne ihre Country-Vergangenheit hätte man sie spätestens jetzt als Gegenstück zu Ed Sheeran in Stellung gebracht. Erneut ein feines Album.

Wir spielen:
13.9.: breadwinner
14.9.: keep lookin’ up
15.9.: hookup scene
16.9.: star-crossed
17.9.: there is a light

36. Kalenderwoche, 6. – 10. September
Die Rache der Boomer

(alle erschienen am 3.9.2021)
Warum nur, warum?

Wir spielen:
6.9.:  David Hasselhoff (69) – We Didn’t Start The Fire
(vom Album “Party Your Hasselhoff”, Platz 12 der Download-Charts)
7.9.: Chris De Burgh (72) – Live Life, Live Well
(vom Album “The Legend Of Robin Hood”, Platz 10 der Download-Charts)
8.9.: Alex Christensen (54) & The Berlin Orchestra – Total Eclipse Of The Heart (feat. Bonnie Tyler (70))
(vom Album “Classical 80s Dance”, Platz 4 der Download-Charts)
9.9.: Iron Maiden (46) – The Writing On The Wall
(vom Album “Senjutsu”, Platz 1 der Download-Charts)
10.9.: ABBA (49) – Don’t Shut Me Down
(Platz 1 der Single-Download-Charts)

35. Kalenderwoche, 30. August – 3. September
Halsey – If I Can’t Have Love, I Want Power

(erschienen am 27.8.2021)
Wir verfolgen die Karriere von Halsey an dieser Stelle schon seit ihrem Debüt 2015 mit “New Americana“. Zuletzt waren wir nicht recht glücklich mit ihrer musikalischen Entwicklung, weil die immer mehr in Richtung einer blasseren Ausgabe von Pink driftete, auch wenn das kommerziell wohl recht erfolgreich war. Um so erfreuter können wir vermelden, dass das neue Album wohl das interessanteste ihrer Karriere geworden ist. Das dürfte zu einem großen Teil an den Produzenten Trent Reznor und Atticus Ross liegen, die ihre musikalische Vergangenheit bei den Nine Inch Nails und als Filmmusik-Komponisten hörbar mit eingebracht haben, was dem Album spürbar mehr Dampf und eine gewisse akustische Lust auf Experimente eingebracht hat.

Wir spielen:
30.8.: Bells In Santa Fe
31.8.: The Lighthouse
1.9.: Easier Than Lying
2.9.: You Asked For This
3.9.: Girl Is A Gun

34. Kalenderwoche, 23. – 27. August
Neues von Jake Bugg, Mano Le Tough, Vistas & Sturgill Simpson
(alle erschienen am 20.8.2021)
Wir überspringen an dieser Stelle das neue Lorde-Album, das sich leider auf sehr ausgetretenen (sprich: langweiligen) Singer-/Songwriter-Pfaden bewegt, und widmen uns interessanteren Dingen:
Britpop-Wunderkind Jake Bugg wird mit seinem neuen Album “Saturday Night, Sunday Morning” von den Musikkritikern gerade kräftig gerupft, und so ganz können wir das nicht verstehen: auch wenn dem Album in der zweiten Hälfte etwas die Puste ausgeht und einige der besseren Tracks schon seit einiger Zeit als Singles erhältlich waren, ist das doch recht solider Pop-Rock mit 70er-Anklängen. Reicht allemal für zwei Titel in unserer Wochenübersicht.
Mano Le Tough ist ein irischer, jetzt in Berlin lebender DJ, dessen erstes Album seit 2015 “At The Moment” eine recht abgefahrene Mischung aus Deep House und Psychedelic Rock-Elementen geworden ist. Die Vorabsingle “Aye Aye Mi Mi” (die auch bei uns im Programm läuft) war ein unterkühlter, housiger Insider-Hit, und in Verbindung mit dem Titel, den wir hier spielen, glaubt man kaum, dass das alles homogen zusammenpasst. Funktioniert aber, trotzdem wohl eher etwas für Spezialisten, wie man auch an der ratlosen Reaktion dieses Musikkritikers sehen kann.
Vistas ist eine schottische Band, die sich etwas auf stadiontaugliche Rock-Hymnen spezialisiert hat. Die musikalische Rezeptur auf ihrem zweiten Album “What Were You Hoping To Find?” kommt einem recht bekannt vor, aber sie machen das zumindest kompetent.
Sturgill Simpson stammt musikalisch eher aus der Country-Ecke, ist aber einem größeren Publikum durch das recht brachiale Rock-Album “Sound And Fury“, die zugehörige Single “Sing Along” und ein begleitendes Netflix-Anime-Special bekannt geworden. Das neue Album “The Ballad Of Dood & Juanita” ist klassischer Hillbilly, und das muss hier einfach mal sein. Mehr aus dieser Richtung gibt es auf diesem Sender immer dienstags und donnerstags um 22 Uhr.

Wir spielen:
23.8.: Jake Bugg – Kiss Like The Sun
24.8.: Jake Bugg – All I Need
25.8.: Mano Le Tough – Moment To Change
26.8.: Vistas – Stuck In Your Head
27.8.: Sturgill Simpson – Shamrock

33. Kalenderwoche, 16. – 20. August
Special: Kingsman Khan

(erschienen 2021)
Regelmäßige Leser dieser Rubrik kennen das schon: Hin und wieder machen wir das Trüffelschwein und graben noch völlig unbekannte Interpreten und Bands aus und stellen sie hier vor. Viel unbekannter als in dieser Woche geht es kaum noch – Kingsman Khan haben gerade mal 20 Fans bei Facebook und 17 Abonnenten bei Instagram. Hinter dem Projekt verbirgt sich, soviel haben wir herausbekommen, der Australier Alexander Gastrell, der als Kingsman Khan seit Anfang des Jahres ein halbes Dutzend Singles und eine EP veröffentlicht hat, mit denen er versucht, den Sound seiner australischen Musikerkollegen von Empire Of The Sun möglichst perfekt nachzuempfinden. Die hatten ihre beste Zeit um 2009 herum und haben danach nicht mehr viel gerissen, so dass es gar nicht mal so unplausibel ist, wenn jemand diesen Stil wiederbeleben möchte. Ob das auf Dauer trägt, ist eine andere Frage, denn die Variationsbreite der Titel ist nicht gerade riesig, aber für diese Woche haben wir allemal unseren Spaß daran. Einzusortieren ins Genre: Dreampop.

Wir spielen:
16.8.: Guides You Home (Single, erschienen am 9.8.2021)
17.8.: Before (von der EP “Here We Are”, erschienen am 4.1.2021)
18.8.: Work It Out (Single, erschienen am 27.6.2021)
19.8.: Jennifer (Single, erschienen am 6.2.2021)
20.8.: Here We Are (von der EP “Here We Are”)

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Als Bonus gibts diese Woche noch einen Surftipp: Ein ungarischer Programmierer hat unter der Adresse songslikex.com eine Seite zusammengezimmert, wo man seinen Lieblingssong eintippen kann und dann eine Playliste erhält mit Musik, die dazu passt. Das funktioniert überraschend gut, und oft entdeckt man dabei noch Perlen, die man noch nicht kannte. An unserem Interpreten dieser Woche beißt sich der Algorithmus aber auch die Zähne aus.

32. Kalenderwoche, 9. – 13. August
Ider – Shame
(erschienen am 6.8.2021)
Das britische Indie-Pop-Duo Ider haben wir an dieser Stelle vor fast genau zwei Jahren bereits mit ihrem Debüt-Album vorgestellt. Wir rekapitulieren kurz: Megan Markwick und Elizabeth Somerville hatten sich bereits mit einigen vorzüglichen Singles (die wir auch auf diesem Sender rauf und runter gespielt haben) Fans und das Wohlwollen der BBC erarbeitet. Das Album war dann etwas unspektakulärer. Danach versemmelte ihnen Corona einen geplanten Umzug nach Berlin, und Ider trennten sich sowohl von ihren Vokuhilas wie ihrem Plattenlabel, so dass das neue Album jetzt im Eigenvertrieb erscheint und auch selbst produziert wurde. Sowas hat Vor- und Nachteile: man merkt, dass Ider hier von der Leine gelassen wurden, aber dadurch mangelt es den neuen Titeln auch etwas an der Kompaktheit und Stringenz, die ihre früheren Werke auszeichnete. Auch wenn damit der ganz große Wurf noch ausgeblieben ist, werden wir die weitere Entwicklung von Ider hier weiter mit Interesse verfolgen.

Wir spielen:
9.8.: BORED
10.8.: cbb to b sad
11.8.: Knocked Up
12.8.: embarrassed
13.8.: Cross Yourself

31. Kalenderwoche, 2. – 6. August
Billie Eilish – Happier Than Ever

(erschienen am 30.7.2021)
Es lohnt sich kaum, wenn wir dazu auch noch unsere Meinung kundtun – die PR-Maschine läuft auf Hochtouren, und auch der Rest des Internets brummt. Nur soviel: wir sind es ein wenig leid, wenn sich Leute mit siebenstelligem Jahreseinkommen öffentlich über die Nachteile des Reichtums beklagen.

Wir spielen:
2.8.: Getting Older
3.8.: I Didn’t Change My Number
4.8.: Billie Bossa Nova
5.8.: Oxytocin
6.8.: OverHeated

30. Kalenderwoche, 26. – 30. Juli
Dee Gees – Hail Satin

(erschienen am 19.7.2021)
Das Schöne an den Foo Fighters ist, dass sie sich immer ihren Sinn für Humor bewahrt haben, sei es in ihren Musikvideos oder auch, wenn Dave Grohl sich auf Youtube einen Schlagzeug-Battle mit einem 10jährigen Mädchen liefert. Ganz in diesem Sinn haben die Foo Fighters zum diesjährigen Record Store Day am 17. Juli ein extrem limitiertes Vinyl-Album mit Cover-Versionen von Bee Gees-Hits veröffentlicht. Die LP wird bei Ebay bereits zu Preisen von jenseits der 100 Euro gehandelt, aber über die Streaming-Dienste bekommt man die Musik auch so. Wer es noch nicht direkt gemerkt hat: “Dee Gees” steht natürlich für Dave Grohl. Nun sind Coverversionen von Bee Gees-Hits keine so super-originelle Idee – das haben unter anderem bereits Coldplay, die Red Hot Chili Peppers und die Sesamstraße gemacht. Wir haben aber trotzdem unseren Spaß. Auf der B-Seite des Albums gibts übrigens noch ein paar Live-Titel von den Foo Fighters.

Wir spielen:
26.7.: Tragedy
27.7.: You Should Be Dancing
28.7.: Night Fever
29.7.: More Than A Woman
30.7.: Shadow Dancing

29. Kalenderwoche, 19. – 23. Juli
Barenaked Ladies, Tones And I & Musik für Autoscooter

(erschienen am 15. & 16.7.2021)
Es ist mehr los als sonst im Sommer bei den Neuerscheinungen, deswegen teilen wir die Woche wieder auf:
Montag & Dienstag: Die Barenaked Ladies sind eine kanadische Band, die Ende der 90er mit “One Week” und “It’s All Been Done” mittelschwere Hits hatten und danach fast komplett wieder in der Versenkung verschwunden wären, wenn sie nicht 2007 einen kleinen Coup mit dem Titellied zur “Bing Bang Theory” gelandet hätten. Trotzdem war von Ihnen außerhalb von 90er-Retro-Parties eher wenig zu hören, aber nun gibt es ein neues Album. Der radiofreundliche Pop-Rock auf “Detour de Force” reißt nicht vom Hocker, ist aber zumindest ganz erträglich.
Mittwoch & Donnerstag: Der australischen Sängerin Toni Watson alias “Tones And I” gelang vor zwei Jahren mit “Dance Monkey” ein internationaler Monsterhit (bis jetzt 1,6 Milliarden Views auf Youtube), vor dem es damals kein Entkommen gab. Es ist natürlich höllenschwer danach einen Anschluß zu finden, und so gibt es erst jetzt das Debütalbum “Welcome To The Madhouse”. Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass das Album zum größten Teil auf die Eignung für Tiktok-freundliche Dance-Moves abgestimmt wurde. Das tut auch nicht wirklich weh, aber na ja. Querdaumen.
Freitag: Die Schottin Anna Meredith ist eine “seriöse” klassische Komponistin, die immer mal wieder Ausflüge in die elektronische Musik unternimmt und dabei einige Fans bei den Freunden schrägerer Popmusik gefunden hat. Zu ihren Crossover-Erfolgen zählen das elefantöse “Nautilus“, der Soundtrack zur Netflix-Serie “Living With Yourself” und das wunderbare Musikvideo zum Titel “Paramour“. Das neue Album “Bumps Per Minute (18 Studies For Dodgems)” ist eine Auftragsarbeit für eine Ausstellung historischer Autoscooter (englisch: Dodgem) im Londoner Museum Somerset House, die am vergangenen Donnerstag eröffnet wurde und noch bis zum 22. August dort zu sehen ist (falls jemand Lust auf einen Ausflug ins Brexit- und Corona-geplagte England hat). Von zu Hause aus kann man aber zumindest an einem interaktiven Spiel am PC dazu teilnehmen. Ein wahrhaft abgefahrener Wochenschluss.

Wir spielen:
19.7.: Barenaked Ladies – Flip
20.7.: Barenaked Ladies – Good Life
21.7.: Tones And I – You Don’t Know My Name
22.7.: Tones And I – Cloudy Day
23.7.: Anna Meredith – Start Engines / BPM 200

P.S.: Eigentlich wollten wir in dieser Woche auch noch das neue Album der Band “Wavves” vorstellen, aber dann sind wir im Titel “Help Is On The Way” über folgende Textzeilen gestolpert: “It’s like a river wants to drown drown drown me, and then the dam breaks, I’m at the floodgates, I’m gonna let the water carry me away – help is on the way”, und das ist gerade nur noch gruselig, sorry.

28. Kalenderwoche, 12. – 16. Juli
Jam & Lewis, Vol. 1

(erschienen 9.7.2021)
Aus gegebenem Anlass unternehmen wir in dieser Woche einen kleinen Ausflug in die Musikgeschichte: Jimmy Jam (James Harris III.) und Terry Lewis waren in den 80ern eines der angesagtesten Produzenten- und Songschreiber-Duos, die für unzählige R&B- und Pophits verantwortlich waren. Ihr Signatur-Sound (hier z.B. bei der S.O.S. Band oder bei Human League) war unverkennbar und wurde oft kopiert. Am Anfang noch Teil des Musikerzirkus rund um Prince (als Mitglieder von The Time) hatten sie als Produzenten bald so viel zu tun (unter anderem mit einer ganzen Reihe von Alben, mit denen sie Janet Jackson zum Erfolg verhalfen), dass es bis jetzt dauerte, bis ein Album auf ihrem eigenen Ticket veröffentlicht wurde. Ihre Blütezeit ist jetzt satte 35 Jahre her, und Vol. 1 klingt denn auch schon etwas wie ein Alterswerk. Wir spielen deswegen am Anfang und am Ende der Woche den ersten und letzten Titel des neuen Albums und widmen uns dazwischen einigen Highlights aus ihrem Schaffen in den 80ern, mit Titeln, die bei uns sonst eher selten zu hören sind.

Wir spielen:
12.7.: Jam & Lewis & Sound Of Blackness – Til I Found You
13.7.: Janet Jackson – Rhythm Nation (1989)
14.7.: Change – Change Of Heart (1984)
15.7.: Pia Zadora – Dance Out Of My Head (The Dressed-Down Mix) (1988)
16.7.: Jam & Lewis – Babylove (feat. Morris Day, Jerome & The Roots)

27. Kalenderwoche, 5. – 9. Juli
The Go! Team – Get Up Sequences Part One

(erschienen am 2.7.2021)
Es ist in den letzten 10 Jahren bereits das vierte Mal, dass wir an dieser Stelle ein neues Album von The Go! Team vorstellen – die britische Indieband um den Bandleader Ian Parton ist uns einfach ans Herz gewachsen, mit ihrer unvergleichlichen Lo-Fi-Mischung aus 60er Jahre Loungecore-Grooves, 70er Jahre Soul, 80er Hiphop, Blaskapellen und Cheerleadergesängen. Fast wäre das diesmal nichts geworden, weil Bandchef Ian Parton von einer fiesen Ohrenerkrankung geplagt wird, die für Musiker natürlich besonders eklig ist. Vermutlich liegt es auch daran, dass der Krawallfaktor gegenüber früheren Großtaten (z.B. “Apollo Throwdown” von 2011) etwas zurückgenommen ist. Sie bleiben aber immer noch absolut unverwechselbar.

Wir spielen:
5.7.: Pow
6.7.: Cookie Scene
7.7.: Let The Seasons Work
8.7.: Tame The Great Plains (Instrumental)
9.7.: A Bee Without Its Sting

26. Kalenderwoche, 28. Juni – 2. Juli
Saint Motel – The Original Motion Picture Soundtrack

(erschienen am 25.6.2021)
Saint Motel ist eine seit 2009 aktive kalifornische Indieband, die hierzulande am ehesten durch das Intro zur ARD-Quizshow “Wer weiß denn sowas?” bekannt sein dürfte, das aus ihrem Song “My Type” stammt. Unseren Montagstitel wird man in etwa zwei Monaten auch am am Anfang der 15. Folge der 17. Staffel von “Grey’s Anatomy” hören, die gerade auf Pro 7 läuft. Das umreißt auch so ziemlich den Stil der Band: mitklatschfreundliche Pop-Hymnen, die ihnen trotz extremer Radiotauglichkeit noch nicht den ganz großen Durchbruch beschert haben, aber immer mal wieder gern für Soundtracks genommen werden.  Das neue Album ist denn auch ein Konzeptalbum, das einen imaginären Spielfilm darstellen soll (wir vermuten, einen Western). Die ersten zwei Drittel davon wurden bereits 2019 und 2020 als EPs veröffentlicht, und jetzt gibt es das Gesamtwerk als Album. Cinematische Elemente finden sich in fast jedem Titel, und einige Songs driften auch etwas Richtung Vaudeville oder Musical. Auf jeden Fall tauglich für die sommerliche Playlist.

Wir spielen:
28.6.: Van Horn
29.6.: It’s All Happening
30.6.: Sisters
1.7.: Bullet
2.7.: A Good Song Never Dies

25. Kalenderwoche, 21. – 25. Juni
Razz – Might Delete Later (EP)
(erschienen am 18.6.2021)
Hey Razz, wir haben euch unser sauer verdientes Geld in den Rachen geworfen, um eure neue EP zu erwerben – kauft euch ein Eis davon!
Wir machen uns etwas Sorgen um den Zustand der Karriere unserer heimischen Vorzeige-Rockband: Anders als das letzte Album ist die neue EP anscheinend im Eigenvertrieb erschienen. Was ist los, kein Plattenvertrag mehr? Wäre schade, denn die Musik ist gar nicht schlecht, und uns gefällt die neue, melodischere und mehr keyboardbetonte Richtung der Band aus Twist.  Die Single “Game” dreht schon seit einigen Wochen ihre Runden in unserer Hot Rotation, den Rest der EP stellen wir in dieser Woche vor.

Wir spielen:
21.6.: 1969 – Conrad
22.6.: Like You
23.6.: Constant Flow
24.6.: Ocean (Without Any Waves)
25.6.: Reverberating

24. Kalenderwoche, 14. – 18. Juni
Lang nichts mehr gehört von…

(alles erschienen am 10. & 11.6.2021)
Gemeinsames Oberthema unserer Neuvorstellungen in dieser Woche ist, dass Interpreten versuchen, an vergangene Großtaten anzuschließen. Das klappt mal besser, mal schlechter, wie wir hören werden.
Von Lorde hört man nur alle vier Jahre etwas: nach ihrem Durchbruch, der tatsächlich auch schon wieder 8 Jahre zurückliegt (und uns eine unvergessene South Park-Parodie bescherte), folgte 2017 das zweite Album “Melodrama” und danach lange Zeit nichts. Jetzt gibts eine neue Single, eine optimistische Hymne an den Sommer: “Solar Power”.
Ruth B. wurde bei ihrem Debüt 2017 hoch gehandelt (allein 152 Millionen Abrufe für ihr Video zu “Lost Boy“) – als Neuzugang in der Riege von Ariana Grande und Co. Danach wurde es etwas ruhiger um die kanadische Sängerin, und erst jetzt folgt das zweite Album, das mit Flausch-Balladen nahtlos an das erste anschließt. Unaufdringliche, freundliche und ziemlich zeitlose Musik.
Der Elektronik-Tüftler Steffen Linck alias Monolink hatte 2017 mit der Single “Sirens” einen Achtungserfolg, verschwand danach aber ziemlich in der Berliner Clubszene. Sein gerade erschienenes zweites Album “Under Darkening Skies” bringt zu wenig griffige Songs und zu viel Elektronik-Gefummel.
Bei Marina haben wir glatt verpasst, dass sie seit einiger Zeit nicht mehr als “Marina and the Diamonds” firmiert. Mit dem neuen, zweiten Album (“Ancient Dreams In A Modern Land”) unter dem neuen Namen kehrt sie nach einem Ausflug in den Mainstream-Pop wieder zu dem Sound zurück, mit dem sie früher recht erfolgreich war: operettenhafte New Wave-Klänge.
Garbage hatten ihre beste Zeit Mitte bis Ende der 90er Jahre mit ihren ersten beiden Alben. Jede Menge Songs, an die man sich auch heute noch gern erinnert: Stupid Girl, Milk, Push It, Queer, Only Happy When It Rains oder I Think I’m Paranoid. Alles, was nach 2001 kam, konnte man ziemlich vergessen, und das ändert sich leider auch mit dem neuen Album “No Gods No Masters” nicht. Verschwurbelte Songs und eine breiige Produktion sorgen dafür, dass  wir uns in diesem Fall mal nicht mit der internationalen Musikkritik einig sind, die mit dem Album viel zu gnädig umgeht.

Wir spielen:
14.6.: Lorde – Solar Power
15.6.: Ruth B. – Favourite
16.6.: Monolink – Reflections
17.6.: Marina – Venus Fly Trap
18.6.: Garbage – Godhead

23. Kalenderwoche, 7. – 11. Juni
Pastel Coast – Sun / Hovercraft

(erschienen am 4.6.2021 & 30.11.2019)
Neue Bands gibt es ja wie Sand am Meer, und manchmal picken wir uns ein Sandkorn raus und stellen hier eine Band vor, von der in unserem Sendegebiet vermutlich noch niemand vorher was gehört hat. So auch mit Pastel Coast, einer noch jungen aufstrebenden französischen Dreampop-Band, die gerade ihr zweites Album herausgebracht hat.  Da sie tatsächlich noch nicht soo viele Veröffentlichungen auf dem Markt haben, stellen wir in dieser Woche Tracks aus den beiden Alben der Band vor. Auf dem ersten hört man noch die Vibes der frühen Cure heraus, während das zweite eher nach Future Islands (siehe auch unsere CD der Woche im letzten Oktober) klingt. Man hört, dass die Band noch nicht ganz da ist, wo sie hin will, aber wir glauben, dass man diese Band im Auge behalten sollte – und der französische Einschlag im Gesang ist einfach niedlich. Da man online im Moment noch ziemlich wenig zur Band findet, gibts unten wieder einmal die Links zu den Social Media-Kanälen.

Wir spielen:
7.6.: Distance (aus dem 2. Album “Sun”)
8.6.: Always (aus dem 1. Album “Hovercraft”)
9.6.: Sunrise (aus dem 2. Album “Sun”)
10.6.: Aquarius (aus dem 1. Album “Hovercraft”)
11.6.: Dial (aus dem 2. Album “Sun”)

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22. Kalenderwoche, 31. Mai – 4. Juni
Easy Life – Life’s A Beach

(erschienen am 28.5.2021)
Es ist für uns eine willkommene Abwechslung, wenn wir von Hip-Hoppern mal mit “Have A Great Day” begrüßt werden. Easy Life ist eine noch recht frische und sehr britische Hip-Hop/R&B-Combo, die hier ihr Debütalbum vorlegt, das einige der bisherigen Singles und ein paar neue Tracks beinhaltet. Alles in allem eine sehr gechillte Angelegenheit, die musikalisch ihre Wurzeln bei den Downtempo-Kollegen der 90er hat, wie etwa P.M. Dawn oder Definition Of Sound. Musik für lauschige Sommerabende.

Wir spielen:
31.5.: Have A Great Day
1.6.: Ocean View
2.6.: Skeletons
3.6.: Daydreams
4.6.: Nightmares

21. Kalenderwoche, 25. – 28. Mai
twenty one pilots – Scaled And Icy / Olivia Rodrigo – SOUR
(erschienen am 21.5.2021)
Wenig wirklich Überraschendes bei den zwei größten internationalen Neuerscheinungen der Woche: Die twenty one pilots rutschen noch mehr Richtung Mainstream-Pop und müssen langsam aufpassen, dass man sie nicht mit Maroon 5 verwechselt. Olivia Rodrigo rockt etwas mehr als erwartet, passt damit aber in den Trend, den wir hier in den letzten Wochen schon mehrfach zu Gehör gebracht haben. Beide Alben werden die Fans zufriedenstellen und bescheren uns neues Radiofutter, machen uns aber nicht wirklich satt.

Wir spielen:
25.5.: twenty one pilots – Bounce Man
26.5.: twenty one pilots – Saturday
27.5.: Olivia Rodrigo – good 4 u
28.5.: Olivia Rodrigo – jealousy, jealousy

20. Kalenderwoche, 17. – 21. Mai
Rock aus Kanada: JJ Wilde & The Beaches

(beide erschienen am 14.5.2021)
Diese Woche stellen wir zwei EPs mit kernigen Rock-Klängen aus Kanada vor: JJ Wilde ist erst vor zwei Jahren mit ihren ersten Singles auf der Bildfläche erschienen und hat mit “Wilde” jetzt eine sehr gelungene EP mit 6 Titeln veröffentlicht. Musikalisch eine Mischung aus Rock, Blues, Gospel und etwas Stones-Einflüssen. Geheimtipp-Alarm!
The Beaches sind schon etwas länger aktiv, haben aber auch erst in den letzten Jahren etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ihre neue EP “Future Lovers” verströmt immer noch Surfpunk-Vibes, aber unser Donnerstags Titel “Bad Behaviour” könnte auch von den Stones stammen. Deutet sich hier schon zart das nächste Stones-Revival an?

Wir spielen:
17.5.: JJ Wilde – Off The Rails
18.5.: JJ Wilde – Mercy
19.5.: JJ Wilde – Best Boy
20.5.: The Beaches – Bad Behaviour
21.5.: The Beaches – Blow Up

19. Kalenderwoche, 10. – 14. Mai
Weezer – Van Weezer / Chloe Moriondo – Blood Bunny
(erschienen am 7.5.2021)
Weezer haben sich anscheinend Taylor Swift zum Vorbild genommen und veröffentlichen jetzt alle paar Wochen ein neues Album. Das letzte im Januar war eher Sixties-orientiert, das neue widmet sich thematisch dem Hardrock und Metal der 80er. Weezer nehmen sich selbst augenscheinlich dabei nicht zu ernst, das reicht vom Selbst-Rip-Off ihres eigenen Hits “Beverly Hills” im Titel “All The Good Ones” bis zur bewussten Doppeldeutigkeit im Song “1 More Hit“: “Könnte ich noch einen Hit haben, dann höre ich ganz bestimmt auf…”. Der Spaß, den die Jungs offensichtlich bei ihrem Geschrammel hatten, überträgt sich auf die Hörer – auf jeden Fall eines der besseren Weezer-Alben.
Chloe Moriondo hat sich auf Youtube eine beträchtliche Fangemeinde durch mit der Ukulele hingeklampfte Coverversionen von Elton John oder Radiohead erarbeitet. “Blood Bunny” ist ihr zweites Album und das erste bei einer “richtigen” Plattenfirma. Wenn wir das Album diese Woche vorstellen, liegt das daran, dass sie genau den Stil wiederbelebt, mit dem Weezer Ende der 90er / Anfang der 00er-Jahre groß geworden sind. Da Chloe Moriondo gerade mal 18 Jahre alt ist, dürfte das die Musik sein, mit der ihre Eltern sie in ihrer frühen Jugend genervt haben. Es kommt alles wieder…

Wir spielen:
10.5.: Weezer – I Need Some Of That
11.5.: Weezer – All The Good Ones
12.5.: Chloe Moriondo – Take Your Time
14.5.: Chloe Moriondo – Bodybag

18. Kalenderwoche, 3. – 7. Mai
Girl in Red – If I Could Make It Go Quiet

(erschienen am 30.4.2021)
Die norwegische Sängerin Marie Ulven alias “Girl in Red” ist, wenn man dem Geklingel der sozialen Medien und der internationalen Musikpresse glauben darf The Next Big Thing.Ihren 2 Millionen Followern auf Instagram und 1,8 Millionen Followern auf Tiktok präsentiert sie sich wie eine mehr geerdete Version von Billie Eilish, lässt ihre Musik passenderweise zum Teil von Eilishs Bruder Finneas produzieren und hakt auch sonst ziemlich viele Checkboxen ab, die einem Erfolg als Popstar gerade förderlich sind: LGBTQ-Credibility: Check; psychisch angeknackst: Check usw.
Dies alles hätte uns noch nicht wirklich neugierig auf das Debütalbum gemacht, wenn nicht seit dem letzten Jahr eine Reihe von ziemlich guten Singles und Vorab-Tracks zum Album erschienen wären, die alle mehr als hörenswert waren: im letzten Herbst die Single “rue“, vor Weihnachten das einzige erträgliche Weihnachtslied der letzen Saison “two queens in a king sized bed” und schließlich die letzte Single-Auskopplung “Serotonin“. Alle diese Titel liefen und laufen bei uns im Programm, und die Erwartungen zum Debütalbum waren dann auch recht hoch, sind aber nicht ganz erfüllt worden. Die Songs sind ganz ok, aber im Gegensatz zu den Singles relativ generischer Teenage-Angst-Bedroom-Pop, der sich nie aus den Grenzen des Erwartbaren hinausbewegt.

Wir spielen:
3.5.: I’ll Call You Mine
4.5.: Apartment 402
5.5.: Did You Come?
6.5.: Body And Mind
7.5.: midnight love

17. Kalenderwoche, 26. – 30. April
Kaleo – Surface Sounds / Tom Jones – Surrounded By Time
(erschienen am 23.4.2021)
Die isländische Band Kaleo hatte ihren Durchbruch 2016 mit der Single “Way Down We Go“. Auf ihrem neuen, dritten Album versuchen sie auf der ersten Hälfte an den Sound ihres Erfolgstitels anzuknüpfen, der Soul-Vocals mit ruppigem Rock verband. Das klappt soweit ganz ordentlich, aber in der zweiten Hälfte verliert sich das Album in ziellosen Balladen. Mittendrin sitzt unser Lieblingstitel “Hey Gringo” , der einzige Gute-Laune-Titel des Albums. Also keine Rundum-Empfehlung, und deswegen auch nur ne halbe CD der Woche.
Tom Jones hat man im Alter von 80 Jahren noch mal richtig von der Leine gelassen: sein neues Album besteht aus Coverversionen, die in den meisten Fällen von Auswahl und Interpretation her überraschen und durch Originalität erfreuen. So sollten sich Coverversionen anhören, und damit man das auch richtig zu würdigen weiß, setzen wir unten die Links zu den Originalen zum direkten Vergleich dazu. Nicht der erste Sänger, der im hohen Alter noch einmal richtig aufdreht (vgl. auch Johnny Cash und Leonard Cohen).

Wir spielen:
26.4.: Kaleo – Hey Gringo
27.4.: Kaleo – Break My Baby
28.4.: Tom Jones – Pop Star (Cover von Cat Stevens – Pop Star)
29.4.: Tom Jones – Samson And Delilah (Cover von den Grateful Dead – Samson And Delilah)
30.4.: Tom Jones – No Hole In My Head (Cover von Malvina Reynolds – No Hole In My Head)

16. Kalenderwoche, 19. – 23. April
London Grammar – Californian Soil

(erschienen am 16.4.2021)
Die Musik von London Grammar lebt von der glockenhellen, ätherischen Stimme von Sängerin Hannah Reid. Das nunmehr dritte Album ist etwas lebendiger als die doch ziemlich getragenen Vorgänger, bleibt aber bei den chilligen Triphop-Beats mit Anklängen an die 90er. Musikalisch also nichts weltbewegend Neues, aber einfach schön. Vielleicht kein Album des Jahres, hat sich aber schon jetzt einen festen Platz auf der Sommer-Playlist erobert.

Wir spielen:
19.4.: I Need The Night
20.4.: Missing
21.4.: Call Your Friends
22.4.: Lord It’s A Feeling
23.4.: America

15. Kalenderwoche, 12. – 16. April
Diverse Neuerscheinungen

(erschienen letzte Woche, diese Woche und demnächst)
Wir verlangen ja kein Mitgefühl, aber so richtig Laune macht es nicht, wenn man sich in diesen Wochen durch den Berg an Neuerscheinungen wühlt und nichts findet, was eine Vorstellung als Album der Woche lohnt. Und deswegen auch in dieser Woche noch einmal ein Überblick über verschiedene frische Alben.
Cheap Trick sind seit 1973 aktiv (48 Jahre!) und machen immer noch den gleichen Rummelbuden-Rock wie früher. Wem’s gefällt…
Flyte ist eine Londoner Band, die hier ihr zweites Album vorlegen. Das hört sich noch etwas durchwachsen an und klingt ziemlich nach R.E.M. in den 90ern, besonders in unserem vorgestellten Titel. Die Kritik bemängelt den ziemlich giftigen Tonfall, in dem der Sänger über seine Verflossene herzieht.
Wenn Taylor Swift nicht damit beschäftigt ist, im Wochentakt neue Alben auf dem Markt zu werfen, nimmt sie ihre früheren Alben noch einmal neu auf, um den Spekulanten, die daran die Rechte erworben hatten, die Suppe zu versalzen (Näheres dazu z.B. hier). Wir sind allmählich etwas übersättigt, aber die Fans können sich bald ein ganzes Regal vollstellen.
Die twenty one pilots haben als Vorgeschmack zum im Mai erscheinenden neuen Album eine Vorabsingle veröffentlicht, die wir natürlich vorstellen.
London Grammar haben bereits vier vorzügliche Vorabsingles aus dem neuen Album auf den Markt geworfen. Wenn der Rest auch nur annähernd hält, was die Singles versprechen, hören wir uns die anderen Titel in der kommenden Woche als Album der Woche an.

Wir spielen:
12.4.: Cheap Trick – The Summer Looks Good On You (vom Album “In Another World”, erschienen am 9.4.)
13.4.: Flyte – Everyone’s A Winner (vom Album “This Is Really Going To Hurt”, erschienen am 9.4.)
14.4.: Taylor Swift – Mr. Perfectly Fine (vom Album “Fearless (Taylor’s Version)”, erschienen am 9.4.)
15.4.: twenty one pilots – Shy Away (vom Album “Scaled And Icy”, erscheint am 21. Mai)
16.4.: London Grammar – How Does It Feel (vom Album “Californian Soil”, erscheint heute, am 16.4.)

14. Kalenderwoche, 6. – 9. April
Diverse Neuerscheinungen

(erschienen am 1. und 2. 4.2021)

Olivia Rodrigo landete mit “drivers license” einen der Überraschungshits des angefangenen Jahres, und nicht nur wir haben uns gefragt, ob da noch was nachkommen kann. Aber hallo, darf man sagen: die neue Single “deja vu“, ein Vorabtitel aus dem kommenden Album *O*R, wurde von einem Musikkritiker als eine Mischung aus Taylor Swift und Radiohead beschrieben, was es unserer Meinung nach gut trifft. Unter diesen Umständen: gern mehr davon.
Robert Finley ist ein amerikanischer Blues-Musiker mit interessanter Backstory, die man ruhig mal nachlesen sollte. Wir spielen einen Vorabtitel aus dem kommenden Album “Sharecropper’s Son”, der es uns mit seiner ultracoolen Mischung aus Soul-Falsett und Laid-Back-Südstaaten-Blues angetan hat. Und wir nutzen die Gelegenheit um auf unsere Blues-Sendungen hinzuweisen, die es jeden Mittwoch ab 20 Uhr in unserem Programm zu hören gibt.
Kishi Bashi hat man schon öfter bei uns gehört, die Singles “Bright Whites” und “Angeline” sind Dauerbrenner in unserem Programm. Seine neue EP “Emigrant” ist etwas folkiger instrumentiert als die bisherigen Alben, erfreut aber nach wie vor mit wohlklingenden Harmonien. Wir würden ihm wirklich wünschen, dass er etwas mehr Beachtung findet.
Die Woche beschließen wir mit einem klassischen Reggae: Keron Salmon alias Kabaka Pyramid gehört zur nachwachsenden Generation jamaikanischer Musiker (aktiv seit 2011), die die Fahne des Roots Reggae und der Rastafaris noch hochhalten. Sollte für einen beschwingten Start ins Wochenende reichen.

Wir spielen:
6.4.: Olivia Rodrigo – deja vu
7.4.: Robert Finley – Country Boy
8.4.: Kishi Bashi – Cascades
9.4.: Kabaka Pyramid, MediSun & Collie Buddz – Natural High

Und sonst noch: Hier eine Coverversion eines Daft Punk-Hits, gespielt auf Teslaspulen (das sind diese Blitzdingens…)

13. Kalenderwoche, 29. März – 1. April
Fitz – Head Up High
(erschienen am 26.3.2021)
Michael Fitzpatrick alias Fitz schafft auf seinem ersten Soloalbum etwas, was er mit seiner Hausband Fitz & The Tantrums bisher nicht hinbekommen hat: mehr als einen Song draufzupacken, an den man sich noch länger erinnern kann. Fitz & The Tantrums hatten mit The Walker und HandClap Hits, und wir hatten sie 2016 auch schon mal als Album der Woche. Kritikpunkt war damals schon, dass der quirlige Pop der Band kaum auf Albumlänge trägt. Genau daran hat Bandleader Fitz jetzt geschraubt, und obwohl es auch auf dem Soloalbum noch Luschen gibt, stimmt das Verhältnis zwischen Hits und Nieten jetzt. Den einen oder anderen Titel werden wir bestimmt in unserem normalen Programm wiederhören. Mit den Musikkritikern scheint es sich Fitz aber irgendwie verdorben zu haben, denn im Netz findet sich im Moment nicht eine Besprechung des neuen Albums – naja, nur eine halbe

Wir spielen:
29.3.: Spaceman
30.3.: Somebody Sometimes
31.3.: Speed

1.4.: Pinata

Und sonst noch: Jenseits der Musik verfolgen wir gerade gespannt, was mit dem steckengebliebenen Schiff im Suez-Kanal passiert. Hier kann man live mitverfolgen, ob es vorangeht – oder auch nicht. Hatten wir erwähnt, dass deswegen Klopapier wieder knapp werden könnte?

12. Kalenderwoche, 22. – 26.März
Lana Del Rey – Chemtrails Over The Country Club / Black Honey – Written & Directed
(erschienen am 19.3.2021)
Da haben wir jetzt Monate auf das verspätete Lana Del Rey-Album gewartet, und nun – na ja. Sehen wir mal davon ab, dass Madame sich einigen Goodwill durch Instagram-Entgleisungen verscherzt hat – wir haben einige Probleme mit einer Reihe von Songs, wo sie sich statt mit ihrer natürlich-tieferen Stimmlage zu singen durch hohe Töne quält (z.b. der Album-Opener “White Dress“). Das macht das Album zu einer recht durchwachsenen Mischung. Den Kritikern scheints aber zu gefallen.
Die zweite Wochenhälfte widmen wir dem zweiten Album der britischen Indie-Rock-Band Black Honey. Hier geht es deutlich kerniger zur Sache, und uns gefallen die Pop-Schlenker, die der ruppige Pub-Rock an jeder Ecke einlegt. Erinnert uns teilweise etwas an Garbage (die Band). Eine Band, die wir gern mal live sehen würden.


Wir spielen:
22.3.: Lana Del Rey – Breaking Up Slowly
23.3.: Lana Del Rey – Dark But Just A Game
24.3.: Lana Del Rey – Tulsa Jesus Freak
25.3.: Black Honey – Disinfect
26.3.: Black Honey – Run for Cover

11. Kalenderwoche, 15. – 19. März
Wilderlife – Closer Tonight (EP)
(erschienen am 19.3.2021)
Wilderlife – das ist die neuseeländische Outdoor-Community! Auf zur großen Fahrrad-Rallye “Lake Hawea Epic” am 17. April! Corona? Hier doch nicht… hm, Stop…
Wilderlife – das ist die hoffnungsvolle Newcomer-Band aus Haren, die wir hier auf dem Sender schon einige Male vorgestellt haben und deren neuestes Werk, die EP “Closer Tonight” jetzt am Freitag erscheint. Sie lassen sich ja Zeit: 2019 die erste EP, 2020 eine EP mit Studiosessions, und jetzt Nr. 3. Ihrem Stil bleiben sie weitgehend treu, shoegaze-mäßige Gitarrenwände mit Coldplay-mäßigen Chören würden sich bestimmt auch live gut machen, aber das würde ja leider gerade nur beim Lake Hawea Epic funktionieren. Mit etwas Glück bekommen wir sie wir sie in dieser Woche wenigstens noch ans Telefon, damit sie uns noch ein paar Takte zur EP verraten können.

Wir spielen:
15.3.: Dreamer
16.3.: Closer Tonight

17.3.: Daylight
18.3.: Young Blood
19.3.: Babylon

 

Disclaimer: Wir haben die EP freundlicherweise vorab von der Agentur der Band zur Verfügung gestellt bekommen.

 

10. Kalenderwoche, 8. – 12. März
Kings of Leon – When You See Yourself
(erschienen am 5.3.2021)
Die Kings of Leon gehören zu den Bands, mit denen die Musikredaktion überhaupt nichts anfangen kann, aber sie haben ihre Fans. In einer absolut mauen Woche Grund genug, das neue Album vorzustellen. Statt eigener unfreundlicher Worte gibts hier noch einige Links zu Kritiken des Albums, die das vielleicht etwas unbefangener sehen: MusikExpress, Rolling Stone (US), NME (GB).

Wir spielen:
8.3.: The Bandit
9.3.: Stormy Weather
10.3.: Claire & Eddie
11.3.: Echoing
12.3.: Time In Disguise

 

9. Kalenderwoche, 1. – 5. März
Balthazar – Sand
(erschienen am 26.2.2021)
Balthazar ist eine belgische Band, die mit “Sand” ihr fünftes Album vorlegt. Die Musik erinnert an den entspannten Groove der Fun Lovin’ Criminals oder die schläfrigen Boogies von JJ Cale. Nicht die schlechtesten Referenzen, aber im Moment eher unhip, so dass die Musikkritiker zwischen “Königsklasse im europäischen Indie” und “Hintergrundsoundtrack fürs Homeoffice” ziemlich gespalten sind. Der Musikredaktion gefällts, und das Schwabbelmonster-Kunstwerk auf dem Cover ist sowieso großartig.

Wir spielen:
1.3.: Passing Through
2.3.: I Want You
3.3.: Hourglass
4.3.: Linger On
5.3.: Halfway

 

8. Kalenderwoche, 22. – 26. Februar
Tash Sultana – Terra Firma
(erschienen am 19.2.2021)
Tash Sultana hatten wir hier zuletzt 2018 mit dem Debütalbum als CD der Woche. Wir erinnern uns: Soundbastler/in und Internetphänomen, hat duch Solo-Live-Auftritte viele Fans gewonnen, auch hier in Deutschland. Mit Live-Auftritten ist ja nun seit einem Jahr Essig, und Tash Sultana hat die Zeit für die Bastelarbeit am zweiten Album genutzt. Wie beim ersten ist die Musik hingebungsvoll am Computer zusammengepuzzelt, was man an den vielen kleinen eingestreuten Details merkt. Die Musik selbst ist uns allerdings diesmal eine Spur zu harmlos geraten. Für entspannte Lockdown-Nachmittage auf dem heimischen Sofa aber vielleicht genau richtig. Hier noch ein Link zu einem Interview zum neuen Album auf laut.de. Wer noch weiter in diese ganz spezielle Subkultur der “Loop Artists” hineinschnuppern möchte, die keine Band mehr für ihre Musik brauchen, dem sei an dieser Stelle Neon Vines empfohlen und Bayonne, den wir an dieser Stelle auch schon einmal vorgestellt haben.

Wir spielen:
22.2.: Crop Circles
23.2.: Blame It On Society
24.2.: Beyond The Pine
25.2.: Pretty Lady
26.2.: Willow Tree (feat. Jerome Farah)

Und sonst noch: Auch Leute mit Samsung-Handys dürfen sich jetzt über gesungene Klingeltöne freuen: MayTree (siehe unten) haben nochmal nachgelegt: Video.

7. Kalenderwoche, 15. – 19. Februar
Django Django – Glowing In The Dark / Claud – Super Monster
(erschienen am 12.2.2021)
Es geht doch in Ordnung, wenn wir hier komplett ignorieren, dass diese Woche eigentlich Karneval ist?
Das vierte Album der britischen Art-Pop-Band Django Django lebt wie die Vorgänger von harmonischen Gesängen auf nervösen Rhythmen mit einem leicht psychedelischen Einschlag. Die Musik erinnert etwas an die australischen Kollegen von Tame Impala – wer mit denen etwas anfangen kann, sollte hier mal ein Ohr reinhalten.
Claud ist das Pseudonym der aus Chicago stammenden 21jährigen Claudia Jeanne Mintz, die hier ihr Debütalbum vorlegt. In den Kritiken zum Album findet sich immer wieder der Begriff “Bedroom Pop“, was wohl den nicht so ganz auf Hochglanz polierten Charakter der Musik meint. Das Album hat Höhen und Tiefen und ist vielleicht etwas zu harmlos, aber wir stellen unsere zwei Lieblingstitel gern vor.

Wir spielen:
15.2.: Django Django – Got Me Worried
16.2.: Django Django – Waking Up (feat. Charlotte Gainsbourg)
17.2.: Django Django – Spirals
18.2.: Claud – Guard Down
19.2.: Claud – That’s Mr. Bitch To You

6. Kalenderwoche, 8. – 12. Februar
Neues von den Foo Fighters, The Staves und The Weather Station
(alle erschienen am 5.2.2021)
Die Foo Fighters haben mit ihrem neuen Album “Medicine At Midnight” so einige ihrer alten Fans verschreckt, weil es darauf manchmal ziemlich poppig, soft und so ganz un-Foo Fighters-mäßig zugeht. Wir machen uns mal einen Spaß daraus, genau den Titel des Albums vorzustellen, der das wohl am deutlichsten zeigt. Keine Bange, viele Titel des Albums rocken immer noch, aber das kennt man ja.
The Staves sind ein britisches Schwestern-Trio, die ihren folkigen Harmoniegesang auf dem neuen Album “Good Woman” mit ein paar kräftigen Beats aufmöbeln. Was ansonsten wie eine weibliche Ausgabe von Crosby, Stills & Nash klingt, bekommt so etwas mehr Drive. Nicht uninteressant.
Das neue Album der kanadischen Folk-Band The Weather Station um die Sängerin Tamara Lindeman “Ignorance” schließt da nahtlos an: ebenfalls vom Folk kommend, heben jazzig-orchestral-frickelige Arrangements die Songs auf eine neue Ebene, mehr Art-Pop als Folk.

Wir spielen:
8.2.: Foo Fighters – Chasing Birds
9.2.: The Staves – Best Friend
10.2.: The Staves – Devotion

11.2.: The Weather Station – Parking Lot
12.2.: The Weather Station – Robber

Und sonst noch: Wie wäre es mit neuen Klingeltönen fürs Handy? Die koreanische Acapella-Band MayTree hat die Töne vom iPhone und von Windows neu eingesungen.

5. Kalenderwoche, 1. – 5. Februar
Neues von Weezer, Baio und Steven Wilson

“OK Human” “Dead Hand Control”“The Future Bites”

Wir spielen:
1.2.: Weezer – All My Favorite Songs
2.2.: Weezer – Grapes Of Wrath
3.2.: Baio – Dead Hand Control
4.2.: Steven Wilson – Self
5.2.: Steven Wilson – Man Of The People

4. Kalenderwoche, 25. – 29. Januar
Diverse Neuerscheinungen
(alle in der letzten Woche erschienen)
Bei den Alben sieht es etwas dünn aus mit den Neuerscheinungen, deswegen wieder einmal ein kleiner Streifzug durch neue Musik.

Montag: Das ging ja schnell. In der letzten Woche haben wir den Shanty-Trend auf Tiktok erwähnt (siehe unten), und schon fluten verschiedene Versionen die Charts: Das “Original” steht in den US-iTunes-Charts gerade auf No. 5, der Remix, den wir vorstellen auf No. 44 und ein zweiter Remix auf No.59 – in Deutschland auf No. 53 und 60 (Tendenz steigend). Dann tun wir mal unseren Teil dazu…
Dienstag: Wie lassen es uns nicht nehmen, den neuen Gemeinschafts-Titel der Pop-Superstars Billie Eilish und Rosalía vorzustellen, aber der ist sowas von nicht radiotauglich, dass es für uns auch bei diesem Auftritt bleiben wird.
Mittwoch: Das gilt in ähnlicher Form auch für “Home“, das neue Album von Rhye, das insgesamt eher für den späten Abend geeignet ist. Wir haben uns einen Titel herausgegriffen, der noch etwas lebendiger ist. Als Album ist dies unsere Empfehlung der Woche, aber wir können unmöglich 5 Titel davon spielen.
Donnerstag: Es zeigt ganz gut, was diese Woche bei den Neuerscheinungen los war, wenn eines der herausstechendsten Alben eine hauptsächlich instrumentale Elektronik-Dudelei eines irischen DJ-Duos mit Sitz in London ist. Unser vorgestellter Titel “Apricots” hat es in die britischen Charts und auf die Playlisten der BBC und von EinsLive geschafft, und er geht uns nach dreimal Hören dermaßen auf die Nerven, dass wir ihn hier zweimal spielen werden – und das wars…
Freitag: Nach dieser durchwachsenen Woche setzen wir noch einen drauf und stellen eine Vorabsingle zu einem im Mai erscheinenden Album der japanischen Alt-Pop Girlgroup Chai vor. J-Pop, der sich mal nicht so anhört wie ein Anime-Soundtrack, aber trotzdem ganz schön abgefahren. Aus einem Pitchfork-Interview: Frage: “Where does your energy come from onstage?” Chai (in unison): “Food.” Man muss diese Band einfach mögen.

Wir spielen:
25.1.: Nathan Evans, 220 KID & Billen Ted – Wellerman
26.1.: Billie Eilish & Rosalía – Lo Vas A Olvidar
27.1.: Rhye – Black Rain
28.1.: Bicep – Apricots
29.1.: Chai – Action

Und sonst noch: Disney holt die Muppets wieder aus der Versenkung. Und auch dazu haben wir den passenden Clip!

3. Kalenderwoche, 18. – 22. Januar
Neues von Kara Marni, dvsn und You Me At Six
(alle erschienen am 15.1.2021)
Kara Marni ist eine junge R&B-Sängerin aus London, die den ganz großen Durchbruch noch vor sich hat. Auf der Haben-Seite stehen bisher eine ganze Reihe von Singles und mehrere Mini-Alben, sowie einige Achtungserfolge bei Youtube. Vielleicht klappt es ja mit der gelungenen neuen Single “Trippin”, einem Semi-Cover des Amerie-Hits “1 Thing” aus 2005.
dvsn ist ein Trap-Duo aus Kanada, die gerade ihr Album “A Muse In Her Feelings” vom letzten Jahr mit einigen Bonustiteln unter dem Titel “Amusing Her Feelings” noch einmal neu aufgelegt haben. Wir haben uns die Trap-Beats langsam etwas übergehört, aber die Jungs machen das schon ganz ordentlich. Wir stellen zwei der neuen Titel vor, darunter das originelle Kings Of Leon-Cover “Use Somebody”.
Die britische Band You Me At Six ist schon seit 2004 aktiv und versucht auf dem neuen siebten Album “SUCKAPUNCH” mit ihrem pop-beeinflusstem Rock den Anschluss an aktuelle Musikentwicklungen zu halten. Das klappt in einigen Titeln ganz gut, reicht uns aber nicht für eine ganze CD der Woche, weil wir Ähnliches doch schon zu oft gehört haben.

Wir spielen:
18.1.: Kara Marni – Trippin
19.1.: dvsn – She Said
20.1.: dvsn – Use Somebody
21.1.: You Me At Six – Beautiful Way
22.1.: You Me At Six – Adrenaline

Und sonst noch: Tiktok-Trend der Woche: Shanties, Shanties & Shanties. Wer hätte gedacht, dass das Emsland mal wieder ganz vorne mitspielt…

2. Kalenderwoche, 11. – 15. Januar
Passenger – Songs For The Drunk And Broken Hearted
(erschienen am 8.1.2021)
Wenn sich das neue Jahr so anfühlt wie ein Kater ohne vorherige Party, dann ist dies die richtige Platte. Das ist Musik, die man auflegt, wenn man am nächsten Morgen mit dickem Kopf in der ganzen Wohnung die Bierflaschen zusammensucht und den Abwasch erledigt. Macht das dieses Album zu einer guten Platte? Die Musikkritik sieht das ziemlich gemischt. Es ist halt im Kern immer noch dasselbe, was Passenger alias Mike Rosenberg schon seit einer Reihe von Alben veröffentlicht, ohne dass es auch nur die Spur einer musikalischen Entwicklung gäbe. Man darf ihm aber zu Gute halten, dass er nach wie vor alle Songs selbst schreibt, anders als z.B. beim Genrekollegen Ed Sheeran, wo Dutzende von Songschreibern involviert sind.

Wir spielen:
11.1.: A Song For The Drunk And Broken Hearted
12.1.: Sword From The Stone
13.1.: The Way That I Love You
14.1.: Tip Of My Tongue
15.1.: What You’re Waiting For

1. Kalenderwoche, 4. – 8. Januar
Die Lieblingsalben der internationalen Musikkritik 2020
(erschienen 2020)
Zu Jahresbeginn wieder unsere Übersicht über die nach Meinung der Musikkritik besten Alben des Jahres, die wir bisher übersehen oder ignoriert haben. Alle aufgeführten Alben sind bei der Sammelseite Metacritic unter den Top 20 der bestbewerteten Alben. Wie in jedem Jahr kommentieren wir das mit “Hm….”.

Wir spielen:
4.1.: Waxahatchee – Fire (aus dem Album “Saint Cloud“, erschienen am 27.3.2020)
5.1.: Perfume Genius – On The Floor (aus dem Album “Set My Heart On Fire Immediately“, erschienen am 15.5.2020)
6.1.: Fiona Apple – Ladies (aus dem Album “Fetch The Bolt Cutters“, erschienen am 17.4.2020)
7.1.: Moses Sumney – Cut Me (aus dem Album “grae“, erschienen am 15.5.2020)
8.1.: Bob Dylan – False Prophet (aus dem Album “Rough And Rowdy Ways“, erschienen am 19.6.2020)

Und hier als Bonus noch ein Link zu einem Youtube-Video, das eigentlich alles (musikalisch) zusammenfasst, was zu 2020 gesagt werden muss.

51. Kalenderwoche, 14. – 18. Dezember
Taylor Swift – evermore / The Avalanches – We Will Always Love You
(erschienen am 11.12.2020)
Wir springen ja nicht über jedes Stöckchen, was man uns hinhält, oder zumindest nur ein wenig. Taylor Swift hat schon wieder ein Überraschungsalbum rausgehauen (das letzte findet man hier nur ein wenig weiter unten), und das Internet brummt natürlich. Nachdem wir das letzte Album haben sacken lassen und als einen der Langweiler des Jahres abgehakt haben, freuen wir uns, dass der Nachfolger zumindest eine Spur lebendiger ausgefallen ist, kommen aber ansonsten nur unserer Chronistenpflicht nach und stellen zwei Titel vor.
Den Rest der Woche bestreiten wir mit dem neuen Album der australischen Avalanches, die sich 2001 mit ihrem Musikvideo zu Frontier Psychiatrist einen Platz in unserer ewigen Hitliste verdient haben. Das neue Album ist in 20 Jahren Bandgeschichte erst das dritte, und es setzt musikalisch das fort, was die ersten beiden Alben begonnen haben: eine liebevolle Bastelarbeit mit buchstäblich tausenden von Samples, stilistisch mit Verbeugungen vor dem Soul der 70er und knietief im Hiphop und Triphop der 90er verankert. Die vergangenen Alben fielen durch die Sample-Basteleien manchmal etwas auseinander, diesmal gibt es eher richtige Songs (verstärkt durch eine ganze Riege von Gaststars). Wir vermissen insgesamt etwas den Spassfaktor, den das erste Album noch auszeichnete, aber insgesamt ist das doch noch eine erfreuliche Neuerscheinung zum Ende dieses musikalisch doch eher durchwachsenen Jahres.

Wir spielen:
14.12.: Taylor Swift – gold rush
15.12.: Taylor Swift – cowboy like me
16.12.: The Avalanches – Music Makes Me High
17.12.: The Avalanches – Interstellar Love (feat. Leon Bridges)
18.12.: The Avalanches – We Will Always Love You (feat. Blood Orange)

50. Kalenderwoche, 7. – 11. Dezember
Last Christmas
(erschienen: irgendwann)
Und es ist schon wieder so weit: wie in den letzten Jahren stellen wir euch an dieser Stelle alternative Versionen des Weihnachts-Dauerbrenners vor, die es in sich haben: Ukulele! Minions! Gothic!
In unserem Archiv haben sich schon über 100 Versionen von Last Christmas angesmmelt, und es nimmt einfach kein Ende. Und wenn ihr meint, schlimmer als die Version am Freitag geht es nicht mehr, so lasset euch sagen: die wirklich grellen Coverversionen liegen immer noch in unserem Giftschrank. Als Bonus gibt es in diesem Jahr noch Links zu Videos der Titel, die es nicht ins Finale geschafft haben.


Wir spielen:
7.12.: Neuton – Last Christmas
8.12.: Good Charlotte – Last Christmas
9.12.: MØDI – Last Christmas
10.12.: The Twang – Last Christmas
11.12.: Minions Real Band – Last Christmas

Und hier der versprochene Bonus:
Avscvltate – Last Christmas
The Watchmen vs. Rob IYF & Al Storm – Last Christmas (Jägermasters Mix)
Mina – Last Christmas
Lucy Dacus – Last Christmas
Linnea Henriksson – Last Christmas
Loveless & Downer – Last Christmas
Thom Hell & Andreas Ulvo – Last Christmas
Meghan Trainor – Last Christmas
Postmodern Jukebox – Last Christmas
Naomile – Last Christmas
Predator Dub Assassins – Last Christmas
The Last Christmas Whisper Club – Last Christmas
Ma
mbo Kurt – Last Christmas

49. Kalnderwoche, 30. November – 4. Dezember
Miley Cyrus – Plastic Hearts
(erschienen am 27.11.2020)
Wir geben gern zu, dass wir Miley Cyrus nach ihrer Disney-Karriere und iher Präsenz als MTV-Dauergast nicht mehr so richtig als ernstzunehmende Musikerin auf dem Schirm hatten. Das ändert sich jetzt allerspätestens mit dem neuen Album, das zum Teil richtig rockt, jetzt schon zwei Monsterhits abgeworfen hat und auch noch drei mehr als achtbare Coverversionen enthält. Als Album ist das insgesamt etwas uneben und enthält leider auch einige Luschen, aber die besseren Titel sind mehr als respektabel. Drei Titel aus dem Album spielen wir bereits im Tagesprogramm, und hier folgen weitere Kostproben.

Wir spielen:
30.11.: Plastic Hearts
1.12.: Heart Of Glass (Live)
2.12.: Night Crawling (feat. Billy Idol)
3.12.: Zombie (Live)
4.12.: WTF Do I Know

48. Kalenderwoche, 23. – 27. November
Benee – Hey u x
(erschienen am 13.11.2020)

Wir haben keine Lust, hier Weihnachts- oder Jubiläums-Alben vorzustellen, die jetzt vor Weihnachten in rauhen Mengen erscheinen, und so bleiben wir bei einer Neuerscheinung der vergangenen Woche: Benee stammt aus Neuseeland und versucht mit ihrem Debütalbum zu zeigen, dass sie kein One-Hit-Wonder ist und der Hit “Supalonely” kein Zufall war. Das würde vielleicht funktionieren, wenn musikalisch mehr als ein sanftes Dahinplätschern passieren würde. Früher hätte man diese Musik in die Schublade “Easy Listening” einsortiert. Stressfrei – aber reicht das? Andererseits: 168 Millionen Views bei Youtube für “Supalonely” – meine Güte!

Wir spielen:
23.11.: Same Effect
24.11.: If I Get To Meet You
25.11.: Snail
26.11.: Happen To Me
27.11.: Plain (feat. Lily Allen & Flo Milli)

47. Kalenderwoche, 16. – 20. November
AC/DC – Power Up
(erschienen am 13.11.2020)
Um einen Kommentar aus dem Netz zu paraphrasieren: Sie können nur einen Song, aber der ist richtig gut.

Wir spielen:
16.11.: Wild Reputation
17.11.: Money Shot
18.11.: Kick You When You’re Down
19.11.: Systems Down
20.11.: Realize

46. Kalenderwoche, 9. – 13. November
Kylie Minogue – Disco
(erschienen am 6.11.2020)
Es ist ja nicht so, dass die Musikredaktion sich das ausgesucht hat, wenn wir in diesem Jahr ein Disco-Album nach dem anderen vorstellen. Das neue Album von Kylie Minogue hat sich direkt nach Erscheinen an die Spitze der internationalen iTunes-Download-Charts gesetzt und damit endgültig geklärt, dass 2020 als das Jahr des Disco-Revivals gelten darf. Kylie Minogue hat schon musikalisch innovativere Platten abgeliefert, und so ein Album mit ausnahmslos Uptempo-Dancefloor-Brettern ist für sie ein Heimspiel. Bei den insgesamt 16 Songs der Deluxe-Edition des Albums gibt es keine richtigen Ausfälle, aber auch wenige Knaller, die einem als Ohrwurm direkt hängenbleiben würden. Für Freunde der gepflegten Disco-Musik ist das Jahr damit noch nicht zu Ende, denn schon in dieser Woche erscheint ein Greatest Hits-Album von Sophie Ellis-Bextor. Und die Musikredaktion verspricht der genervten Redaktion, dass wir das überspringen werden.

Wir spielen:
9.11.: Fine Wine
10.11.: Miss A Thing
11.11.: Unstoppable
12.11.: Magic
13.11.: Say Something

45. Kalenderwoche, 2. – 6. November
Petit Biscuit – Parachute / Sam Smith – Love Goes
(erschienen am 30.10.2020)
Wir ignorieren an dieser Stelle mal die größten Neuerscheinungen der letzten Woche (die neuen Alben von Ariana Grande und Amy Macdonald), die beide musikalisch etwas auf der Stelle treten und nichts wirklich Neues bringen. Stattdessen widmen wir uns zwei Neuerscheinungen, die sich beide zwischen Schmuse-Soul, Trap und Dancefloor bewegen und das recht souverän hinbekommen. Weltbewegende Innovationen darf man auch hier nicht erwarten, aber zusammengenommen reichen unsere Neuvorstellungen für eine solide Winterplaylist in Albumlänge. Für den französischen DJ Petit Biscuit (alias Mehdi Benjelloun) ist es das zweite Album, für den britischen Sänger Sam Smith das dritte.

Wir spielen:
2.11.: Petit Biscuit – Pick Your Battles (feat. Diplo)
3.11.: Sam Smith – Dance (‘Til You Love Someone Else)
4.11.: Petit Biscuit – Burnin’
5.11.: Sam Smith – Breaking Hearts
6.11.: Petit Biscuit – I Leave Again (feat. Shallou)

44. Kalenderwoche, 26. – 30. Oktober
Die Ärzte – Hell
(erschienen am 23.10.2020)

Es geht also doch. Man kann auch als Punkband in Würde alt werden.

Wir spielen:
26.10.: Das letzte Lied des Sommers
27.10.: True Romance
28.10.: Liebe gegen Rechts
29.10.: Warum spricht niemand über Gitarristen
30.10.: Thor

43. Kalenderwoche, 19. – 23. Oktober

Diverse Neuerscheinungen
(alle erschienen am 16.10.2020)
Bei den musikalischen Neuerscheinungen dieser Woche haben Frauen fast vollständig das Ruder übernommen, und davon stellen wir hier 5 der interessanteren vor. Die stilistische Bandbreite ist dabei recht groß, aber es fällt schon auf, dass man nur bei einem Album von Rockmusik im weitesten Sinne sprechen kann.

Wir spielen:
19.10.: Lana Del Rey – Let Me Love You Like A Woman (Single)
Lana Del Rey lässt uns weiter auf das Album warten, während sich die Fangemeinde weiter über einige, sagen wir mal missglückte Instagram-Posts der Sängerin erregt. Uns ist dabei nicht ganz klar, warum Social Media immer wieder dazu benutzt wird, den eigenen Ruf zu ruinieren.

20.10.: Katie Melua – Voices In The Night (vom Album “Album No. 8”)
Wir sind dankbar, dass sich Katie Melua auf dem neuen Album wieder etwas vom Weihnachtskitsch wegbewegt, der die letzten Alben zunehmend unhörbar machte.

21.10.: Sasha Sloan – House With No Mirrors (vom Album “Only Child”)
Wer sich bei Katie Melua übergehört hat, könnte es mal mit Sasha Sloan probieren. Die 25jährige US-Sängerin beackert auf ihrem Debütalbum ungefähr das gleiche musikalische Feld.

22.10.: beabadoobee – Further Away (vom Album “Fake It Flowers”)
Seitdem wir beabadoobee im Januar hier vorgestellt haben, ist die britische Sängerin dem Geheimtipp-Status entwachsen. Jetzt ist auch das erste richtige Album erschienen, das konsequent weiter auf Shoegaze und Britpop-Einflüsse setzt. Uns gefallen die Titel am besten, bei denen sie etwas den Fuß vom Gas nimmt.

23.10.: Astrid S – Marilyn Monroe (vom Album “Leave It Beautiful”)
Nach einer langen Reihe von Singles und EPs ist dies auch das erste richtige Album für die norwegische Popsängerin. Der elektronische Disco-Pop hat seine Momente, wird es aber nicht leicht haben, sich gegen die in diesem Jahr ziemlich breit aufgestellte Konkurrenz durchzusetzen.

42. Kalenderwoche, 12. – 16. Oktober
Future Islands – As Long As You Are
(erschienen am 9.10.2020)
Auch auf ihrem 6. Album klingen Future Islands wie eine 80er-Jahre-Elektropop-Band, deren hauptsächliches Unterscheidungsmerkmal das markante Organ von Sänger Samuel Herring ist. Seit dem letzten Album, das wir hier vor zwei Jahren vorgestellt haben, hat sich am Sound der Band fast nichts geändert, von einer zusätzlichen Dosis Weichspüler abgesehen. Das ist manchmal schon etwas zu fluffig, aber wer die Band früher mochte, kann sich auch mit dem neuen Album anfreunden.

Wir spielen:
12.10.: Plastic Beach
13.10.: The Painter
14.10.: Waking
15.10.: Moonlight
16.10.: Glada

41. Kalenderwoche, 5. – 9. Oktober
Róisín Murphy – Róisín Machine
(erschienen am 2.10.2020)
Es ist schon etwas ironisch, wenn in dem Jahr, in dem die Clubs mehr oder weniger komplett dicht machen mussten, ein glorioses Dancefloor-Album nach dem anderen erscheint (siehe unsere Vorstellungen im Frühjahr). Der letzte Neuzugang stammt von Róisín Murphy, die man vielleicht noch aus den 90ern als Sängerin des One-Hit-Wonders Moloko kennt, die, seien wir mal gerecht, immerhin zwei Hits hatten: “Sing It Back” und “The Time Is Now“. Nach dem Ende von Moloko veröffentlichte Róisín Murphy seit 2004 eine Reihe von Alben mit etwas abgedrehten elektronischen Spielereien, die ihr einige Fans und einen Ruf als ernstzunehmende Künstlerin einbrachten. Jetzt folgt mit Róisín Machine ein auf den Dancefloor schielendes Album, das von der internationalen Musikkritik bereits sehr wohlwollend aufgenommen wird. Wir können der Musik in unseren Ausschnitten in dieser Woche nur teilweise gerecht werden, weil sich der hypnotische Charakter der Rhythmen am besten in den bis zu 12 Minuten langen Langfassungen der Titel entfalten kann, die auf der zweiten Hälfte des Doppelalbums enthalten sind.

Wir spielen:
5.10.: Jealousy
6.10.: Murphy’s Law
7.10.: Game Changer
8.10.: Incapable
9.10.: Something More

40. Kalenderwoche, 28. September – 2. Oktober
Prince – Sign O’ The Times (Super Deluxe Edition)
(erschienen am 25.9.2020)
Als Prince im April 2016 starb, war recht schnell klar, dass ein riesiges Archiv an unveröffentlichten Aufnahmen existierte. Die neue Super Deluxe Edition eines seiner wichtigsten Alben wird denn auch dem “Super” im Namen voll gerecht: sie versammelt auf 8 CDs (oder 13 LPs) und einer DVD das remasterte Doppelalbum, eine CD mit Edits aus dem Album, zwei Live-Mitschnitte auf zwei CDs und einer DVD und auf 3 CDs insgesamt 45 bisher unveröffentlichte Titel. Für den Normalverbraucher ist dieses Paket zum stolzen Preis ohne Frage überdimensioniert, aber für Musikhistoriker und Prince-Fans ist es ein Fest. Für unsere Ausschnitte in dieser Woche bleiben wir bei den bisher unveröffentlichten Titeln. Darunter finden sich einige Perlen, aber manches hätte unserer unmaßgeblichen Meinung nach auch im Keller bleiben können. Wer sich selbst einen Überblick verschaffen möchte: das Mammutwerk gibt es auch als Download oder im Streaming.

Wir spielen:
28.9.: Strange Relationship (Shep Pettibone Club Mix)
29.9.: I Need A Man
30.9.: When The Dawn Of The Morning Comes
1.10.: It’s Be Like That Sometimes
2.10.: Eggplant

39. Kalenderwoche, 21. – 25. September
The Empire Strikes Back
(alles erschienen am 18.9.2020)
Rülps, sprach die Musikindustrie, da sind wir wieder! Pünktlich zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts erreicht uns eine Flut an Alben mit am Reißbrett zusammengezimmerter Popmusik, die allen Indie-Verfechtern und Hiphop-Aficionados zeigen soll, wo der Hammer hängt. Die Musik unserer vier Neuerscheinungen wird die Radiowellen der Republik unaufhaltsam verseuchen, und das alles wäre ja noch erträglich, wenn es nicht so fürchterlich kalkuliert und berechenbar klingen würde.

Wir spielen:
21.9.: Ava Max – Born To The Night (vom Album “Heaven & Hell)
22.9.: Tom Gregory – Run To You (vom Album ” Heaven In A World So Cold”)
23.9.: Alicia Keys – Time Machine (vom Album “Alicia”)
24.9.: Keith Urban – Say Something (vom Album “The Speed Of Now Part 1”)
25.9.: Ava Max – OMG What’s Happening (vom Album “Heaven & Hell”)

38. Kalenderwoche, 14. – 18. September
Marilyn Manson – We Are Chaos
(erschienen am 11.9.2020)
Marilyn Manson, der im letzten Jahr auch schon die 50 Lebensjahre gerissen hat, schockt ja nun beim besten Willen niemand mehr. Das neue Album hört sich auch schon fast wie ein Alterswerk an, das man getrost mit den letzten Platten der Rentner des Genres, Ozzy und Alice Cooper, vergleichen kann. Reichlich Midtempo-Rocker, und wenig melodische oder produktionstechnische Überraschungen. Die Radiokollegen, die uns letztens die Frequenz im Norden gemopst haben, dürften begeistert sein. Bei allen anderen dürfte sich das Urteil danach richten, was man vom Stempel “Classic Rock” hält.

Wir spielen:
14.9.: We Are Chaos
15.9.: Paint You With My Love
16.9.: Half-Way & One Step Forward
17.9.: Don’t Chase The Dead
18.9.: Broken Needle

37. Kalenderwoche, 7. – 11. September
Chløë Black / U96 & Wolfgang Flür
(erschienen zwischen 2018 und jetzt)
So. Da haben wir jetzt das ganze Wochenende auf das für Samstag angekündigte neue Lana Del Rey-Album “Chemtrails Over The Country Club” gewartet, und außer einem kryptischen Tweet mit dem Inhalt “12:12” ist nix gekommen. Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als die Woche mit unserer liebsten Ersatz-Lana Del Rey zu füllen. Bevor wir aber dazu kommen, starten wir mit einer anderen Kuriosität in die Woche: Die Techno-Daddler von U96 (“Das Boot“) haben ein Album zusammen mit Wolfgang Flür, dem Ex-Schlagzeuger von Kraftwerk, aufgenommen, und das klingt zum Teil wie eine unfreiwillg komische Kraftwerk-Parodie. Kennt jemand noch Fraktus? Es ist vielleicht ein wenig gemein, aber der Gesang der Titelzeile erinnert uns ziemlich an Wum.

7.9.: U96 & Wolfgang Flür – Zukunftsmusik (Radiophonique) (Album “Transhuman” erschienen am 4.9.2020, die Single ist schon zwei Jahre erhältlich)

Chløë Black heißt unser Lana Del Rey-Ersatz. Die Sängerin aus London ist seit 2015 mit Singles aktiv, und wir können im Rest der Woche fast ihr gesamtes bisher erschienenes Werk vorstellen. Der Vergleich mit Lana Del Rey liegt wirklich nah. Wir spielen übrigens wo vorhanden die etwas entschärften Versionen der Titel.

8.9.: Chløë Black – Spaceman (erschienen 13.7.2018)
9.9.: Chløë Black – No Regrettes (Matvei Remix) (erschienen am 22.5.2020)
10.9.: Chløë Black – Sacrifice (erschienen am 21.8.2020)
11.9.: Chløë Black – Waterbed (erschienen am 26.10.2017)

36. Kalenderwoche, 31. August – 4. September
Diverse Neuerscheinungen
(alle erschienen am 28.8.2020)
Wir können uns mal wieder nicht entscheiden, und so gibt es in dieser Woche 5 Anspieltipps aus neuen Alben.
Wir spielen:
31.8.: Yello – Waba Duba (aus dem Album “Point”)
Yello darf man ohne böse Hintergedanken als Rentnerband bezeichnen. Sänger Dieter Meier ist mittlerweile 75 und Studiotüftler Boris Blank auch schon 68 Jahre alt. Nach einer Phase, in der sie als eine der un-hipsten Bands galten und in den 90ern und frühen Nuller Jahren eine Reihe von Alben veröffentlichten, an die sich niemand mehr erinnert, obwohl sie im Prinzip seit Mitte der 80er Jahre immer dieselbe Musik machten, schlägt ihnen jetzt wieder mehr Wohlwollen entgegen. Das Album kommt nicht an die Klassiker aus den 80ern ran, gehört aber zu den besseren der letzten 20 Jahre.
1.9.: Disclosure – Expressing What Matters (aus dem Album “Energy”)
Das britische Brüder-Duo Disclosure kann man als Epigonen von Yello bezeichnen, die jetzt die Rhythmen für sich entdecken, die Yello vor 40 Jahren bekannt gemacht haben. Das ist alles ganz ok, aber uns fehlt der Fun-Faktor, der bei Yello immer dabei ist.
2.9.: Giant Rooks – All We Are (aus dem Album “Rookery”)
Wir haben an dieser Stelle die Band aus Hamm mal dafür gelobt, dass sie sich so überhaupt nicht anhören wie eine deutsche Band. Mit dem Debütalbum “Rookery” nehmen wir das Lob einen halben Schritt zurück und konstatieren, dass sie sich für ne deutsche Band ziemlich gut anhören. Uns fehlt etwas die hingeschlenzte Lässigkeit der frühen Titel.
3.9.: Thees Uhlmann – Wir trafen uns in einem Garten (aus dem Album “Gold”)
Wir sind sehr gespannt, ob das Thees Uhlmann-Open Air heute (Donnerstag) abend in der Emslandarena trotz Corona funktioniert, und deswegen spielen wir hier einen Titel aus der frisch erschienen Vinyl-LP “Gold”, auf der die Bonustracks der letzten CD versammelt sind. “Wir trafen uns in einem Garten” ist ein Song von Inga Humpe, vielleicht schon bekannt von ihrer Band 2raumwohnung.
4.9.: Sevdaliza – Eden (aus dem Album “Shabrang”)
“Shabrang” ist das 4. Album der iranisch-holländischen Sängerin und verströmt mit seinem von persischer Folklore beeinflussten Trip-Hop einen etwas morbiden Charme.

35. Kalenderwoche, 24. – 28. August
The Killers – Imploding The Mirage
(erschienen am 21.8.2020)
Das 6. Album der Killers ist die größte Neuerscheinung der Woche und hat sich auch prompt an die Spitze der Download-Charts gesetzt. Die internationale Musikkritik findet das Album ganz gut, aber uns lässt es etwas ratlos zurück. Immer wieder bedienen sich die Killers aus dem Pop/Rock-Fundus der 80er und frühen 90er und drehen diese Mischung so lang durch den Wolf einer breiigen Produktion, bis sich alles gleich und irgendwie bekannt anhört. “Blowback” klingt wie ein Tom Petty-Song ohne Tom Petty, der Titelsong “Imploding The Mirage” könnte von den Cars stammen und der Opener “My Own Soul’s Warning” bedient sich kräftig bei A Flock Of Seagulls. Wenn bei iTunes behauptet wird “Ihr Stadionrock ist 2020 relevant wie eh und je”, können wir das trotz aller mitgröhltauglichen Stadion-Fanfaren nicht wirklich nachvollziehen.

Wir spielen:
24.8.: My Own Soul’s Warning (zum Vergleich: hier das Video von A Flock Of Seagulls – Space Age Love Song)
25.8.: Blowback (zum Vergleich: hier das Video von Tom Petty – Refugee)
26.8.: Running Towards A Place
27.8.: Imploding The Mirage (zum Vergleich: hier das Video von The Cars – Shake It Up)
28.8.: Fire In Bone


34. Kalenderwoche, 17. – 21. August
Holly Humberstone – Falling Asleep At The Wheel (EP)
(erschienen am 14.8.2020)
Die 20jährige Britin Holly Humberstone ist der letzte Neuzugang in der Riege der abgefeierten Nachwuchsmusikerinnen. Im Januar erschien ihre erste Single, jetzt ihre Debüt-EP mit 6 Titeln. Die Musikpresse feiert sie recht euphorisch ab und vergleicht sie mit Phoebe Bridgers, Lorde und Billie Eilish, und tatsächlich findet man Ähnlichkeiten in den Songs der EP, die allesamt so gelungen sind, dass wir in dieser Woche einfach die ersten fünf der Reihe nach vorstellen. Sollte man im Auge behalten.

Wir spielen:
17.8.: Deep End
18.8.: Falling Asleep At The Wheel
19.8.: Overkill
20.8.: Drop Dead
21.8.: Vanilla

33. Kalenderwoche, 10. – 14. August
Neues von Glass Animals, Washed Out und Fast Romantics
(erschienen am 6.8. und 7.8.2020)
Glass Animals: britische Pop-Band, 2010 gegründet, 3. Album “Dreamland” frisch erschienen. Werden oft dem Trip-Hop oder psychedelic Pop zugeordnet, ist aber im Kern radiotauglicher Pop auf Hiphop-Beats. Kann man hören, ist aber vermutlich zu harmlos, um wirklich erfolgreich zu werden.
Washed Out: Alias des US-Musikers Ernest Greene, gilt als einer der stilprägenden Musiker des Chillwave: entspannte elektronische Popmusik mit 80er-Anleihen. Genau das gibt es auch auf dem neuen, vierten Album “Purple Noon“. Musik für die Tage, an denen es einfach zu heiß ist.
Fast Romantics: seit 2009 aktive kanadische Band, deren Durchbruch bisher noch ausgeblieben ist. Widmen sich auf ihrem neuen Album “Pick It Up” der Wiederbelebung des klassischen britischen Songwritings der 80er. Da der Sänger wie eine Mischung aus Tom Petty und Elvis Costello klingt, klappt das ganz gut.

Wir spielen:
10.8.: Glass Animals – Heat Waves
11.8.: Glass Animals – Tangerine
12.8.: Washed Out – Face Up
13.8.: Washed Out – Too Late
14.8.: Fast Romantics – Only People

32. Kalenderwoche, 3. – 7. August
Dominic Fike – What Could Possibly Go Wrong
(erschienen am 31.7.2020)
Junger Musiker mit schwieriger Kindheit wird von großer Plattenfirma entdeckt und bekommt direkt einen millionenschweren Plattenvertrag – das wäre auch Material für einen ziemlich klischeehaften B-Film. Das erste Ergebnis der neuen Karriere war der Titel 3 Nights, der 2019 zuerst monatelang in den Untiefen des Internets dahingammelte, bevor er sich zum Radio-Dauerbrenner entwickelte, der immer noch in den meisten Playlisten auftaucht. Jetzt kommt das Debütalbum, und ein zweites “3 Nights” ist (leider?) nicht drauf. Stattdessen gibt es 14 Musik-Miniaturen (die meisten Stücke sind deutlich kürzer als 3 Minuten), die Trap, Hiphop und R&B streifen, aber noch nicht so richtig klarmachen, wohin die Richtung geht. Mal sehen, ob die Rechnung der Plattenfirma aufgeht.

Wir spielen:
3.8.: Superstar Sh*t
4.8.: Chicken Tenders
5.8.: Vampire
6.8.: Wurli
7.8.: Double Negative (Skeleton Milkshake)

31. Kalenderwoche, 27. – 31. Juli
Taylor Swift – folklore
(erschienen am 24.7.2020)
Da kommen wir nicht dran vorbei: das Corona-Überraschungs-Ei von Taylor Swift ist natürlich das Album der Woche, und mehr sagen wir auch nicht dazu. Fragt das Internet…
Das Internet (Teil 1): “Anyone who doesn’t like this is a rotted tasteless husk of a human being sorry girls I don’t make the rules it’s just a fact”.
Das Internet (Teil 2): “If anyone other than her put this out it would be called long, samey and dull.”

Wir spielen:
27.7.: mad woman
28.7.: invisible string
29.7.: the last great american dynasty
30.7.: cardigan
31.7.: august

30. Kalenderwoche, 20. – 24. Juli
Ellie Goulding / Love Fame Tragedy / Jarv Is…
(erschienen 10.7. und 17.7.2020)
Wir starten die Woche mit Love Fame Tragedy, dem Soloprojekt von Matthew Murphy, des Sängers der Wombats, und dem bereits in der vorletzten Woche erschienenen Album “Wherever I Go, I Want To Leave”. The Wombats kennt man vielleicht noch von ihrem 2010er-Hit “Tokyo (Vampires & Wolves)“, den wir auch ganz gern immer mal wieder auflegen. Love Fame Tragedy ist so poplastig wie die Wombats, mit etwas weniger Gitarren. Nicht jeder Titel des Albums sitzt, aber die Mehrzahl ist auf jeden Fall gutes Radiofutter.
Ähnliches lässt sich auch vom neuen Ellie Goulding-Album “Brightest Blue” sagen, das konsequenterweise die offensichtlich aufs Radio schielenden Titel auf die zweite Hälfte des Doppelalbums mit dem Untertitel EG.0 verbannt hat. Ellie Goulding bleibt ihrem Stil im großen und ganzen treu, auch wenn uns das Album trotz einiger Ohrwürmer insgesamt zu bräsig ist.
Das Wochenende läuten wir mit dem Debütalbum von “Jarv Is…” ein, dem Bandprojekt des früheren “Pulp“-Sängers Jarvis Cocker. Das ist eine ziemlich schräge Angelegenheit, weil es sich in großen Zügen anhört wie ein Pastiche der letzten Alben von Leonard Cohen. Hier zum Vergleich mal Links zu Videos von Leonard Cohen und Jarv Is…

Wir spielen:
20.7.: Love Fame Tragedy – You Take The Fun Out Of Everything
21.7.: Love Fame Tragedy – Everything Affects Me Now
22.7.: Ellie Goulding – How Deep Is Too Deep
23.7.: Ellie Goulding – Slow Grenade (feat. Lauv)
24.7.: Jarv Is… – Save The Whale

29. Kalenderwoche, 13. – 17. Juli
The Beths – Jump Rope Gazers / Lorelei – 2 Singles
(erschienen am 10.7.2020 / 2019 / 2020)
Und wieder verirren wir uns auf die andere Seite der Erde: The Beths kommen aus Neuseeland, machen Shoegaze-beeinflussten Gitarrenpop und haben gerade ihr zweites Album vorgestellt. Das australische Duo Lorelei hat es bisher erst auf drei Singles gebracht, von denen wir hier zwei vorstellen wollen. Die sind eher etwas dunkler gehalten und orientieren sich an Vorbildern wie The Cure und den Cocteau Twins. Beide zeigen auf jeden Fall, dass die Indie-Szene down under blüht und noch kein Anlass besteht, die Gitarrenmusik ganz abzuschreiben. Da es ungefähr zehn Bands/Interpreten mit dem Namen Lorelei gibt, stellen wir unten wieder die Links zu den Social Media-Kanälen rein.

Wir spielen:
13.7.: The Beths – Don’t Go Away
14.7.: The Beths – Dying To Believe
15.7.: The Beths – Out Of Sight
16.7.: Lorelei – Skylight
17.7.: Lorelei – Pale

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28. Kalenderwoche, 6. – 10. Juli
Skott – Always Live For Always
(erschienen am 26.6.2020)

Im September 2017 haben wir an dieser Stelle die Schwedin Pauline Skott als Newcomerin vorgestellt, und fast drei Jahre später ist endlich das Debütalbum erschienen. Da der große Durchbruch immer noch auf sich warten lässt, hat es kaum jemand mitbekommen (Verkaufsrang bei Amazon bei den Alben im Moment: 33.909 – schon etwas bitter), und wir sind auch mehr aus Zufall drüber gestolpert. Wir haben Skott vor drei Jahren für die stimmlichen Qualitäten zwischen Kate Bush und Lana del Rey gelobt, und da sich daran nichts geändert hat, holen wir die Albumvorstellung mit einer Woche Verspätung nach. Auf dem Album sind neben neuen Titeln auch eine Handvoll ihrer älteren Singles, und wem unsere Auswahl in dieser Woche zusagt, sollte auf jeden Fall in die restlichen Singles der letzten Jahre reinhören, denn einige unserer bisherigen Favoriten wie Mermaid und Glitter & Gloss sind nicht auf dem Album.

Wir spielen:
6.7.: Porcelain
7.7.: Kodak & Codeine
8.7.: Benz
9.7.: Talk About Me
10.7.: Stay Awake

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27. Kalenderwoche, 29. Juni – 3. Juli
Women In Music Pt. III
(erschienen am 26.6.2020)
“Women In Music Pt. III” ist der Titel des neuen Albums des Schwestern-Trios Haim, und das wäre es mit dem Album der Woche schon fast gewesen. Das Album wird von Kritikern und Hörern gleichermaßen freundlich aufgenommen und wird als bestes Album der Woche gerade auch anderswo vorgestellt. Zeitgleich sind aber noch zwei weitere Alben bzw. Vorabsingles erschienen, die nicht nur (genau wie Haim) ihre Wurzeln in Alt-Country bzw. Country-Musik haben, sondern auch (genau wie Haim) die Genregrenzen mit akustischen Experimenten sprengen. Das ist in allen drei Fällen gelungen und interessant, und deswegen stellen wir unter dem Obertitel gleich drei Neuerscheinungen vor. Neben Haim hat uns in dieser Woche das zweite Album von Becca Mancari beeindruckt, und den Abschluss der Woche macht eine Vorabsingle zum neuen Album der Dixie Chicks, die sich gerade von der ersten Hälfte ihres Bandnamens getrennt haben und jetzt nur noch als “The Chicks” firmieren. Die Single ist gleichzeitig auch noch ein Nachtrag zu unserem Special der letzten Woche.

Wir spielen:
29.6.: Haim – Up From A Dream (aus dem Album “Women In Music Pt. III”)
30.6.: Haim – All That Ever Mattered (aus dem Album “Women In Music Pt. III”)
1.7.:   Becca Mancari – First Time (aus dem Album “The Greatest Part”)
2.7.:   Becca Mancari – Lonely Boy (aus dem Album “The Greatest Part”)
3.7.:   The Chicks – March March (Vorabsingle zum Album “Gaslighter”, das am 17.7. erscheint)

26. Kalenderwoche, 22. – 26. Juni
Special: Black Lives Matter
(alle erschienen am 19.6.2020)
In den Nachrichten konnten wir in den letzten Wochen alle das Entstehen einer neuen Protestbewegung in den USA verfolgen, die auch dazu geführt hat, dass eine Vielzahl von Musikerinnen und Musikern die Kunst des Protestsongs wiederbelebt haben, die schon fast ausgestorben war. Jahrzehntelang aufgestauter Unmut bricht sich hier Bahn, und dies auch mit nicht immer zimperlicher Wortwahl (dies nur als Vorwarnung). Die Titel, die wir in dieser Woche spielen, sind alle am vergangenen Freitag erschienen und können schon jetzt als Dokumente der Zeitgeschichte betrachtet werden. Unsere Auswahl reicht dabei vom aufstrebenden R&B-Star H.E.R., die altgedienten Polit-Rapper Public Enemy, die frühere En Vogue-Sängerin Terry Ellis (von der man schon lange nichts mehr gehört hatte), Nachwuchsrapper Ric Wilson aus Chicago bis hin zu einer neuen Single von Superstar Beyoncé.

Wir spielen:
22.6.: H.E.R. – I Can’t Breathe
23.6.: Ric Wilson – Fight Like Ida B & Marsha P
24.6.: Terry Ellis – Angry Black Woman
25.6.: Beyoncé – Black Parade
26.6.: Public Enemy – State Of The Union (STFU)

25. Kalenderwoche, 15. – 19. Juni
GUM – Out In The World
(erschienen am 12.6.2020)
GUM ist das Alias des australischen Keyboarders Jay Watson, der neben seinen Jobs als Tour-Keyboarder bei Tame Impala (siehe KW 8) und bei seiner Hausband Pond immer mal wieder Soloalben veröffentlicht, von denen “Out In The World” bereits das fünfte ist. Obwohl das Keyboard dominiert mag man kaum von elektronischer Pop- oder Rockmusik sprechen, weil seine Einflüsse hörbar aus dem Psychedelic Rock der späten 60er und frühen 70er kommen, sprich: die frühen Pink Floyd, Spuren von Led Zeppelin oder Leuten wie Kevin Ayers. Das klingt ein wenig verschroben, aber nicht nostalgisch oder unmodern. Die angenehm kurze Lauflänge der Songs verhindert, dass die Musik in trippiges Gedudel abrutscht. Verglichen mit Tame Impala gibt es hier eher “richtige”, kompakte Songs zu hören. Wer sich gern selbst einen Gesamteindruck verschaffen möchte: die Plattenfirma hat das komplette Album netterweise zum kostenlosen Streamen auf Youtube eingestellt – hier der Link.

Wir spielen:
15.6.: Out In The World
16.6.: Many Tears To Cry
17.6.: Airwalkin’
18.6.: Don’t Let It Go Out
19.6.: Low To Low

24. Kalenderwoche, 8. – 12. Juni
Newcomer-Special
(alle erschienen am 5.6.2020)
In dieser Woche gönnen wir uns mal wieder einen Streifzug durch Neuerscheinungen, die noch keine ellenlange musikalische Biographie mitbringen, keine Millionen an Youtube-Views haben und froh sein können, wenn sie schon 100mal bei Shazam aufgerufen wurden (das ist die App, die einem im Handy sagt, welche Musik gerade im Radio läuft). Einmal quer durch die Welt:

Wir spielen:
8.6.: Momma – Double Dare (vom Album “Two Of Me”)
Momma sind eine junge Indie-Band aus LA, die gerade ihr zweites Album veröffentlicht haben, das sich so etwas an Shoegaze-Indie-Klänge der 90er anlehnt. 261 Shazams.
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9.6.: Navvy – Pieces (Single)
Navvy ist eine Newcomerin aus Neuseeland, die auf ihren bisherigen Singles immer dann vielversprechend klingt, wenn sie statt “Frau allein am Klavier” richtige Popsongs macht. 36 Shazams.
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10.6.: Mall Girl – My Sweet Mall Girl (Single)
Eine norwegische Indieband mit ihrer vierten Single, mit sehr freundlich-melodischen Klängen. Live können sie auch etwas ruppiger sein, wie man auf diesem Live-Konzert auf Youtube sehen kann. 22 Shazams.
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11.6.: Archi & Pelago – River (von der EP “River”)
Die EP ist die vierte Veröffentlichung der schwedischen Newcomer, “River” ist ein netter sommerlich-nostalgisch-folkiger-beatlesker Titel. 0 Shazams (Oooch…)
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12.6.: The Aces – Kelly (vom Album “Under My Influence”, das heute, am 12.6. erscheint)
Die Indie-Pop-All-Girl-Band The Aces gibt es schon etwas länger, stammt aus Utah in den USA und hat sich zumindest in der Indie-Szene einen gewissen Ruf (und einen eigenen Wikipedia-Eintrag) erarbeitet. Dieser Vorabtitel aus dem neuen Album ist ein Reggae mit 80er-Flair, der uns schonmal auf die wärmeren Temperaturen einstimmt. 78 Shazams.
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23. Kalenderwoche, 2. – 5. Juni
Lady Gaga – Chromatica
(erschienen am 29.5.2020)
Als Plus vermerken wir, dass von den 13 richtigen Songs des Albums bestimmt 6 singletauglich sind und wir von Balladen komplett verschont bleiben; als Minus geht uns der unnötig exzessive Einsatz von Autotune auf die Nerven, außerdem röhrt uns Madame zu oft in höchster Lautstärke ins Mikrofon. Das Album übt sich auch zu oft im Recycling bereits genug durchgehechelter Ideen. Es ist immer schade, wenn Megastars, die sich eigentlich mehr Innovation leisten könnten, auf Nummer sicher gehen. Fazit: eine Handvoll Titel für die Sommer-Playliste, den Rest vergessen wir relativ schnell wieder.

Wir spielen:
2.6.: Alice
3.6.: Babylon
4.6.: Enigma
5.6.: Sour Candy (feat. Blackpink)

22. Kalenderwoche, 25. – 29. Mai
The 1975 – Notes On A Conditional Form
(erschienen am 22.5.2020)
Das 4. Studioalbum von The 1975 zeichnet sich vor allem durch eines aus: den Willen, sich nicht festlegen zu lassen. Die Platte beginnt mit einem Mission Statement von Greta Thunberg um dann hart mit dem einzigen brachialen Riff-Rocker des Albums fortzusetzen. Es folgen Ausflüge in Britpop, Vocoder-Rap, britischen Garage Funk, den US-Country-Pop der 70er, Singer-Songwriter-Pop und mehr, immer wieder unterbrochen durch instrumentale Fingerübungen. Das sorgt dafür, dass das Album nie langweilig wird, aber wir vermissen doch etwas eine Linie, die uns sagt, was diese Band eigentlich ausmacht. Das geht nicht nur uns so: das Album hat bei der internationalen Musikkritik ein ziemlich gemischtes Echo hervorgerufen. Immerhin springen dabei eine ganze Reihe von potenziellen Singles heraus, die für die Charts und fürs Radio taugen.

Wir spielen:
25.5.: If You’re Too Shy (Let Me Know)
26.5.: I Think There’s Something You Should Know
27.5.: Me & You Together Song
28.5.: Roadkill
29.5.: What Should I Say

21. Kalenderwoche, 18. – 22. Mai
Jacob Collier – Djesse
(erschienen 2018 – 2020)
Jacob Collier ist ein 25 Jahre alter britischer Sänger, Multiinstrumentalist und Soundbastler, der trotz seiner jungen Jahre nicht nur Youtube-Star ist, sondern auch schon mehrere Grammys für seine Arrangements eingeheimst hat. Djesse ist ein auf insgesamt 4 Alben angelegtes Projekt, das 2018 mit Vol. 1 begann und mit einem klassischen Orchester eingespielt wurde. Auf Vol. 2 (2019) gab es dann mehr Folk-Einflüsse, und Vol. 3, von dem bisher drei Vorab-Singles erschienen sind, orientiert sich (soweit bisher zu sagen) mehr an R&B. Ihre Wurzeln hat die Musik von Jacob Collier aber im Jazz, auch wenn seine oft verwegenen Arrangements weniger improvisiert als ausgetüftelt sind. Man höre bei unseren Beispielen mal besonders darauf, was er alles mit Stimmen anstellt.

Wir spielen:
18.5.: In My Bones (feat. Kimbra & Tank and The Bangas) (aus Djesse Vol. 3, erschienen am 25.3.2020)
19.5.: All I Need (feat. Mahalia & Ty Dolla $ign) (aus Djesse Vol. 3, erschienen am 14.5.2020)
20.5.: Bakumbe (feat. Sam Amidon) (aus Djesse Vol. 2, erschienen am 19.7.2019)
22.5.: Here Comes The Sun (aus Djesse Vol. 2, erschienen am 26.4.2019)

20. Kalenderwoche, 11. – 15. Mai
Diverse Neuerscheinungen
(erschienen in den letzten Wochen)
Corona schlägt jetzt hörbar auch ins Musikgeschäft durch. Es gibt zur Zeit nur wenig Aktuelles, und das, was den Weg zu uns findet, reißt uns meistens auch nicht gerade vom Hocker. Deswegen auch in dieser Woche noch einmal ziemlich willkürlich ausgesucht einige neue Titel, die unsere Nerven wenigstens nicht allzusehr strapaziert haben.

Wir spielen:
11.5.: GWSN – Bazooka! (erschienen am 28.4.). Ein kleiner Ausflug in den K-Pop: GWSN, international auch als “Girls In The Park” vermarktet, ist eine 2018 gecastete koreanische Girlgroup, die in ihrer Heimat ziemlich bekannt ist, wie die jeweils um die 20 Millionen Abrufe ihrer Videos auf Youtube zeigen. Bazooka! stammt aus ihrer neuen EP “The Keys”.
12.5.: Ella Eyre – L.O.V.(e). (erschienen am 8.5.). Endlich mal wieder was neues von einer unserer liebsten Reibeisenstimmen. Vielleicht vergessen wir jetzt auch langsam, dass sie 2015 für eine der schwärzesten Stunden in der deutschen Eurovisionsgeschichte verantwortlich war.
13.5.: Nico Santos & Topic – Like I Love You (erschienen am 8.5.). Ein Titel aus dem frisch erschienenen 2. Album von Nico Santos. Titel daraus liefen und laufen permanent bei uns und fast allen Nachbarsendern, deswegen sparen wir uns den Rest.
14.5.: Jessie Ware – Save A Kiss (erschienen am 7.5.). Neue Single der unserer Meinung nach unterbewerteten britischen Sängerin, die allerdings auch schon längere Zeit nichts wirklich Großartiges mehr abgeliefert hat. Tauchte zuletzt 2014 bei uns mit einer CD der Woche auf.
15.5.: Kim Petras – Malibu (erschienen am 7.5.). Die Backstory zur Künstlerin kann man besser bei Wikipedia nachlesen, “Malibu” wird gerade als Kandidat für den potenziellen Sommerhit gehandelt. Wir sind da noch etwas skeptisch.

19. Kalenderwoche, 4. – 8. Mai
Moyka & Munya
(erschienen 2018 – 2020)
Mangels tauglicher Alben noch einmal ein kleines Newcomer-Special: Moyka und Munya haben neben den ähnlich klingenden Künstlernamen gemeinsam, dass beide noch ziemlich am Anfang ihrer Karriere stehen und “nur” jeweils eine Handvoll Singles, aber noch kein richtiges Album produziert haben. Beide machen elektronische Popmusik, wenn auch mit etwas anderer Ausrichtung und haben in den letzten Tagen jeweils ihre neue Single veröffentlicht.
Moyka (alias Monica Engeseth) kommt aus Norwegen und macht tanzbaren Elektropop. Ihre letzten beiden Singles, die wir hier vorstellen, zeigen bereits Stilsicherheit und Wiedererkennbarkeit.
Munya (alias Josie Boivin) kommt aus Kanada und singt ihren elektronischen Lounge-Pop auch mal auf Französisch, was dann hörbar an andere Vertreter des Genres wie Stereolab oder Nouvelle Vague erinnert.

Wir spielen:
4.5.: Moyka – Backwards (erschienen am 1.5.2020)
5.5.: Moyka – Spaces (erschienen am 7.4.2020)
6.5.: Munya – Hotel Delmano (erschienen am 5.10.2018)
7.5.: Munya – Benjamin (erschienen am 8.3.2019)
8.5.: Munya – Boca Chica (erschienen am 29.4.2020)

Moyka auf Instagram und Facebook
Munya auf Instagram und Facebook

18. Kalenderwoche, 27. – 30. April
mxmtoon – dawn
(erschienen am 22.4.2020)
Manchmal kommen wir uns doch schon ganz schön alt vor: Bei der Durchsicht der Neuerscheinungen dieser Woche stolpern wir über mxmtoon und denken uns: nie gehört. Bei Wikipedia lernen wir, dass es sich um einen Ukulele-spielenden 19jährigen Social Media-Star namens Maia aus den USA handelt, schauen mal kurz bei Facebook nach und denken uns: ca. 22.000 Fans, da ist ja noch Luft nach oben. Ein Blick auf ihren Youtube-Kanal zeigt aber schon regelmäßig mehr als eine Million Views für ihre Musikvideos, auch Instagram sieht mit ungefähr 540.000 Abonnenten ganz anders aus. Den Vogel schießt aber ihr Auftritt bei TikTok ab, mit 1,6 Millionen Followern und 62 Millionen Likes. Was lernen wir? Ist Facebook nur noch was für Senioren? Musikalisch gibt es von mxmtoon harmlos/freundlichen Ukulele-Pop, der nicht besonders aufregend ist, aber 62 Millionen Leute können sich ja nicht irren, oder?

Wir spielen:
27.4.: no faker
28.4.: quiet motions
29.4.: almost home
30.4.: 1,2

17. Kalenderwoche, 20. – 24. April
Rina Sawayama – Sawayama
(erschienen am 17.4.2020)
Festhalten: diese Woche wird es etwas lauter! Rina Sawayama kreuzt ihren Pop/R&B mit brettharten Nu Metal-Riffs, und das ist doch mal ne interessante Mischung. Manchmal klingt das wie Britney Spears oder Prince, manchmal wie Limp Bizkit oder Led Zeppelin, und manchmal auch alles gleichzeitig. Die Kritiker sind jedenfalls vom ersten “richtigen” Album der britisch/japanischen Sängerin begeistert (es gab vorher bereits ein Mini-Album), und auch wir halten das Album für eines der interessantesten des angefangenen Jahres, auch wenn das ziemlich durchgehaltene “immer auf die Glocke”-Prinzip auf Albumlänge etwas anstrengend werden kann.

Wir spielen:
20.4.: XS
21.4.: Who’s Gonna Save U Now?
22.4.: STFU!
23.4.: Paradisin’
24.4.: Love Me 4 Me

16. Kalenderwoche, 14. – 17. April
Diverse Singles
(erschienen zwischen dem 3.4. und 10.4.2020)
Ostern und Corona – keine guten Zeiten für neue Alben, deswegen gibt es in dieser Woche wieder mal einen Streifzug durch frisch erschienene Titel.

Wir spielen:
14.4.: Twenty One Pilots – Level Of Concern
Da hat sich doch tatsächlich ein Corona-Song in unsere Neuvorstellungen geschlichen, aber der neue Titel der Twenty One Pilots ist nicht ganz so schlimm wie das meiste andere, was uns derzeit akustisch mit Virusbezug um die Ohren gehauen wird.
15.4.: Gorillaz – Aries (feat. Peter Hook & Georgia)
Für ihre neue Single haben sich die Gorillaz den New Order-Bassisten Peter Hook dazugeholt, und genau so klingts auch.
16.4.: Phoebe Bridgers – Kyoto
Indie-Darling Phoebe Bridgers wird in der Szene immer mehr zum Star – mit Recht, finden wir, solange sie weiter so feine Musik abliefert wie auf dieser Vorabsingle zum neuen Album, das im Juni erscheinen soll.
17.4.: Emma Steinbakken – Let’s Blow Our Feelings Up With Dynamite
Emma Steinbakken ist ein gerade mal 16 Jahre altes norwegisches Nachwuchstalent und hat mit diesem Titel, ihrer 4. Single, unserer unmaßgeblichen Meinung nach einen echten Hit hingelegt, den wir bei uns bestimmt noch öfter hören werden.

15. Kalenderwoche, 6. – 9. April
Steve Aoki – Neon Future IV
(erschienen am 3.4.2020)
Auch in dieser Woche können wir wirklich etwas gute Laune gebrauchen, und deswegen legen wir an dieser Stelle noch eine Partyplatte nach. Das neue Album des US-DJs Steve Aoki gibt uns dabei von allem zu viel: 27 (!) Titel, die eine beträchtliche Bandbreite aufweisen – von zeitgeistiger Popmusik a la The Weeknd oder Carly Rae Jepsen bis hin zu grenzdebilen Rave-Headbangern wie den enthaltenen Coverversionen von Hava Nagila und Popcorn. Das alles garniert mit einer ziemlich erlesenen Schar von Gaststars wie Sting, will.i.am, Zooey Deschanel oder Felix Jaehn. In Summe reicht das aus, um einem bei einer Laufzeit von gut 90 Minuten und entsprechender Lautstärke auch noch den letzten Rest von Hirn aus dem Kopf zu blasen. Und ist das nicht exakt das, was wir gerade benötigen?

Wir spielen:
6.4.: 2 In A Million (feat. Sting & SHAED)
7.4.: I Love My Friends (feat. Icona Pop)
8.4.: Let It Be Me (feat. Backstreet Boys)
9.4.: Popcorn (feat. Ummet Ozcan & Dzeko)

14. Kalenderwoche, 30. März – 3. April
Dua Lipa – Future Nostalgia
(erschienen am 27.3.2020)
rollingstone.com: “Your self-isolation dance party soundtrack is here.” Dem wäre kaum noch etwas hinzuzufügen. Dua Lipas zweites Album erschien früher als eigentlich geplant, und es passt mit seiner schon fast trotzigen Vergnügungssucht genau in die Zeit. Fast alle Titel haben das Zeug zu einer Hitsingle und laden spätestens nach den zweiten Hören zum Mitpfeifen beim Abwasch oder Staubsaugen ein. Wenn das Album aber gerade von den Kritikern buchstäblich abgefeiert wird, liegt das allerdings mit Sicherheit an der gegenwärtigen Sehnsucht nach ein wenig Ablenkung und nicht nur an den musikalischen Qualitäten. Diese sind aber zweifellos vorhanden, von kompositorischen Schlenkern, die verhindern, dass die grundsätzlich eher simpel gestrickten Songs zu schnell langweilig werden, bis hin zum geschickten Einsatz von Samples (White Town – Your Woman in “Love Again” und INXS – Need You Tonight in “Break My Heart”). Kylie Minogue zu ihrer besten Zeit, das ist ein Vergleich, der sich nicht nur uns aufdrängt. Disco lebt!

Wir spielen:
30.3.: Love Again
31.3.: Break My Heart
1.4.:   Levitating
2.4.:   Hallucinate
3.4.:   Good In Bed

13. Kalenderwoche, 23. – 27. März
The Weeknd – After Hours
(erschienen am 20.3.2020)
Was für ein Timing. Die Musikredaktion kann sich noch gut an den September 2001 erinnern, als plötzlich die ganze Welt andere Sorgen hatte als sich um neue Musik Gedanken zu machen. Damals sind eine ganze Reihe von guten Alben quasi durch den Rost gefallen. Keiner hat Musik gekauft, und als alles vorbei war, waren die Neuerscheinungen alt und vergessen. Vielleicht hilft es dem neuen Album von The Weeknd, dass im Unterschied zu damals jetzt alle zu Hause sitzen und Däumchen drehen. Wir haben an dieser Stelle schon vor Jahren The Weeknd alias Abel Tesfaye als einzig legitimen musikalischen Nachfolger von Michael Jackson bezeichnet, und das neue Album dürfte seinen Status weiter festigen. Die Musik bringt nichts sensationell neues außer einigen Reminiszenzen an die 80er, die wie im Titel “Scared To Live” auch mal in den Großkitsch abrutschen. Das alles aber mit großer Geste und gegenüber den letzten Alben nochmal gesteigerter Souveränität, so dass man jetzt wirklich sagen kann, dass er den Thron übernommen hat.

Wir spielen:
23.3.: Too Late
24.3.: In Your Eyes
25.3.: Save Your Tears
26.3.: Scared To Live
27.3.: After Hours

P.S.: Der Preis für ganz mieses Timing geht diese Woche an die Band “The Airborne Toxic Event” und ihre neue Single “Come On Out”. Die Band gibt es tatsächlich schon länger.

12. Kalenderwoche, 16. – 20. März
Fritz Kalkbrenner – True Colours
Auch unser Leben wird gerade ganz schön durcheinandergewirbelt. Aber nachden wir uns mit einem ASMR-Video einer Coronavirus-fressenden Schildkröte (Link) beruhigt haben, lassen wir uns die gute Laune nicht verderben, und dabei hilft uns das neue Album von Fritz Kalkbrenner. Der entfernt sich immer mehr von seinen Hardcore-House-Wurzeln und liefert hier neben einigen Instrumentals sehr ordentliche Popsongs ab, die zwar unverkennbar Kalkbrenner sind, aber auch etwas an Hits von Moby vor ein paar Jahren erinnern. Das sollte für die eine oder andere Hitsingle reichen.

Wir spielen:
16.3.: Good Things
17.3.: Daylight Is Falling
18.3.: Golden
19.3.: Last Summer
20.3.: Bright (Instrumental)

11. Kalenderwoche, 9. – 13. März
Phantogram – Ceremony
(erschienen am 6.3.2020)
Soweit wir das beurteilen können, pflegen Phantogram weiter ihre mit produktionstechnischen Spielereien aufgebrezelte Spielart des Indie-Pop, die hörbar in der Tradition von Garbage (der Band, nicht dem Müll) steht. Gefällt uns bis jetzt ganz gut, aber dieser Text musste diesmal so früh geschrieben werden, dass wir bisher auch nur die Hälfte des Albums kennen. Der Rest wird nachgeholt.

Wir spielen:
9.3.: In A Spiral
10.3.: Pedestal
11.3.: Dear God
12.3.: Let Me Down
13.3.: Love Me Now

10. Kalenderwoche 2020, 2. – 6. März
Neues von einigen Indie-Bands: Soccer Mommy, Surfaces, Real Estate, Franc Moody, Pinguini Tattici Nucleari
(erschienen am 28.2.2020)
Bis auf einen Titel könnte in dieser Woche der gemeinsame Nenner unserer Neuvorstellungen die Frühjahrsmüdigkeit sein. Bis auf die taktischen Nuklearpinguine aus Italien machen unsere Neuvorstellungen alle etwas den Eindruck, als wäre ihnen gerade der Energy Drink ausgegangen. Will nicht heißen, dass die Musik schlecht ist – nur etwas matt.

Wir spielen:
2.3.: Soccer Mommy – up the walls (vom Album “color theory”)
3.3.: Surfaces – Take It Easy (vom Album “Horizons”)
4.3.: Real Estate – Shallow Sun (vom Album “The Main Thing”)
5.3.: Franc Moody – Flesh And Blood (vom Album “Dream In Colour”)
6.3.: Pinguini Tattici Nucleari – Ringo Starr (vom Album “Fuori dall’Hype Ringo Starr”) (…bester Bandname des angebrochenen Jahres…)

9. Kalenderwoche 2020, 24. – 28. Februar
Grimes – Miss Anthropocene
(erschienen am 21.2.2020)
Die kanadische Sängerin Claire Boucher alias Grimes legt hier ihr 5. Album vor, und es passt eigentlich ziemlich gut in die zur Zeit feststellbare Häufung leicht durchgeknallter Popstars. Ihr neues Album ist eine Art Konzeptalbum über den Klimawandel, und Pitchfork zitiert sie dazu mit dem Spruch “I wanted to make climate change fun”, der Rolling Stone mit “I want to make it beautiful”. Es ist nicht ganz klar, ob die Lebensgefährtin von Elon Musk das nun ernst meint oder einfach nur trollt, und das hat so einige Musikkritiker doch etwas durcheinandergebracht. Hier z.B. den Kritiker des Rolling Stone: “Cosplaying as the Marie Antoinette of the climate crisis seems fitting for a person who is by all accounts ready to welcome our robot overlords, and who now has the financial means to do so”. Wenn man über die teilweise auch eher schwer zu verstehenden Texte hinweghört, bleibt musikalisch eine gar nicht mal uninteressante Mischung aus elektronischem Alternative-Pop und den operettenhaften Rock-Klängen von Bands wie Muse. In dieser Woche auf jeden Fall die interessanteste Neuerscheinung.

Wir spielen:
24.2.: 4ÆM
25.2.: You’ll Miss Me When I’m Not Around
26.2.: Violence (feat. i_o)
27.2.: We Appreciate Power (feat. HANA)
28.2.: My Name Is Dark (Art Mix)

8. Kalenderwoche 2020, 17. – 21. Februar
Tame Impala – The Slow Rush
(erschienen am 14.2.2020)
Tame Impala, das Projekt des Australiers Kevin Parker, ist spätestens seit dem 2015er-Album “Currents” auch weiteren Kreisen bekannt. Das neue Album schließt stilistisch an die “psychedelic Elektro-Pop”-Machart des letzten Albums an und vertieft dabei noch die 70er-Jahre-Referenzen, ohne dass es dabei zu nostalgisch wird (deutlich zu hören z.B. beim Supertramp-artigen Geklimper in “It Might Be Time”). Das Album dudelt manchmal etwas zu ziellos vor sich hin, lohnt aber das Reinhören allemal.

Wir spielen:
17.2.: Breathe Deeper
18.2.: Instant Destiny
19.2.: Borderline
20.2.: It Might Be Time
21.2.: On Track 

7. Kalenderwoche 2020, 10. – 14. Februar
Caroline Polachek – Pang
(als Download/Stream bereits erschienen, CD ab 7. Februar, Vinyl ab 14. Februar)

Caroline Polachek war bis 2017 Sängerin der Elektropop-Band Chairlift, die 2008 ihren einzigen kleinen Mini-Hit mit “Bruises” hatten, an den sich vielleicht der eine oder andere noch erinnert. Ihr erstes Soloalbum unter eigenem Namen erschien in digitaler Form bereits im Oktober letzten Jahres und wurde von der Musikkritik ausgesprochen freundlich aufgenommen. Die Platte driftet zwischen eher retro-orientiertem Elektropop und experimentelleren Klängen, bricht dabei aber nur selten aus dem Wohlklang aus. “So Hot You’re Hurting My Feelings” könnte sich aber noch als Sleeper Hit entpuppen. Den werden wir auch hier bestimmt noch öfter hören.

Wir spielen:
10.2.: So Hot You’re Hurting My Feelings
11.2.: Hit Me Where It Hurts
12.2.: Ocean Of Tears

Neue Singles von Kakkmaddafakka und Circa Waves
Kakkmaddafakka
– der Name lässt es vielleicht schon erahnen – bringen ganz schöne Power auf die Bühne. Die hat den Auftritten schnell einen Ruf beschert, der ihnen vorauseilt. Aber auch ohne Auftritt, auf der Platte, lohnt es sich allemal. Kakkmaddafakka, vier Jungs aus Norwegen, arbeiten hart. Und als hart arbeitende Band wollen sie sich auch präsentieren: Ein neues Album in 2016, 2017 und 2019 und eine neue EP in 2020. Ihre Musik verbreitet Sommergefühl und versorgt uns mit einem Soundtrack, den man sich auch jetzt schonmal anhören kann und der unsere Gedanken etwas abschweifen lässt. Die neue EP soll im Frühjahr kommen – eine Vorbereitung auf den Sommer. Die Single daraus gibt es jetzt schon.

Wir spielen:
13.2.: Echoes

Wir mögen die Idee: Das neue Album von Circa Waves kommt in zwei Teilen. Nummer eins ist seit dem 10. Januar auf dem Markt unter dem Titel “Happy”. Nummer zwei kommt am 13. März mit dem Titel “Sad”. Die Songs spiegeln das wider: Happy / Sad – glücklich /traurig. So sind die ersten sieben Songs uneingeschränkte Feel-Good-Songs. Die lassen zwischenzeitlich auch mal ans erste Album zurückdenken. Denn darauf finden wir “T-Shirt Weather”, das mehr oder weniger zum Hit wurde. Tracks wie “Jacqueline” und “Move to San Francisco” knüpfen problemlos daran an, gerade auch mit der Line “I think that we should move to San Francisco, that’s where the happy people go.” Man merkt: Das Album “Happy”. In der vergangenen Woche ist jetzt die erste Single des zweiten Teils rausgekommen. Die heißt “Sad Happy”. Bereitet uns auf ein Album mit ruhigeren Songs vor. Aber macht vor allem Lust auf mehr Circa Waves.

Wir spielen:
14.2.: Sad Happy

6. Kalenderwoche 2020, 3. – 7. Februar
Special: VAVA
Ok, das müssen wir erklären: die Neuerscheinungen dieser Woche sind alle ziemlich langweilig, und so sind wir beim Stöbern bei der neuen EP eines japanischen Rappers (VaVa) hängen geblieben. Bei den Recherchen dazu landeten wir auf der Wikipedia-Seite einer chinesischen Rapperin (VAVA), die dort als Chinas Rihanna bezeichnet wird, was wir nach Anhören ihres letzten, im November erschienenen Albums unbesehen glauben. Als drittes fiel uns dann noch ein amüsantes französisches Kinderlied aus dem Jahr 2000 über einen Judo-Pinguin in die Hände, das auch von einem Interpreten namens VAVA stammt. Und so dachten wir uns: was solls, alles interessanter als die Neuerscheinungen dieser Woche. Have Fun.

Wir spielen:
3.2.: VAVA – Lie (aus dem Album “毛衍七” – Mao Yanqi, der richtige Name von VAVA)
4.2.: VAVA – Rainbow (aus dem Album “毛衍七“, erschienen am 6.11.2019)
5.2.: VaVa – Compass (aus der EP “Mevius”, erschienen am 31.1.2020)
6.2.: VaVa – Pikapika (aus der EP “Mevius”)
7.2.: VaVa – Ponga (le pingouin judoka) (Single aus dem Jahr 2000)

5. Kalenderwoche 2020, 27. – 31. Januar
Toss A Coin…
(erschienen am 22.1.2020)
Zu Weihnachten erschien bei Netflix die Verfilmung der Romanserie “The Witcher”, und am Ende der 2. Folge trällert der Barde der Serie ein Liedchen, das sich zum viralen Ohrwurm entwickelt hat. Binnen weniger Tage gab es dutzende von Coverversionen auf Youtube, von denen es zwei sogar in die britischen Charts schafften. Mitte Januar hatten die Youtube-Videos einige Millionen Aufrufe und der Song eine eigene Wikipedia-Seite, nur das Original gab es weder zu kaufen noch zu streamen. Jetzt endlich ist auch die Originalversion offiziell erschienen, und nach zwei Tagen ist sie in den US-Download-Charts bereits auf Platz 13, in England auf 4 und in Deutschland auf Platz 25. Es heißt, dass man die Melodie nicht mehr aus dem Kopf bekommt – ein Ohrwurm halt. Schauen wir mal…

Wir spielen:
27.1.: Sonya Belousova, Giona Ostinelli & Joey Batey – Toss A Coin To Your Witcher

Der Rest der Woche: Neues von The Avener, den Pet Shop Boys und Nicolas Godin (Ex-Air)
(alle erschienen am 24.1.2020)
Das neue, zweite Album “Heaven” des französischen DJs The Avener setzt die Linie des ersten Albums fort: er greift sich meist unbekanntere Indie-Perlen und mischt den “Stars On 45”-Rumpelbeat rein, was erstaunlich oft ganz gut funktioniert. Auf Albumlänge kann das aber etwas monoton werden, und deswegen gibts auf Album Nr. 2 auch etwas mehr rhythmische Abwechslung. Trotzdem: als Singles ok, aber als ganzes Album muss das nicht unbedingt sein.
Die Pet Shop Boys haben mit ihrer Agenda-EP im letzten Jahr ihren Kommentar zur Weltlage abgegeben, und niemanden hat es so richtig interessiert. Das neue Album “Hotspot” macht denn auch den Eindruck eines etwas resignierten Alterswerks, das sich mehr oder weniger willkürlich aus dem ziemlich üppigen Fundus der bisherigen Pet Shop Boys-Alben bedient und insgesamt einen so müden und verwaschenen Eindruck macht, wie ihn das Albumcover bereits andeutet.
Nicolas Godin ist ein Gründungsmitglied des französischen Elektronik-Duos “Air”, die seit 1998 versuchen, den Meilenstein, den sie mit ihrem Debütalbum “Moon Safari” gesetzt haben, wieder zu erreichen. Während die letzten Veröffentlichungen von Air und Nicolas Godin immer spröder und abgedrehter wurden, erwarten einen auf dem neuen Album “Concrete And Glass” vertraute, chillige Klänge. Das Ganze hat als Konzeptalbum auch irgendwas mit Architektur zu tun, aber das ist uns egal – Hauptsache gute Musik.

Wir spielen:
28.1.: The Avener & Them There – A Better Man (The Avener Rework)
29.1.: The Avener & Tivayo – Wild (The Avener Rework)
30.1.: Pet Shop Boys – Happy People
31.1.: Nicolas Godin – The Border

 

4. Kalenderwoche 20, 20. – 24. Januar
Neues von den Chromatics, Halsey und dem Bombay Bicycle Club
(erschienen am 17.1.2020)
Die Chromatics sind regelmäßigen Hörern unseres Senders vor allem durch ihre wunderbare Coverversion des Neil Young-Klassikers “Into The Black” aus dem Jahr 2012 bekannt, die wir immer mal wieder gern spielen. TV-Junkies kennen die Band möglicherweise durch ihren Auftritt in der dritten Staffel von Twin Peaks. Mit den Jahren sind sie weniger indie-lastig geworden und pflegen jetzt mehr die elektronische Popmusik mit 80er-Einflüssen. Wir ignorieren mal die grauenhafte Coverversion von “Sound Of Silence”, die das Album eröffnet und finden den Rest ganz ok, aber leider ohne wirkliche Highlights. Hoffen wir mal, dass sich die Chromatics wieder aus diesem kreativen Loch ausbuddeln. Das aktuelle Album Closer To Grey erschien bereits im Oktober als Download und jetzt auf CD und Vinyl.
Halsey
hat etwas das Problem, dass bereits 3 1/2 Jahre nach ihrem Breakout-Hit “New Americana” die nächste Generation leicht durchgeknallter Popstars nachwächst und die Position der angeschlagenen jugendlichen Heldinnen besetzt (hallo, Billie Eilish) und konsequenterweise klingt Halseys neues Album Manic deutlich erwachsener und manchmal gar nach Pink (“You Should Be Sad”), die als Rollenmodell in diesem Subgenre anscheinend ganz gut funktioniert. Das Album bringt soliden Pop, aber der rauhe Charme der frühen Titel ist flöten.
Wie bei den beiden Alben oben liegt der Fluch früherer Großtaten auch auf dem Album des Bombay Bicycle Club. Vor allem der Titel “Ivy & Gold” aus dem Jahr 2010 hat sich einen Platz in unserer ewigen Hitliste erobert und seitdem klopfen wir jedes neue Album darauf ab, ob der Fahrrad-Verein noch einmal einen solchen Ohrwurm nachlegen kann.

 

Wir spielen:
20.1.: Chromatics – You’re No Good
21.1.: Halsey – Graveyard
22.1.: Halsey – You Should Be Sad
23.1.: Bombay Bicycle Club – Is It Real
24.1.: Bombay Bicycle Club – Do You Feel Loved?

3. Kalenderwoche 2020, 13. – 17. Januar
beabadoobee – Space Cadet (EP)
(erschienen am 14.10.2019)
Die Neuerscheinungen sind am Jahresanfang noch spärlich, und deswegen holen wir an dieser Stelle einen Noch-Geheimtipp aus dem letzten Herbst nach. Beabadoobee ist eine 19jährige britische Indie-Singer/Songwriterin, hat 2018 ihre ersten Titel veröffentlicht und läuft mit der EP “Space Cadet” richtig zu Form auf. Ihr gitarrenbetonter, Shoegaze-beeinflusster Sound gibt einem die Hoffnung zurück, dass die Indie-Szene doch noch lebendig ist. Das hat auch die BBC so gesehen und Beabadoobee zu einer ihrer musikalischen Hoffnungen für das Jahr 2020 gekürt.

Wir spielen:
13.1.: Space Cadet
14.1.: She Plays Bass
15.1.: I Wish I Was Stephen Malkmus
16.1.: Sun More Often
17.1.: Are You Sure

50. Kalenderwoche 2019, 9. – 13 Dezember

Last Christmas
Wie in den letzten Jahren bringen wir wieder 5 neue Versionen des Allzeit-Weihnachts-Klassikers. Im Lauf der Jahre haben sich schon 75 verschiedene Versionen von Last Christmas in unserem Musikarchiv angesammelt, und in jedem Jahr finden wir noch neue. In diesem Jahr sind das:
9.12.: Frank Turner – Last Christmas
10.12.: Manic Street Preachers – Last Christmas
11.12.: Blackpink – Last Christmas/Rudolph, the Red-Nosed Reindeer
12.12.: LLC – Last Christmas
13.12.: DJ Ostkurve – Last Christmas (feat. Quetschn Academy)

49. Kalenderwoche 2019, 2. – 6. Dezember
YAYA – Rockbone Rooster
(erschienen: vor kurzem)
YAYA, immer noch eine der dienstältesten Rockbands in Lingen, haben das Problem, dass sie sich ihren Namen mit einer ganzen Reihe von anderen Musikern teilen müssen, darunter ein französischer Rapper, ein italienischer Techno-DJ, eine kroatische Popsängerin und eine Indie-Band aus der Schweiz. Folgerichtig hat man auch keine Chance, die Lingener Lokalhelden auf Spotify, iTunes oder Amazon zu hören, sondern muss sich ganz klassisch bei der Band selbst eine CD besorgen. Immerhin gibts einen Youtube-Kanal mit einer Handvoll älterer Aufnahmen. Auch wenn die Zeit für den großen Durchbruch wohl vorbei sein dürfte, nötigt einem die Hingabe, mit der die Band seit über 20 Jahren die Lingener Szene bereichert, Respekt ab. Zu hören gibt es, wie bereits auf den letzten Alben, hauptsächlich Riff-Rocker im Stile der Stones, die man als große Vorbilder immer noch unschwer erkennt. “Was bei uns ankommt, wird bespielt. Genauso proben wir auch. Abfahren im Bekannten, aber wo’s hingeht, weiß keiner” zitiert sich die Band auf ihrer Homepage selbst aus einem Ems-Vechte-Welle-Interview von 2004. Wer eine CD haben möchte, aber keine findet: wir vermitteln gern den Kontakt.

Wir spielen:
2.12.: Go Ahead
3.12.: Hey, Mama!
4.12.: Man In Trunks
5.12.: Life’s A Jungle
6.12.: A Summer’s Song

48. Kalenderwoche 2019, 25. – 29. November
Beck – Hyperspace
(erschienen am 22.11.2019)
Das 14. Album von Beck. Der Retrofuturismus, den Titel und Albumcover andeuten, zieht sich auch durch die insgesamt 10 1/2 Songs, die mit überwiegend elektronischer Instrumentierung und eher behäbig-freundlicher Grundstimmung daherkommen. Das Geklimper erinnert ein wenig an Owl City, aber vor allem an Todd Rundgren in seiner elektronischen Phase vor ca. 15 Jahren (Die Ähnlichkeit mit Todd Rundgren ist wirklich frappierend: man könnte Titel aus dem 2004er Album “Liars” zu den Titeln auf “Hyperspace” packen, und niemand würde es merken). Beck hat die Popmusik für sich entdeckt, das konnte man schon auf seinen letzten Werken hören, aber hier kommt uns das denn doch etwas zu harmlos daher. Stört nicht, hat man aber schnell auch wieder vergessen.

Wir spielen:
25.11.: Dark Places
26.11.: Uneventful Days
27.11.: Chemical
28.11.: Stratosphere
29.11.: Star

47. Kalenderwoche 2019, 18. – 22. November
Klingande – The Album
(erschienen am 15.11.2019)
Das seit 2013 aktive französische DJ-Projekt Klingande hat 6 Jahre für das erste Album gebraucht, und darauf versammeln sich vor allem ihre doch schon recht zahlreichen Singles. Mit leichtem Erschrecken hat die Musikredaktion festgestellt, dass wir fast die Hälfte des Albums schon mal im Programm hatten, aber das spricht ja nicht gegen Klingande 😉
Und wenn man das Album mal in Gänze durchhört, merkt man, wie einen dieser Sound den größten Teil des vergangenen Jahrzehnts begleitet hat, aber auch, wie er anscheinend seine besten Tage schon hinter sich hat. Insofern schon eine Art historisches Dokument. Wir spielen in dieser Woche die Titel aus dem Album, die wir bisher noch nicht im laufenden Programm hatten.

Wir spielen:
18.11.: Famous (feat. Call Me Loop)
19.11.: Sinner (feat. Stevie Appleton)
20.11.: Somewhere New (feat. M-22)
21.11.: Verona
22.11.: Ready For Love (feat. Joe Killington & Greg Zlap)

46. Kalenderwoche 2019, 11. – 15. November
Diverse Neuerscheinungen
(alle erschienen am 7. & 8.11.2019)
Adele hat 2015 mit ihrem Album das Weihnachtsgeschäft der Musikindustrie mehr oder weniger allein bestritten, und in diesen Tagen wird ihr neues Album erwartet. Das allein reicht wohl als Grund, dass es jetzt Neuerscheinungen hagelt, um dem schwarzen Loch, das alle Aufmerksamkeit aufsaugt, noch eben zuvorzukommen. Deswegen präsentieren wir in dieser Woche gleich 5 Schnipsel aus gerade erschienenen Alben.

Montag, 11.11.: Bring Me The Horizon – Ludens (aus dem Album “Death Stranding: Timefall”)
Death Stranding ist das zur Zeit angesagteste Spiel auf der Playstation und wird, wie sollte es anders sein, von einem Soundtrack-Album begleitet, auf dem ziemlich angesagte Interpreten und Bands ihre Musik dazu abliefern. Wir haben offen gesagt keine Ahnung, ob und wieviele Titel des Albums im Spiel auftauchen, und wir wissen auch nicht, warum Musik zu Computerspielen immer düster oder aggressiv sein muss, aber trotz Unebenheiten ist das Album nicht uninteressant.
Dienstag, 12.11.: Szymon – Orestes (aus dem Mini-Album “Blue Colured Mountain”)
Dies ist ein posthumes Album eines bereits 2012 verstorbenen australischen Indie-Musikers. 7 Titel, die noch auf der Festplatte seines Computers gefunden wurden und jetzt erst an die Öffentlichkeit gelangen. Alle 7 Titel haben das entspannt-folkige Flair unseres vorgestellten Titels und sind das Reinhören allemal wert.
Mittwoch, 13.11.: Simply Red – Sweet Child (vom Album “Blue Eyed Soul”)
Ok, Boomer.
Donnerstag, 14.11.: Bishop Briggs – Jekyll & Hide (vom Album “Champion”)
Wir haben die Karriere von Bishop Briggs hier auf dem Sender von Anfang an verfolgt, aber hier verliert sie uns doch etwas. Ihre Titel lebten immer von der großen Stimme, aber auf dem neuen Album wird diese von einer lärmenden Produktion zugekleistert, so dass von ihrer Eigenständigkeit nicht mehr so viel zu hören ist.
Freitag, 15.11.: Emotional Oranges – West Coast Love (vom Album “The Juice. Vol. II”)
Die emotionalen Orangen sind eine frischgepresste R&B-Band aus LA, die ein halbes Jahr nach dem Debüt schon ihr zweites Album vorlegen. Saftig.

45. Kalenderwoche 2019, 4. – 8. November
Alex Christensen & The Berlin Orchestra – Classical 90s Dance 3
(erschienen am 1.11.2019)
Wir stellen hier nicht nur gute Alben vor – manchmal ist auch ne Warnung fällig, und das gilt auf jeden Fall für unser Album in dieser Woche. Vor zwei Jahren haben wir bereits das erste Album dieser Reihe vorgestellt, und das hat sich zumindest noch halbwegs achtbar geschlagen. Von der dritten Ausgabe kann man das beim besten Willen nicht mehr behaupten: Die Songauswahl treibt einem zum Teil die Tränen in die Augen (“Lonely”? Echt?), die Arrangements treiben den Disco-Fetzern den letzten Rest von Leben aus und als absoluten Tiefpunkt gibt es “Barbie Girl” in einer Version, die sich an den Disney-Schmachtfetzen “Let It Go” (aus “Frozen”) anlehnt. Die landet in unseren Top 10 der musikalischen Verbrechen des Jahrzehnts, weil sie nicht nur in sich furchtbar ist, sondern in dieser Kombination auch die Rest-Integrität, die die beiden Referenztitel noch besitzen, nachhaltig beschädigt. Irgendwie wundert es auch nicht, dass Alex Christensens eigener Titel “Love Religion” noch mit am besten wegkommt. Die BBC hat vor ein paar Jahren gezeigt, dass sich Dance-Klassiker und ein klassisches Orchester wunderbar vertragen können (Link zum Video), aber das hier: nein, nein, nein.

Wir spielen (widerwillig):
4.11.: The Rhythm Of The Night (feat. Yass)
5.11.: Lonely (feat. Luca Tarqua)
6.11.: Barbie Girl (feat. Asja Ahatovic & Eniola Falase)
7.11.: Love Religion (feat. Yass)
8.11.: Gypsy Woman (La-Da-Dee) (feat. Linda Teodosiu)

44. Kalenderwoche 2019, 28. Oktober – 1. November
Die Toten Hosen – Alles ohne Strom
(erschienen am 25.10.2019)
Wer mal die von uns im Laufe des Jahres vorgestellten Alben durchgeht, kann sich vielleicht vorstellen, dass sich die Musikredaktion beim Album dieser Woche etwas schüttelt. Aber es hilft ja nix: wenige Stunden nach Veröffentlichung ist das Unplugged-Album der Toten Hosen schon auf Platz 1 sämtlicher Download-Charts, und da können wir nicht dran vorbei. Mehr sagen wir nicht dazu.

Wir spielen:
28.10.: Liebeslied (Ohne Strom)
29.10.: Paradies (Ohne Strom)
30.10.: Tage wie diese (Ohne Strom)
01.11.: 1000 gute Gründe (Ohne Strom)

43. Kalenderwoche 2019, 21. – 25. Oktober
Ever – Golden Hour (EP)
(erschienen am 18.10.2019)
Und noch einmal Pop-Nachwuchs: Ever ist der Künstlername der aus London stammenden Britin Louise Smith, die erst Mitte des Jahres ihre erste Single veröffentlicht hat und jetzt ihre Debüt-EP mit 4 Titeln vorlegt. Mit Hilfe der BBC und von Spotify hat sie ihre ersten Fans gewonnen, und wir tun mal unser Bestes, da noch ein paar hinzuzufügen. Die Songs haben es verdient. Da weder ihr richtiger Name noch der Künstlername es leicht machen, überhaupt Informationen über die Interpretin zu finden, gibts hier noch die Links zu ihren Social-Media-Seiten:
Ever bei Youtube
Ever bei Instagram
Ever bei Facebook

Wir spielen:
21.10.: Close
22.10.: Glow
23.10.: Bloom
24.10.: Indigo Sky
Für Freitag ist uns noch ein interessantes Album auf den Tisch geflattert:
25.10.: Mark Lanegan Band – Night Flight To Kabul (vom Album “Somebody’s Knocking”)
Mark Lanegan weckt mit seinem Album Assoziationen an die New Wave-Helden der 80er, sprich Sisters Of Mercy, New Order, The Cure oder Tubeway Army. Das ist so stilsicher, dass es direkt Lust macht, auch die “Originale” mal wieder rauszukramen. Unser Freitags-Titel ist hörbar von den Sisters Of Mercy inspiriert, vom Beat von “Dominion” bis zur Grummel-Stimme.

42. Kalenderwoche 2019, 14. – 18. Oktober

Seeed – Bam Bam
(erschienen am 4.10.2019)
Nach unserem Ausflug in die regionale Musikszene holen wir eine Neuerscheinung der letzten Woche nach: die Berliner Band Seeed hat nach fast 20 Jahren Bandgeschichte und dem Tod ihres Sängers Demba Nabé im letzten Jahr ihr fünftes Album vorgelegt. Über Seeed selbst muss man nicht viel sagen – sie gehören zum festen Inventar der deutschen Musikszene und dem Augenschein nach ist ihre Fangemeinde größer denn je. Man kann es auch nachvollziehen, dass das Album nicht randvoll mit Dancefloor-Krachern ist und überwiegend etwas verhaltenere Töne anschlägt. Und man nimmt ihnen auch nicht übel, dass nach so langer Zeit auch keine großen musikalischen Innovationen zu erwarten sind. Sie machen halt ihr Ding.

Wir spielen:
14.10.: No More Drama (alles Pech verbraucht)
15.10.: Lass sie gehn
16.10.: Immer bei Dir (feat. Trettmann)
17.10.: Komm in mein Haus
18.10.: Ticket

41. Kalenderwoche 2019, 7. – 11. Oktober
Wilderlife – Lightning Strike (EP)
(erschienen am 4.10.2019)
Wir finden das richtig gut, wenn hier in unserem Sendegebiet Pop- und Rockmusik entsteht, die sich hören lassen kann, und deswegen gibts in dieser Woche noch einmal eine Kostprobe einer heimischen Band. Wilderlife kommen aus Haren, machen gitarrenbetonte Indie-Mucke und haben gerade ihre erste EP mit 5 Titeln veröffentlicht, die wir in dieser Woche in Gänze vorstellen. Im September waren sie zu Gast bei uns im Studio, und hier kann man nachhören, was es mit der Band auf sich hat. Der Musikredaktion gefallen auf jeden Fall die Titel der EP am besten, wo die Jungs die Gitarrenwände auftürmen, bis ein flächiger Fast-Shoegaze-Sound entsteht, wie in unserem Lieblingstitel der EP “Come Around”. Wir werden bestimmt noch einiges von “Wilderlife” hören.

Wir spielen:
7.10.:   The Youth Inside
8.10.:   Lightning Strike
9.10.:   Back Again
10.10.: Come Around
11.10.: My Religion

40. Kalenderwoche 2019, 30. September – 4. Oktober
Dry Dudes – Grow
(erscheint am 4.10.2019)
Die Jungs aus dem Hümmling beglücken uns mit ihrem dritten Album. Wir hatten sie beim letzten Mal mit Ed Sheeran verglichen, und dazu stehen wir auch jetzt: wie ihr (noch) etwas erfolgreicherer Kollege erobern sie sich mit jedem Album neues musikalisches Territorium. “Grow” ist lebendiger und abwechslungsreicher als die Vorgänger. Für unseren Geschmack dürften sie sogar noch etwas mutiger sein, und, um direkt unseren einzigen anderen Kritikpunkt am Album zu benennen: eine etwas aufdringliche Handclap begleitet uns durch etwas zu viele Titel des Albums. Insgesamt aber eine runde Mischung und ein Beleg dafür, dass auch in unserem Sendegebiet gute Popmusik entstehen kann. Respekt. Zur Vorstellung des Albums sind die Dry Dudes auf Tour; die CD-Release-Party steigt am 4. Oktober in der Papenburger Stadthalle, und am 25. Oktober sind sie im Alten Schlachthof in Lingen zu Gast.
Wir haben sie erst letztens wieder live erleben dürfen und können bestätigen, dass sie live halten, was das Album verspricht.

Wir spielen:
30.9.: Tonight
1.10.: Grow
2.10.: Loving For Two
4.10.: Fire In My Soul

39. Kalenderwoche 2019, 23. – 27. September
half alive – Now, Not Yet
(erschienen am 20.9.2019)
Zur Abwechslung mal wieder was Frisches: half alive sind eine kalifornische Indie-Band, die es seit 2016 gibt und die jetzt ihr Debütalbum vorgelegt haben. Das ist mit seiner etwas kuriosen Mischung aus Charts-Pop, Beach-Boys-Harmonien, Prog-Rock-Anleihen und Studio-Frickeleien eine ziemlich nerdige, aber sehr hörbare Angelegenheit geworden. Wahrscheinlich tut man ihnen damit etwas unrecht, aber half alive sind ungefähr so, als wenn Sheldon eine Band aufmachen würde. Wir hätten ja eigentlich gewisse Zweifel, ob das wirklich massenkompatibel ist, aber ihr Video zur etwas älteren Single  still feel. hat bei Youtube in einem Jahr satte 27 Millionen Views angesammelt. Unser Erscheinungsdatum oben bezieht sich auf das Vinyl-Album – als Download ist das Album schon seit einigen Wochen erhältlich.

Wir spielen:
23.9.: RUNAWAY
24.9.: ok ok?
25.9.: ice cold. (feat. Kimbra)
26.9.: Maybe
27.9.: still feel.

38. Kalenderwoche 2019, 16. – 20. September
Special: Was, die gibts auch noch?
(alle erschienen am 13.9.2019)
Unsere Neuerscheinungen in dieser Woche eint, dass sie alle von Künstlern und Bands stammen, die vor Ewigkeiten mal erfolgreich waren und die zumindest wir hier komplett aus den Augen verloren haben, obwohl sie auch zwischendurch immer wieder neue Musik produziert haben. Ehrlicherweise muss man wohl sagen, dass die neuen Titel in der Regel nicht mit dem mithalten können, womit die Interpreten mal bekannt geworden sind.

Wir spielen:
16.9.: Alice Cooper – Your Mama Won’t Like Me (von der EP “Breadcrumbs”)
Meine Güte, Alice Cooper ist auch schon 71. Wenn man ihn sich so als “Creepy Grandpa” vorstellt, passt auch der Songtitel…
17.9.: Fischer-Z – Swimming in Thunderstorms (aus dem gleichnamigen Album)
Unsere jüngeren Redakteure können nicht mal mehr was mit dem Namen anfangen, aber Fischer-Z waren besonders in Deutschland mal ne bekannte Band, und Anfang der 80er liefen Titel wie “Berlin”, “Marliese” oder “The Worker” auf so ziemlich jeder Party. Bandgründer John Watts hat irgendwann angefangen, solo unter dem Bandnamen weiterzumachen, und danach kam nicht mehr so ganz viel erwähnenswertes.
18.9.: The Toy Dolls – Waffle Woman (vom Album “Episode XIII”)
Die Toy Dolls hatten ihren Moment in der Sonne 1983 mit “Nellie The Elephant”, das in England ungefähr den Status erlangte wie hierzulande der “Bommerlunder” der Toten Hosen. Sie sind zumindest ihrem Stil treu geblieben und machen weiter Funpunk, wobei der Gedanke, dass man 35 Jahre später immer noch ein sturzbesoffenes Pub-Publikum bespaßen muss, schon was Deprimierendes hat.
19.9.:The Goo Goo Dolls – Miracle Pill (vom gleichnamigen Album)
Die Goo Goo Dolls sind auch so eine Band, wo einem möglicherweise noch 2-3 Titel einfallen, mit denen sie vor ca. 20 Jahren mal bekannt wurden, wo wir aber vor dem neuen Album nur gerätselt hätten, ob es sie überhaupt noch gibt und was sie gerade machen. Jetzt wissen wirs: lässt sich in die “Classic Rock”-Schublade einsortieren.
20.9.: Belle And Sebastian – Safety Valve (aus dem Album “Days Of The Bagnold Summer”)
Die britische Band Belle And Sebastian waren vor ca. 20 Jahren die Indie-Darlings und Kritikerlieblinge und haben sich eine eiserne Fangemeinde erarbeitet. Wer da nicht direkt dazugehört, dürfte kaum mitbekommen haben, was sie in den letzten 15 Jahren abgeliefert haben. Das neue Werk bietet immer noch verschroben-folkige Klänge.

37. Kalenderwoche 2019, 9. – 13. September
Bat For Lashes – Lost Girls / Lindsey Stirling – Artemis
(erschienen am 6.9.2019)
Beiden Alben dieser Woche ist gemeinsam, dass sie gern schwellende Chöre einsetzen, um eine wabernd-mystische Stimmung zu erzeugen. Die britische Sängerin Natasha Khan alias Bat For Lashes hält dabei etwas mehr Abstand vom Kitsch, während es bei ihrer geigenden Kollegin Lindsey Stirling keine Hemmungen gibt, den Fanservice für die Anime- und computerspielverliebte Zielgruppe abzuliefern. In beiden Fällen auf jeden Fall Musik für Leute, die das Ende von Game Of Thrones noch nicht ganz verarbeitet haben. Beide setzen musikalisch auf synthetische Klänge, wobei Bat For Lashes oft auf historische Klänge zurückgreift, wie man sie in den 80ern oft gehört hat, während Lindsey Stirling die Finger einfach nicht vom Dubstep lassen kann.

Wir spielen:
9.9.:   Bat For Lashes – Desert Man
10.9.: Bat For Lashes – Kids In The Dark
11.9.: Bat For Lashes – Peach Sky
12.9.: Lindsey Stirling – Love Goes On And On (feat. Amy Lee)
13.9.: Lindsey Stirling – Artemis

36. Kalenderwoche 2019, 2. – 6. September
Neues von Lana Del Rey, Sheryl Crow, Natasha Bedingfield, Tones And I und Caravan Palace
(erschienen am 30.8.2019)

Wir spielen:
2.9.: Tones And I – The Kids Are Coming (aus der gleichnamigen EP)
Die erste EP einer zur Zeit ziemlich angesagten Singer/Songwriterin aus Australien, von der wir noch einiges hören werden.
3.9.:Natasha Bedingfield – Kick It (aus dem Album “Roll With Me”)
Nach ihrem großen Hit “These Words” von 2004 hatte Natasha Bedingfield nie mehr den ganz großen Erfolg, und in den letzten Jahren war nur wenig Neues von ihr zu hören. Das neue Album ist solide aber zu unspektakulär, um ihren Fankreis wieder zu erweitern.
4.9.: Lana Del Rey – Cinnamon Girl (aus dem Album “Norman Fucking Rockwell!”)
Immer wenn Lana Del Rey was Neues auf den Markt wirft, müssen wir das hier natürlich vorstellen. Aber auch wenn wir weiterhin Fans bleiben, hätte sie das Tempo auf dem neuen Album gern etwas steigern können. Unser vorgestellter Titel ist schon einer der lebendigsten.
5.9.: Sheryl Crow -Beware Of Darkness (feat. Eric Clapton, Sting & Brandi Carlile) (aus dem Album “Threads”)
Sheryl Crow hat sich, wie man oben schon sehen kann, jede Menge Prominenz zur Verstärkung für ihr neues Album zusammengeholt. Das Ergebnis kann sich hören lassen, ist aber musikalisch sturzkonservativ zwischen Blues, Rock und Country. Auch wenn wir uns damit wiederholen: unser Lieblingsalbum von Sheryl Crow bleibt damit immer noch unangefochten ihr 2008er Album “Detours”.
6.9.: Caravan Palace – About You (feat. Charles X) (vom Album “Chronologic”)
Die französische Band Caravan Palace hört man auf unserem Sender auch schon seit ihrem Debüt 2008. In dieser Zeit haben sie ihren Electro-Swing immer mehr mit elektronischen Spielereien angereichert, die die Musik nicht unbedingt gehaltvoller machen, aber das Interesse wachhalten. Die Vorabsingle zum Album “Miracle” haben wir im Sommer auch schon fleißig gespielt.

35. Kalenderwoche 2019, 26.- 30. August
Taylor Swift – Lover
(erschienen am 23.8.2019)
Tja, das muss wohl sein. Taylor Swift ist eine der letzten großen Multimillionenseller der Popmusik, und jedes neue Album wird von Rekordmeldungen zur Anzahl der verkauften Alben begleitet. Ist nur schade, wenn das ganze Geklingel auf so absolut generischer Popmusik beruht wie in diesem Fall. Und damit meinen wir, dass es im Prinzip völlig egal ist, ob diese Songs von Taylor Swift, Ariana Grande, Dua Lipa oder einer anderen gerade angesagten Sängerin vorgetragen werden (Billie Eilish nehmen wir davon ausdrücklich aus, siehe unten). Es gibt nur einen schnelleren Song, der Rest des Albums ersäuft im Midtempo- und Balladen-Matsch. Wir schließen nicht aus, dass der eine oder andere Song doch noch im Ohr hängenbleibt – das war bei früheren Taylor Swift-Alben auch so. Aber etwas enttäuschend ist das schon.

Wir spielen:
26.8.: Cruel Summer
27.8.: London Boy
28.8.: Paper Rings
29.8.: The Man
30.8.: I Think He Knows

34. Kalenderwoche 2019, 19. – 23. August
ZZ Top – Goin’ 50
(erschienen am 16.8.2019)
Normalerweise stellen wir an dieser Stelle keine Greatest Hits-Alben oder Jubiläumsausgaben vor, aber zum 50jährigen Jubiläum von ZZ Top machen wir eine Ausnahme. Manche ihrer Fans schwören ja mehr auf ihre frühen Bluesrock-Zeiten, aber ihren Höhepunkt erreichte die Band mit den zwei 80er-Alben “Eliminator” und “Afterburner”, die von Anfang bis Ende nur Vollgas gaben und als Jahrhundert-Alben gelten können. Bis zum heutigen Tag werden die Hits davon bis zum Erbrechen im Radio abgenudelt, was bestimmt bei einigen für Ermüdungserscheinungen gesorgt hat, aber nichts daran ändert, dass es wenig Musik aus den 80ern gibt, die sich so gut gehalten hat. Die Compilation “Goin’ 50” bedient sich nicht nur, aber dafür reichlich aus den erwähnten beiden Alben, und wir spielen daraus eine Handvoll Titel, die zumindest nicht täglich im Radio laufen. Der einzige Titel aus der Frühzeit der Band, den wir diese Woche vorstellen, ist “La Grange”, der für die meisten wahrscheinlich  unlösbar mit der Szene aus dem Film “Armageddon” verknüpft ist, in der Bruce Willis auf der Bohrinsel Golf spielt. Alle Titel auf “Goin’ 50” sind frisch remastert, was die Fans freuen dürfte, die mit der Klangqualität bisheriger Wiederveröffentlichungen von ZZ Top eher unzufrieden waren. Jetzt haben Bass und Schlagzeug etwas mehr Wumms, aber offen gesagt gehörten ZZ Top noch nie zu den Bands, die Hifi-Anlagen an ihre Grenzen getrieben haben.

Wir spielen:
19.8.: Can’t Stop Rockin’ (2019 Remaster)
20.8.: Got Me Under Pressure (2019 Remaster)
21.8.: Delirious (2019 Remaster)
22.8.: Stages (2019 Remaster)
23.8.: La Grange (2019 Remaster)

33. Kalenderwoche 2019, 12. – 16. August
The Regrettes – How Do You Love?
(erschienen am 9.8.2019)
The Regrettes sind eine Pop/Punk-Band aus Los Angeles, die hier ihr zweites Album präsentieren. Stilistisch bewegen sie sich zwischen den Go-Go’s und den Ramones, also eine Art Sommer-Punk, wenn man so will, der ziemlich gut zu den gerade herrschenden Temperaturen passt (und da darf natürlich der Hinweis nicht fehlen, dass die Ems-Vechte-Welle immer noch der offiziell heißeste Sender Deutschlands ist).

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Wir spielen:
12.8.: California Friends
13.8.: Stop And Go
14.8.: Has It Hit You?
15.8.: The Game
16.8.: Pumpkin

32. Kalenderwoche 2019, 5. – 9. August
Friendly Fires – Inflorescent
(erscheint am 16.8.2019)
Angesichts der Sommerflaute bei den Neuerscheinungen widmen wir uns einem Album, das erst in zwei Wochen erscheint, dank 5 Vorabtiteln aber genug Stoff für eine Neuvorstellung gibt. Die britische Indieband Friendly Fires hat 8 Jahre für ihr drittes Album gebraucht, und trotz des üblichen Getöses, dass sich ihre Musik natürlich total geändert hätte, erkennt man ihren Stil immer noch wieder. Der Einfluss britischer Jazz-Funk-Bands der 80er ist unüberhörbar, der etwas zappelige Rhythmus, der kein langsames Tempo kennt, erinnert oft an Bands wie Level 42. Natürlich ist der Sound modernisiert und mit produktionstechnischen Gimmicks angereichert, und das vertreibt immerhin das Gefühl, dass man es hier mit einer Retro-Band zu tun hat. Auf Albumlänge wäre uns der Sound offen gesagt zu hibbelig, aber in kleinen Dosen kommt die Musik ganz gut.

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Wir spielen:
5.8.: Run The Wild Flowers
6.8.: Silhouettes
7.8.: Lack Of Love
8.8.: Love Like Waves
9.8.: Heaven Let Me In

 

31. Kalenderwoche 2019, 29. Juli – 2. August

Der heißeste Sender der Republik

Über die globale Erwärmung reden wir später, diese Woche feiern wir erst einmal ab, dass wir uns als einziger Radiosender im Mallorca des Nordens jetzt ganz offiziell als den heißesten Sender Deutschlands bezeichnen können. Der Titel ist uns natürlich Verpflichtung. Die Redaktion hat zu diesem Thema die freie Auswahl – wir tragen die gespielten Titel hier nach.

Wir spielen:
29.7.: Billy Idol – Hot In The City (Billy Idol hat von dem Song verschiedene Fassungen für Radiosender aufgenommen – leider nicht für uns 🙁  )
30.7.: The Stranglers – Always The Sun (Hot Mix) (auch schon 32 Jahre alt, hier in der Langfassung)
31.7.: Phil Collins – Love Is Like A Heatwave (eine Coverversion aus dem Jahr 2010 des Songs von Martha And The Vandellas)
1.8.:   Midnight Oil – Beds Are Burning
2.8.:   Inna – Hot

30. Kalenderwoche 2019, 22. Juli – 26. Juli
Ider – Emotional Education
(erschienen am: 19.07.2019)

Wir haben durchaus gespannt auf das Debütalbum des britischen Duos Ider (alias Lily Somerville und Megan Markwick) gewartet, die mit den vorab erschienenen Singles  “Brown Sugar” und vor allem “Wu Baby” viele Musikkritiker und eine wachsende Anzahl von Fans auf ihre Seite gebracht haben (und auch bei uns laufen diese Titel häufig in der aktuellen Rotation). Das Album kann den Standard der Singles leider nicht über die ganze Strecke halten, und obwohl es von Anfang bis Ende angenehm durchzuhören ist, fehlen die Widerhaken und Überraschungen, die die Singles auszeichneten. Ider stehen damit in der Tradition der etwas schrägen britischen Girlgroups (wie z.B. Strawberry Switchblade), und das reicht bis zu den demonstrativ zur Schau getragenen Vokuhilas. Na, auch wenn das Album die hochgespannten Erwartungen nicht ganz erfüllt hat, freuen wir uns auf weitere Aktivitäten des Duos.

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Wir spielen:
22.07.: Busy Being A Rockstar
23.07.: Invincible
24.07.: Clinging To The Weekend
25.07.: Mirror
26.07.: Saddest Generation

29. Kalenderwoche 2019, 15. Juli – 19. Juli
Diverse neue Singles (Teil 2)
(alle erschienen am: 12.07.2019)

Das musikalische Großereignis der Woche war fraglos das Prime-Day-Konzert von Taylor Swift und Co., und es war in seinem offensiven Konsumfetischismus doch etwas verstörend. Der britische Guardian hat es bestens zusammengefasst: Die Ausstrahlung des gesamten Konzerts war wie “Wir haben euch ne feudale Weihnachtsfeier geschmissen, deswegen fällt die Gehaltserhöhung aus.” Wir sind von dieser Veranstaltung immer noch so mitgenommen, dass wir die Großmufti-Neuerscheinungen dieser Woche großräumig umgehen (sorry, Ed Sheeran) und uns lieber noch einmal dem Kleinzeug widmen:

Montag: Die kanadische Singer/Songwriterin Lights unternimmt hin und wieder Ausflüge vom Elektropop und präsentiert ihre Songs im akustischen Gewand, so auch auf dem neuen Album “Skin & Earth Acoustic”. Das enthält neben bekannten Titeln auch eine Handvoll neue, die auch in sparsamer Instrumentierung Laune machen.
Dienstag: Rapper French Montana recyclet in “Wiggle It” einen 90er-Jahre-Dancefloor-Hit. Fällt euch der Name des Originals ein?
Mittwoch: Sofi Tukker mischen auf ihrer neuen Single “Swing” das Gezappel ihrer frühen Singles (“Drinkee”) mit der neuen Vorliebe für Pop, die sich in den letzten paar Singles bemerkbar machte.
Donnerstag: Das kanadische Duo Neon Dreams präsentiert mit seiner vierten (?) Single “Life Without Fantasies” einen Song, dessen Refrain sich sofort ins Ohr fräst und in einer gerechten Welt eigentlich sofort in den Charts landen würde. Mal sehen.
Freitag: Dope Lemon ist ein Nebenprojekt des australischen Folk-Musikers Angus Stone (Teil von Angus & Julia Stone – hat man vielleicht schon mal von gehört). Dope Lemon bewegen sich musikalisch zwischen den Fun Lovin’ Criminals und JJ Cale, und man fragt sich, ob die Musik tiefenentspannt oder doch nur einfach zugedröhnt klingt.

Wir spielen:
15.07.: Lights – Lost Girls
16.07.: French Montana – Wiggle It (feat. City Girls)
17.07.: Sofi Tukker – Swing
18.07.: Neon Dreams – Life Without Fantasies
19.07.: Dope Lemon – Salt & Pepper

28. Kalenderwoche 2019, 8. Juli – 12. Juli
Diverse neue Singles
(alle erschienen am: 05.07.2019)

Die Plattenindustrie hat sich, was Albenveröffentlichungen angeht, schon in die Sommerpause verabschiedet, und der neue Stranger-Things-Soundtrack ist mit seinen “Das-Beste-der-80er”-Titeln so furzlangweilig, dass wir uns in dieser Woche lieber auf einige neue Singles stürzen, die wir anschließend vermutlich noch öfter in unserem Programm hören werden. Wir beginnen mit Rosalía, die uns zeigt, dass sich auch der Latino-Pop weiterentwickelt. Am Dienstag zeigt Cedric Gervais, wie man aus einer an London Grammar erinnernden Ballade von MJ Cole und Freya Ridings einen cabriotauglichen Stampfer zaubern kann. Am Mittwoch spielen wir die ziemlich laute letzte Vorabsingle aus dem neuen Album von Ed Sheeran und Gästen, das am Freitag erscheint.  Am Donnerstag versuchen die Dirty Heads “Je T’aime” in einen eigenen Titel umzubiegen, und am Freitag gibts was Neues von Au/Ra, die wir hier immer gern spielen.

Wir spielen:
08.07.: Rosalía – Milionària
09.07.: MJ Cole, Cedric Gervais & Freya Ridings -Waking Up
10.07.: Ed Sheeran, Chris Stapleton & Bruno Mars – Blow
11.07.: Dirty Heads – Lift Me Up
12.07.: Au/Ra – Dance In The Dark

27. Kalenderwoche 2019: 1. Juli – 5. Juli
The Black Keys – Let’s Rock
(Erschienen am: 28.06.2019)

Black Keys-Frontmann Dan Auerbach frönt auf dem neuen Album mal wieder seiner Vorliebe für die 70er und schrammelt sich bluesrockgetränkt durch eine Menge von stilistischen Einflüssen aus dieser Zeit, von den Beatles über AC/DC-Riffs (Shine A Little Light) bis zu ELO-Harmonien (Sit Around And Miss You). Das rockt insgesamt eher weniger als der Albumtitel vermuten lassen würde, rutscht aber auch nicht in so totale Nostalgie ab wie Auerbachs Soloalbum (siehe Album der Woche vom 2.6.2017). Auch wenn die Kritiker die Innovation vermissen, lassen uns die Black Keys mit besserer Laune zurück als die anderen Neuerscheinungen der letzten Wochen.

Wir spielen:
01.07.: Shine A Little Light
02.07.: Get Yourself Together
03.07.: Sit Around And Miss You
04.07.: Under The Gun
05.07.: Tell Me Lies

25. Kalenderwoche 2019: 17. Juni – 21. Juni
Madonna – Madame X
(Erschienen am: 14.06.2019)

Ähem, eher Madame LX. Mit 60 gönnt sich Madonna ihr 14. Studioalbum, und wir müssen immer mehr an die Geschichte aus dem Film “Begierde” denken, wo sich die Vampirfürstin jung hält, indem sie sich vom Blut ihrer Liebhaber (hier: Produzenten) ernährt, bis diese irgendwann abgelegt werden und in der Versenkung verschwinden. Auf Madame X hat wie schon bei einigen Alben zu Beginn des Jahrtausends der französische DJ und Produzent Mirwais die Finger mit im Spiel, aber der internationalen Musikkritik kommt eher der Begriff “bizarr” (Rolling Stone) in den Sinn als “Hip”. Madonna hat immer wieder versucht, die aktuellen Poptrends zu überholen und im Staub stehen zu lassen, aber dies ist nicht das erste Album von ihr, wo dieser Versuch entgleist und statt in die Pop-Zukunft in ein absonderliches Parallel-Universum führt. Und glauben Sie Kritiken nicht, die bei diesem Album das Wort “experimentell” in den Mund nehmen. Billie Eilish (siehe unten) ist experimentell, dies hier ist der Versuch, mit Legosteinen den Millennium Falken zu bauen, aber mit dem fliegenden Camping-Van aus Spaceballs zu enden. Das ist manchmal ganz lustig und auch unterhaltsam, endet aber viel zu oft in Stirnrunzeln oder Kopfschütteln.

Wir spielen:
17.06.: God Control
18.06.: Bitch I’m Loca (feat. Maluma)
19.06.: Crave (feat. Swae Lee)
20.06.: Come Alive
21.06.: I Don’t Search I Find


24. Kalenderwoche 2019: 10. Juni – 14. Juni
Aurora – A Different Kind Of Human (Step 2)
(Erschienen am: 07.06.2019)

Die 22jährige norwegische Sängerin Aurora (Aurora Aksnes) ist für die Hörer unseres Senders keine Unbekannte: wir verfolgen ihre Karriere seit 2015, und ihre Vorabsingle zum neuen Album “The Seed” rotiert gerade ziemlich häufig in unserem Programm. Die Single illustriert ganz gut, was auch den Rest des Albums ausmacht: Aurora balanciert mit ihrem Elektropop textlich und musikalisch auf einem sehr schmalen Grat – immer in Gefahr, sich mit einer Art Ethno-Öko-Kitsch komplett zu blamieren. Es nötigt Respekt ab, wenn sie es schafft, den Indianerspruch mit dem “werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann” in einen Song einzubauen, ohne dass es nur oberpeinlich wirkt. Trotz einiger bedenklicher Ähnlichkeiten bleibt Aurora damit immer noch auf Armlänge Abstand zu solchem Unsinn wie z.B. Oonagh. Es mag aber gut sein, dass es Leute gibt, die das anders sehen.

Wir spielen:

10.06.: —
11.06.: Apple Tree
12.06.: The River
13.06.: Hunger
14.06.: In Bottles


23. Kalenderwoche 2019: 03. Juni – 07. Juni
Royal Republic – Club Majesty
(Erschienen am: 31.05.2019)

Auf besonderen Wunsch aus der Redaktion geht es in dieser Woche um das 5. Album der schwedischen Rocker Royal Republic. Die vielen Uptempo-Songs auf dem Album gehen gut ab und lassen erwarten, dass Live-Auftritte der Band eine äußerst schweißtreibende Angelegenheit sind. Stilistisch bewegt sich das irgendwo zwischen einer etwas geradlinigeren und weniger ruppigen Version von Fall Out Boy und einer aufgedrehten Version von Boss Hoss. Dies alles weitgehend unbeeindruckt von den musikalischen Trends der letzten 20 Jahre. Das modernste am Album ist ein Fatboy Slim-Zitat im Song “Stop Movin”. Egal, partytauglich sind sie auf jeden Fall, und das kann man sich auch live bestätigen lassen, denn am vorletzten Juni-Wochenende sind sie beim Hurricane/Southside-Festival dabei.

Wir spielen:
03.06.: Fortune Favors
04.06.: Fireman & Dancer
05.06.: Anna-Leigh
06.06.: Blunt Force Trauma
07.06.: Stop Movin’


22. Kalenderwoche 2019: 27. Mai – 31. Mai
Mavis Staples – We Get By
(Erschienen am: 24.05.2019)

Ein 180-Grad-Schlenker im Vergleich zum Gerumpel der letzten Woche: Mavis Staples (79) ist die beste Soulsängerin der Welt, und bei dieser Feststellung lassen wir überhaupt nicht mit uns reden. Nach einer Reihe von nicht ganz so interessanten Gospel-Alben hat sie jetzt kurz vor dem 80. Geburtstag noch ein richtiges Soul-Album aufgenommen, das stilistisch an die Alben aus den 70er Jahren anschließt. Mit fast 80 Jahren ist das natürlich ein Alterswerk, aber die Gänsehaut-Stimme ist immer noch da. Bei manchen Titeln hört sich die Platte schon an wie ein Abschiedsalbum, aber wir hoffen mal, dass Mavis Staples uns noch lange erhalten bleibt.

Wir spielen:
27.05.: Change
28.05.: We Get By (feat. Ben Harper)
29.05.: Sometime
30.05.: Stronger
31.05.: One More Change


21. Kalenderwoche 2019: 20. Mai – 24. Mai
Rammstein – Rammstein

(Erschienen am: 17.05.2019)

Für uns klingt das wie Unheilig mit Schrammelgitarre. Nach Kasperbude mit rollendem R. Aber wer sind wir schon.

Wir spielen:
20.05.: Radio
21.05.: Tattoo
22.05.: Was ich liebe
23.05.: Zeig dich
24.05.: Hallomann


20. Kalenderwoche 2019: 13. Mai – 17. Mai

((( O ))) / SAFE
(Erschienen am: 10.05.2019)

Man fragt sich mit Recht: ??? Und wir sagen: ¯\_()_/¯

Wir spielen:
13.05.: ((( O ))) – One, Two
14.05.: ((( O ))) – Yuyu
15.05.: SAFE – Red Light
16.05.: SAFE – Damaged
17.05.: SAFE – Control


19. Kalenderwoche 2019: 06. Mai – 10. Mai
Von Wegen Lisbeth – sweetlilly93@hotmail.com / Fettes Brot – Lovestory
(Erschienen am: 03.05.2019)

Zwei nicht mehr ganz so junge Bands, denen gemeinsam ist, dass ihre deutschsprachigen Texte nicht ganz so strunzdoof daherkommen wie das, was einem normalerweise um die Ohren gehauen wird. Nach unserer unmaßgeblichen Meinung sind die neuen Alben für beide Bands nicht die Spitze ihres musikalischen Schaffens, weil sich beide nicht wirklich aus ihrer musikalischen Komfortzone herauswagen. Auf jeden Fall bezeugen die Ein-Sterne-Bewertungen für Fettes Brot, die sich allesamt auf den Text zu “Du driftest nach rechts” beziehen, dass die Band hier die Richtigen erwischt hat. Zu manchen Dingen muss man einfach eine Meinung haben.

Wir spielen:
06.05.: Von Wegen Lisbeth – Alexa gib mir mein Geld zurück
07.05.: Von Wegen Lisbeth – Irgendwas über Delfine
08.05.: Fettes Brot – Denxu
09.05.: Fettes Brot – Du driftest nach rechts
10.05.: Fettes Brot – Wetterfrau


18. Kalenderwoche 2019: 29. April – 03. Mai
For The Throne – Music Inspired By “Game Of Thrones”
(Erschienen am: 26.04.2019)

Wir hätten ja diese Woche jede Menge Auswahl gehabt: Das neue Album von Pink ist draußen, aber das wird man noch oft genug im Radio hören.
Aber nix da: wir fallen natürlich auf jeden Cash Grab herein und nehmen diesen Sampler, der außer einer generell nebelverhangen-morbiden Stimmung eher nicht so irre viel mit Game Of Thrones zu tun hat, aber mit einer fetten Besetzung aufwarten kann, die einem eine Kollektion ziemlich trippiger aber ziemlich hörbarer Songs präsentiert. Im Moment könnte man uns aber auch einen Game Of Thrones-Eierbecher verkaufen.
Und wer gehofft hat, dass man aus den Songs irgendwelche Spoiler zur finalen Staffel ableiten könnte: keine Chance.

Eine lobende Erwähnung gibt es diese Woche noch für zwei abgefahrene Coverversionen (Link führt zum Video):

Kelsey Lu covert 10CC’s “I’m Not In Love
Rodrigo y Gabriela covern Pink Floyd’s “Echoes”

Wir spielen:
29.04.: SZA, The Weeknd & Travis Scott – Power Is Power
30.04.: Chloe x Halle – Wolf At Your Door
01.05.: —
02.05.: Lennon Stella – Love Can Kill
03.05.: Maren Morris – Kingdom Of One


17. Kalenderwoche 2019: 22. April – 26. April
Giant Rooks – Wild Stare (EP)
(Erschienen am: 19.04.2019)

Wir geben es zu: es ist eher selten, dass wir hier deutsche Bands vorstellen, und das liegt meistens an der Musik. Giant Rooks sind da eine Ausnahme in jeder Beziehung. Sie kommen aus Hamm, und ihre Musik kann auch international mithalten: das Songwriting, der Gesang und die Produktion sind so gelungen, dass man sie auch locker für eine amerikanische oder britische Indieband halten könnte.
Am 24.4. spielen sie in Münster, und das Konzert ist (natürlich) schon ausverkauft. Man sieht: der Hype ist in vollem Gange, und das ist kein Wunder, denn die Jungs haben es wirklich drauf (und wahrscheinlich hilft es auch, dass sie sich auf der bandeigenen Homepage wie die Boyband der nächsten Generation präsentieren).

Wir spielen:
22.04.: —
23.04.: Wild Stare
24.04.: 100 mg
25.04.: Went Right Down
26.04.: King Thinking


16. Kalenderwoche 2019: 15. April – 19. April
LustfingeR – Es gibt nichts zu bereuen
(Erschienen am: 12.04.2019)

Obwohl die Band mit dem bescheuerten Bandnamen laut Wikipedia eine der dienstältesten deutschen Punkbands (gegründet 1981) ist, hatten wir bis jetzt offen gesagt von ihrer Existenz keine Ahnung. Mit dem neuen Album ändert sich das, denn einer unserer hauseigenen Moderatoren, der nebenher Songtexte schreibt, hat einen Titel zum Album beigesteuert. Um wen es sich handelt und wie er dazu gekommen ist, bayerischen Ur-Punks einen Songtext unterzujubeln, verraten wir im Mittagsgespräch am Mittwoch um kurz nach 12. Die Musik auf dem neuen Album ist dem Alter der Band entsprechend gut abgehangener Spätpunk a la Tote Hosen, tut also nicht weh, haut aber jetzt auch nicht wirklich vom Hocker.

Ein kleiner Musik-Tipp für Ostern für die Leser dieser Rubrik: Wer von den Künstlern, die wir hier vorstellen, noch mehr hören und sehen möchte, hat dazu an Ostern auf Youtube Gelegenheit. Dort wird von Freitag bis Sonntag der zweite Teil des kalifornischen Coachella-Festivals live übertragen. Billie Eilish war am ersten Wochenende das Highlight und wird wohl wieder dabei sein, außerdem Weezer, Chvrches, Sofi Tukker, Ariana Grande und und und. Wer live dabei sein möchte: Die Zeitdifferenz beträgt 10 Stunden, das heißt, die interessanten Sachen passieren zwischen Mitternacht und ca. 8 Uhr morgens unserer Zeit (Das Programm wird tagsüber wiederholt).

Wir spielen:
15.04.: Es gibt nichts zu bereuen
16.04.: Gegen die Schwerkraft
17.04.: Niemals vergessen
18.04.: Mofa fahren
19.04.: —


15. Kalenderwoche 2019: 08. April – 12. April
bülow – Crystalline
(Erschienen am: 05.04.2019)

Wir haben es in diesem Jahr etwas mit den musikalischen Newcomer/innen: bülow alias Megan Bülow ist 19 (oder 20?) Jahre alt, in Deutschland geboren und lebt derzeit in Kanada und Holland. Im letzten Jahr schlug ihre eher folkige Single “Two Punks in Love” in Kanada schon einige Wellen in den Charts, und jetzt folgt eine EP mit 7 Titeln. Auf Spotify und Youtube geht bei ihrer Musik schon richtig die Post ab. Die letzte Single “Sweet Little Lies”, die wir natürlich auch im Programm haben, hat auf Youtube in einem Monat eine gute halbe Million Aufrufe angesammelt, und möglicherweise könnte die neue EP der Push sein, um die Karriere endgültig durchstarten zu lassen. Die Musik? Geschmackvoller Singer-/Songwriter-Pop auf elektronischen Beats (ist wohl das Ding der Stunde), und etwas weniger depri, aber auch weniger risikofreudig als Billie Eilish.

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Wir spielen:
08.04.: Get Stüpid
09.04.: Wake Up
10.04.: Word Smith
11.04.: Euphoria
12.04.: FINE


14. Kalenderwoche 2019: 01. April – 05. April
Billie Eilish – When We All Fall Asleep, Where Do We Go?
(Erschienen am: 29.03.2019)

Diese Woche gibt es mal gar keine Diskussion darüber, welches das Album der Woche ist: Billie Eilish ist nicht nur ein Instagram-Phänomen, sondern machte spätestens mit der Vorab-Single “bury a friend” mächtig neugierig auf ihr Debütalbum. Und was soll man sagen: hier ist einer der seltenen Fälle, wo die Erwartungen nicht nur eingelöst, sondern eher noch übertroffen werden. Das hat was von Ariana Grande meets Lana Del Rey: man nehme den modernen Pop als Ausgangsbasis, subtrahiert 50% und gibt dann einen kräftigen Schuss Emo-Punk-Attitüde dazu, und fertig ist der nächste weltweite Superstar. Und das ist nicht abwertend gemeint: das Album ist kreativ, originell und in einer Form konsistent, wie man es bei Debütalben nur sehr sehr selten findet. Auch die internationale Musikkritik feiert die Platte ab, und wir sparen uns den Rest: wir finden das Album gut, soviel sollte klar sein.

Wir spielen:
01.04.: my strange addiction
02.04.: you should see me in a crown
03.04.: ilomilo
04.04.: bad guy
05.04.: wish you were gay


13. Kalenderwoche 2019: 25. März – 29. März
Pop-Nachwuchs: Neue EPs von Ruth B., Fintan und Suzi Wu
(Erschienen am: 22.03.2019)

Ruth B. ist mit 23 Jahren die Älteste unserer Nachwuchsriege in dieser Woche. Wir haben an dieser Stelle bereits ihr Debütalbum wohlwollend vorgestellt, und sie legt hier eine EP mit 5 Titeln (Maybe I’ll Find You Again) nach, die ihren freundlichen Piano-Pop ein ganz klein wenig weiterentwickeln. Wir behalten mit Interesse im Auge, was da noch kommt.

Fintan (alias Fintan O’Brien) ist 20 und sieht aus, als wäre er noch nicht ganz durch die Pubertät. Nach eigenen Angaben macht er schon seit 11 Jahren Musik, was an seiner sehr musikalischen Familie liegt (an dieser Stelle lesen sich die Informationen im Netz wie eine kanadische Version der Kelly Family). Seine Debüt-EP “The We Fall” jedenfalls bringt ziemlich erwachsenen Singer-/Songwriter-Pop, der mit Ruth B. durchaus mithalten kann.

Suzi Wu kommt aus London, ist ebenfalls 20 Jahre alt und musikalisch die schrägste und auch interessanteste Neuerscheinung dieser Woche. Die Promo-Texte zu ihrer Debüt-EP “Error 404” versuchen sie etwas als rotzige Punkette zu verkaufen, aber musikalisch ist das zu gediegen dafür.

Allen drei gemeinsam ist die Einordnung ins Singer/Songwriter-Genre, das musikalische Bett aus mehr oder weniger fluffigen Keyboard-Sounds und HipHop-Beats, die ihren Siegeszug in so ziemlich alle Musikgenres fortsetzen.

Wir spielen:
25.03.: Ruth B. – Crave
26.03.: Ruth B. – Don’t Disappoint Me
27.03.: Fintan – Body
28.03.: Fintan – Burn
29.03.: Suzi Wu – Highway


12. Kalenderwoche 2019: 18. März – 22. März
Diverse – die Helden der Nuller Jahre
(Erschienen am: 15.03.2019)

Kaum ist man mal eine Woche aus dem normalen Rhythmus, stapeln sich sofort die Neuerscheinungen. In dieser Woche haben wir frisch erschienene Alben von Künstlern rausgesucht, die ihre besten Jahre am Anfang des Jahrtausends hatten und sich unterschiedlich gut gehalten haben. Wir beginnen mit

Dido (Album: Still on My Mind)
Dido, die ihre Karriere als Background-Sängerin bei Faithless begann, startete die Solokarriere etwas stolpernd mit dem ersten Album “No Angel” (1999), das erst mit Verspätung zum Hit wurde. Das zweite Album “Life For Rent” von 2003 schlug dann voll ein, bekam in Deutschland viermal Platin und warf mit “White Flag” einen Nummer-Eins-Hit ab. Zu dieser Zeit gab es vor Didos Musik kaum ein Entkommen. Größere Abstände zwischen den nächsten Alben sorgten dann dafür, dass man sie etwas aus den Augen verlor. Die alten Fans sind aber anscheinend noch da – Album und Single sind bereits wieder hoch in den Charts. Und ein Dancefloor-tauglicher Kracher wie “Take Me Home” hilft dabei bestimmt.

Weezer (Album: Weezer (Black Album))
Wir haben das etwas merkwürdige Coveralbum mit den originalgetreu eingespielten Hits (siehe unten) noch nicht verdaut, da schieben Weezer wenige Wochen später schon das nächste Album, jetzt mit eigener Musik, nach. Weezer ist eigentlich eine Band der 90er, feierten ihre größten Erfolge aber zwischen 2001 und 2005 (“Island In The Sun”, “Beverly Hills”). Danach konnten sie ihre Fans nicht mehr so richtig bei der Stange halten, und auch beim neuen Album scheiden sich etwas die Geister.
Sophie Zelmani (Album: Sunrise)
Auch die schwedische Sängerin Sophie Zelmani hatte ihren Karriere-Höhepunkt Ender der 90er / Anfang der Nuller Jahre. Zu dieser Zeit besetzte sie musikalisch in etwa die Ecke, die später von Katie Melua ausgefüllt wurde: sehr melodischer, melancholischer Soft-Pop mit markanter Stimme. Und auch heute ist die Musik noch dieselbe, aber die Zeit ist doch etwas daran vorbeigegangen.

David Gray (Album: Gold In A Brass Age)
Auch David Gray mußte ein paar Jahre auf den Durchbruch warten, bis ihm das Album “White Ladder” im Herbst 2001 (zwei Jahre nach der Veröffentlichung) einen Nr.1-Hit in England bescherte. Er war in Deutschland nie so populär wie im heimatlichen Großbritannien und verschreckte später mit seiner zunehmend spröderen Musik doch einige Fans, aber auf dem neuen Album findet er den Weg zu einem wieder etwas spielerischen Sound, der seiner Musik gut tut.

Sophie Ellis-Bextor (Album: The Song Diaries)
“Murder On The Dancefloor” (2002) gehört zu den 10 Titeln, die wir aus den Nuller Jahren mit auf eine einsame Insel nehmen würden. Leider kam nach diesem Hammer nicht mehr so wirklich viel, und die letzten Alben lösten hier nur noch Stirnrunzeln aus. Leider ändert sich daran auch mit dem neuen Album nichts, das im wesentlichen ein Greatest-Hits-Album mit Orchesterbegleitung ist, auf dem sie ihren größten Erfolg gleich zweimal dahinmeuchelt. Wir spielen ihn trotzdem: als Warnung.

Wir spielen:
18.03.: Dido – Take You Home
19.03.: Weezer – Living In L.A.
20.03.: Sophie Zelmani – Only A Miracle
21.03.: David Gray – A Tight Ship
22.03.: Sophie Ellis-Bextor – Murder On The Dancefloor (Orchestral Disco Version)


11. Kalenderwoche 2019: 11. März – 15. März
Christian Falk – Jetzt
(Erschienen am: 01.03.2019)

In dieser Woche gibt es bei uns mal wieder Musik aus der Region. Bereits im vergangenen Jahr haben wir euch das Debütalbum „Farbe & Dunkel“ von dem Musiker Christian Falk vorgestellt. Christian Falk kommt aus Lohne, lebt aber seit dem Jahr 2008 in Bremen. Am 01. März ist nun seine zweite Platte „Jetzt“ auf den Markt gekommen. Nach dem melancholisch-heiteren Singer-Songwriter/Rock-Pop Mix auf „Farbe & Dunkel“, entert er auf seiner neuen Platte zunehmend die Liedermacher Schiene. Mit dabei: Der Cellist Friedemann Eich. Am Mittwoch (13. März) ist Christian Falk übrigens auch ab 12 Uhr bei uns im Mittagsgespräch zu Gast.

Wir spielen:
11.03.: Jetzt
12.03.: Genug Zeit zu verlieren
13.03.: Balkon
14.03.: Beton
15.03.: Kurzgedächtnis


10. Kalenderwoche 2019: 04. März – 08. März
Special: Frauen in der Popmusik
(Erschienen am: 01.03.2019)

Am 8. März ist wieder der internationale Frauentag, und aus diesem Anlass widmen wir uns mal den immer wieder aufflackernden Klagen, dass Frauen in der Popmusik massiv unterrepräsentiert sind (hier z.B. nachzulesen beim Deutschlandfunk und bei Musiker Online). Wir haben uns mal die Mühe gemacht und in den Charts durchgezählt, und ja, das ist so. Und das lässt uns dann doch fragen, ob die geneigten Musikhörer/innen Tomaten auf den Ohren haben, denn interessante Musik von Frauen gibt es im Überfluss, wie unsere 5 Neuerscheinungen (alle aus dieser Woche) zeigen. Darunter sind zwei Vorab-Titel aus den kommenden Debütalben der Australierinnen Hatchie und Sloan Peterson (siehe auch weiter unten auf dieser Seite), ein Titel aus dem neuen Indie-Pop-Debütalbum der Britin Amber Bain alias “The Japanese House”, eine neue Single von Ellie Goulding und ein Titel aus dem neuen R&B-Album von Beyoncés Schwester Solange.

Wir spielen:
04.03.: Sloan Peterson – Here
05.03.: Hatchie – Without A Blush
06.03.: The Japanese House – You Seemed So Happy
07.03.: Ellie Goulding – Flux
08.03.: Solange – Sound Of Rain


9. Kalenderwoche 2019: 25. Februar – 01. März
Bayonne – Drastic Measures
(Erschienen am: 22.02.2019)

Drastic Measures ist das fünfte Album des Texaners Roger Sellers und das zweite unter dem Künstlernamen Bayonne. Er gehört (wie man in seinen Videos auf Youtube sehen kann) zu den Musik-Nerds, die sich umgeben von einem Berg von Elektronik zu Hause eingraben und so lange basteln, bis was Hörbares dabei rauskommt (siehe auch Tash Sultana weiter unten). Die Musik verdankt mit ihren Klicker-Klacker-Rhythmen ziemlich viel von ihrem Sound den New-Age-Elektronikern der späten 80er und frühen 90er, aber Bayonne schafft den Dreh, daraus richtige Popsongs zu machen, auch wenn die sich manchmal so anhören, als wäre gerade eine Flasche Weichspüler im Studio ausgelaufen. Wir sind durch die beiden gelungenen Vorab-Singles “Uncertainly Deranged” und “Drastic Measures” auf den bisher eher lokal bekannten Amerikaner aufmerksam geworden, und anscheinend ging das nicht nur uns so, denn iTunes präsentiert das Album in dieser Woche ebenfalls auf der Startseite. Musik für Leute, die es mal etwas stressfreier mögen.

Wir spielen:
25.02.: Uncertainly Deranged
26.02.: I Know
27.02.: Same
28.02.: Drastic Measures
01.03.: Abilia


8. Kalenderwoche 2019: 18. Februar – 22. Februar
Diverses
(Erschienen am: 15.02.2019)

Und wieder mal hat uns kein Album so richtig überzeugt, und deswegen gibt es einen Querschnitt durch einige frisch erschienene Titel, bei denen wir auf der Suche nach guter Musik hängen geblieben sind.

Wir spielen:

18.02.: Avril Lavigne – Bigger Wow
Avril Lavignes neues Album “Head Above Water” ist eine der prominenteren Neuerscheinungen dieser Woche. In der ersten Hälfte der Nuller Jahre konnte man ihrer Musik kaum entkommen, und auch ihr neues Album klingt wie vor 15 Jahren steckengeblieben, und das leider eher altbacken als nostalgisch. Vielleicht gibt es da draußen ja noch ein paar Fans…

19.02.: Louise Hoffsten – You Sing To Know
Louise Hoffsten gehört seit Ende der 80er zu den Urgesteinen der schwedischen Blues-Szene und hat es irgendwie nie wirklich darüber hinaus geschafft, von einigen Titeln im Soundtrack von “Melrose Place” mal abgesehen. Ihre neue Single “You Sing To Know” ist ein schön-brachialer Blues-Stampfer.

20.02.: Rina Mushonga – In A Galaxy
Der Titelsong des gleichnamigen Albums. Zweites Album der Wahl-Londonerin mit Wurzeln in Holland und Zimbabwe. Schwer einzuordnende elektronische Popmusik mit unter anderem karibischen und afrikanischen Einflüssen. Klingt nicht uninteressant, aber zu sperrig fürs tägliche Musikprogramm.

21.02.: EIHDZ – Gold
Ok, das ist uns auch noch nicht vorher passiert: hier waren wir die allerersten, die das Video zum Titel auf Youtube aufgerufen haben. Die Facebook-Seite der kanadischen Sängerin EIHDZ hat auch erst 380 Fans, die große Karriere steht also anscheinend noch aus. Und sonst haben wir leider auch nicht viel rausbekommen. Aber die freundlich vor sich hin groovende Musik ist nicht schlecht.
P.S.: Die wenigen Aufrufe des Videos sind auch kein Wunder, wenn Youtube es schafft, den Namen der Interpretin falsch zu schreiben. Wer gern ein paar Views spenden möchte: hier ist der Link zum Video.

22.02.: Whales & This Lake – Slow
Neue Single eines ziemlich obskuren norwegischen Trios, das wir hier vor längerer Zeit schon mal vorgestellt haben. Sind immer noch ziemlich obskur, machen aber ganz nette Mucke.

7. Kalenderwoche 2019: 11. Februar – 15. Februar
Pet Shop Boys – Agenda (EP) / Ariana Grande – thank u, next

(Erschienen am: 08.02.2019)

Die Pet Shop Boys melden sich mal wieder zu Wort: auf der gerade veröffentlichten Agenda-EP finden sich vier Titel, von denen drei mit der Vehemenz von Karnevalsschlagern den Unmut über die zunehmende Doofheit, die Reichen im Allgemeinen und die sozialen Medien in die Welt hinauspusten. Vom Timing her passte das perfekt (“Give stupidity a chance” erschien just am Tag der Regierungserklärung von Donald Trump), aber es muss sich erst noch zeigen, ob die Pet Shop Boys immer noch so wichtig sind wie sie mal waren, oder ob man sie auch schon in die Schublade der “Grumpy Old Men” (der nörgelnden alten Männer) ablegt. Wir spielen die beiden Titel der EP, die nicht schon im normalen Programm laufen.

Die erste Reaktion zum neuen Album von Ariana Grande war “Schon wieder?”. Das letzte erschien gefühlt vorgestern (am 16. August im letzten Jahr) und wir fanden es gar nicht mal schlecht. Mit dem neuen können wir uns weniger anfreunden: vor sich hin mäandernde Songs auf generischen Hiphop-Beats erwecken den Eindruck, als würde die Musik allmählich nur noch zum verlängerten Arm ihres Instagram-Accounts werden. Na, dann amüsieren wir uns doch wenigstens gemeinsam über ihr Missgeschick mit dem neuen japanischen Tattoo… 🙂

Wir spielen:
11.02.: Pet Shop Boys – What Are We Going To Do About The Rich?
12.02.: Pet Shop Boys – The Forgotten Child
13.02.: Ariana Grande – Bad Idea
14.02.: Ariana Grande – Break Up With Your Girlfriend, I’m Bored
15.02.: Ariana Grande – Bloodline


6. Kalenderwoche 2019: 04. Februar – 08. Februar
The Specials – Encore (Deluxe Edition)
(Erschienen am: 01.02.2019)

Ein neues Album und ein Ausflug in die Popgeschichte: Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts rollten Bands aus Großbritannien mit einer kleinen Ska-Welle die Charts auf. Am erfolgreichsten waren Madness, deren Hits heute immer noch gern gespielt werden, aber dann folgten auch direkt schon die Specials. Die Band löste sich nach zwei Alben auf, formierte sich in anderer Besetzung neu und tourt seitdem mit wechselndem Personal seit 40 Jahren unverdrossen durch die Lande. Auch die Besetzung, die jetzt nach längerer Zeit das Album Encore aufgenommen hat, ist nur noch so ungefähr zur Hälfte Original, aber es sind immerhin einige der früheren Masterminds wie z.B. Terry Hall dabei, der sich schon früh in den 80ern abgeseilt hatte, um mit seiner eigenen Band “Fun Boy Three” Karriere zu machen.

Die Deluxe-Edition des Albums trägt dieser langen Bandgeschichte Rechnung, indem neben den neuen Titeln auf einer Live-CD die alten Hits dazu geliefert werden. Und natürlich kann das nicht wirklich gut gehen. Die alten Titel leuchten mit ihrem Nostalgie-Bonus, aber bei den neuen ist die Relevanz einfach nicht mehr da, auch wenn die Texte wie früher politisch-bissig bleiben. Das gibt insgesamt ein paar Sympathie-Punkte und einige nette Erinnerungen, aber keinen bleibenden Eintrag in die ewigen Bestenlisten. Wir spielen in dieser Woche etwas aus beiden Hälften des Albums.

Wir spielen:
04.02.: A Message To You, Rudy (Live At Le Bataclan)
05.02.: Vote For Me
06.02.: Ghost Town (Live At Le Bataclan)
07.02.: 10 Commandments
08.02.: The Lunatics


5. Kalenderwoche 2019: 28. Januar – 01. Februar
Weezer / Rudimental / Better Oblivion Community Center
(Erschienen am: 25.01.2019)

Nach der Weihnachtspause rollen die Neuveröffentlichungen wieder an, und deswegen gibt es in dieser Woche Kostproben von gleich drei Alben, von denen man zumindest mal gehört haben sollte.

Wir fangen an mit Weezer – Weezer (Teal Album). Wir geben es zu: wir fanden das Toto-Cover “Africa” und die dazugehörige Geschichte ganz spaßig (kann man anderswo nachlesen), aber musste das gleich zu einem ganzen Coveralbum führen, das die größten Hits der 60er bis 90er praktisch notengetreu nachdudelt? Das Ergebnis entspricht in etwa dem, was eine Kirmes-Coverband an einem ihrer besseren Tage abliefern würde: kompetent gemacht, aber ohne jeden Funken von Inspiration. Hm.

Rudimental – Toast To Our Differences. Den geneigten Hörern unseres Senders muss man vielleicht zu Rudimental nicht mehr ganz so viel erzählen, da die vierköpfige britische Combo praktisch Stammgast in unserer Musikrotation ist. So laufen denn auch schon 4 Titel aus dem neuen Album im Programm, die wir hier noch um zwei weitere ergänzen. Das Album gehört insgesamt auf jeden Fall zu den hörbareren Pop-Produktionen.

Better Oblivion Community Center – Dies ist das gemeinsame Bandprojekt der Indie-Darlings Phoebe Bridgers und Conor Oberst. Das vor wenigen Tagen unangekündigt veröffentlichte Album sorgt in der einschlägigen Szene gerade für ziemlichen Wirbel und bietet etwas verschrobenen, aber sehr liebenswerten Folkrock.

Da wir in dieser Woche etwas mehr Zeit haben, gibt es ausnahmsweise an jedem Tag gleich zwei Titel aus den oa. Alben.

Wir spielen:
28.01.: Weezer – Mr. Blue Sky / Paranoid
29.01.: Weezer – Happy Together / Billie Jean
30.01.: Weezer – No Scrubs / Sweet Dreams (Are Made Of This)
31.01.: Rudimental – They Don’t Care About Us / 1by1
01.02.: Better Oblivion Community Center – Dylan Thomas / Sleepwalkin’

 

4. Kalenderwoche 2019: 21. Januar – 25. Januar
Fun Lovin’ Criminals – Another Mimosa / 1996 – 2001
(Erschienen am: 18.01.2019)

Man hat es als Band manchmal nicht leicht. Da hat man ordentlichen Erfolg und eine ganze Reihe von gern gehörten Singles, wechselt dann die Plattenfirma – und dann knallt einem die alte Plattenfirma bei jeder Veröffentlichung eines neuen Albums ein neues “Greatest Hits”-Album mit den alten Kloppern vor den Latz. Schwer zu sagen, ob die Fun Lovin’ Criminals davon so genervt waren, dass sie deswegen erst nach 9 Jahren wieder ein neues Album vorlegen (natürlich im Abstand von einer Woche wieder begleitet von einem neuen alten Sammelalbum). Wir sind hier so ungnädig und spielen diese Woche aus beiden Alben was: drei Titel vom tatsächlich neuen “Another Mimosa”, das wie immer groovende Coverversionen, Überarbeitungen alter eigener Hits und ein paar ganz neue Titel enthält und zwei Titel aus ihrer besten Zeit Ende der 90er. Auch ein Grund, ihre alten Sachen mal wieder auszugraben. Die Musik? Groovt immer noch…

Wir spielen:
21.01.: Mary Jane’s Last Dance (Another Mimosa)
22.01.: Scooby Snacks (1996 – 2001)
23.01.: Going Down (Another Mimosa)
24.01.: Loco (1996 – 2001)
25.01.: Sunset (Another Mimosa)


3. Kalenderwoche 2019: 14. Januar – 18. Januar
Special: Manila Killa
(Erschienen am: 11.01.2019)

Manila Killa ist der etwas martialische Künstlername des 22jährigen DJs, Produzenten und Musikers Chris Gavino, der in den Philippinen aufwuchs und jetzt in den USA seine Musik macht. Die besteht hauptsächlich aus chilligen elektronischen Klängen mit etwas Dubstep und House, was ihn binnen relativ kurzer Zeit auch zu einem gefragten Remixer für auch schon etwas bekanntere Acts wie Chvrches oder The Knocks gemacht hat. Noch steht er ziemlich am Anfang seiner Karriere, aber wir sind sicher: da kommt noch was. Wir spielen in dieser Woche einige seiner Singles aus den letzten zwei Jahren, darunter den ganz frisch erschienen Titel “All 2 U” und die Ende Oktober erschienene letzte Single “Run Away”

Wir spielen:
14.01.: Manila Killa – All 2 U (feat. Sara Skinner)
15.01.: Manila Killa – All That’s Left (feat. Joni Fatora) (TJANI Remix)
16.01.: Manila Killa – Run Away
17.01.: Kidswaste & Manila Killa – Tonight
18.01.: Robotaki & Manila Killa – I Want You (feat. Matthew John Kurz)


2. Kalenderwoche 2019: 07. Januar – 11. Januar
Die Kritiker-Favoriten des Jahres
(Erschienen am: 07.01.2019)

Wie in jedem Jahr schauen wir uns zum Jahresanfang an, was die internationale Musikkritik für die besten Alben des Jahres hält. Überraschung: diesmal sind tatsächlich mehrere Titel dabei, die wir 2018 bereits vorgestellt haben. Hier also eine kleine Auswahl der auf der Sammelseite Metacritic am besten bewerteten Alben. Die Nr. 1, das Album “Room 25” der US-Rapperin Noname, können wir leider nicht spielen, da man es zwar auf diversen Streamingdiensten anhören, aber nicht käuflich erwerben kann. Damit fällt es für uns leider aus.

Wir spielen:
07.01.: Robyn – Honey vom Album “Honey” (Nr. 2 auf der Liste)
08.01.: Christine and the Queens – Doesn’t Matter vom Album “Chris” (Nr. 3 auf der Liste)
09.01.: Kacey Musgraves – Wonder Woman vom Album “Golden Hour” (Nr. 4 auf der Liste)
10.01.: Janelle Monáe – I Like That vom Album “Dirty Computer” (Nr. 6 auf der Liste)
11.01.: Car Seat Headrest – My Boy (Twin Fantasy) vom Album “Twin Fantasy” (Nr. 7)

52. Kalenderwoche 2018: 17. Dezember – 21. Dezember

Unsere persönlichen Lieblingstitel 2018

(Erschienen am: 17.12.2018)

In der Woche vor Weihnachten übernimmt unsere Tagesredaktion wieder die Regie und stellt ihre persönlichen Favoriten aus 2018 vor. Lassen Sie sich überraschen…

Wir spielen:

17.12.: n.n.

18.12.: n.n.

19.12.: n.n.

20.12.: n.n.

21.12.: n.n.

51. Kalenderwoche 2018: 10. Dezember – 14. Dezember

Ein Sender für Wölfe

(Erschienen am: 07.12.2018)

Haben Sie am vergangenen Mittwoch die Zeitung gelesen? Auf der Titelseite war die dicke Überschrift: “Nach Biss-Attacke: Sender für Wölfe”. Wir waren total begeistert und sind natürlich dabei! Wir haben uns sofort zum ersten Wolfssender für den Nordwesten deklariert und spielen deswegen in dieser Woche Lieder von, mit und über Wölfe. (Wildes Geheule in der Redaktion).

P.S.: Gerade waren wir mit diesem Text fertig, da flattert uns ein Promo für die erste Single von Frau Wolf auf den Tisch. Zufälle gibt’s… – nehmen wir natürlich auch noch mit.

Wir spielen:

10.12.: Loïc Nottet – Wolves (feat. Raphaella)

11.12.: Duran Duran – Hungry Like The Wolf

12.12.: Der Wolf – Gibts doch gar nicht

13.12.: First Aid Kit – Wolf

14.12.: Frau Wolf – Alexander der Große

50. Kalenderwoche 2018: 03. Dezember – 07. Dezember

Last Christmas

(Erschienen am: 03.12.2018)

Und schon wieder wird es Zeit für unsere jährliche Huldigung des omnipräsentesten Weihnachtssongs ever. Wie in jedem Jahr tauchen wir tief in die Abgründe unseres Musikarchivs und präsentieren fünf mehr oder weniger abgefahrene Coverversionen des Klassikers.

Wir spielen:

03.12.: Rodrigo Ace – Last Christmas (Bachata Version)

Es weihnachtet in der Karibik.

04.12.: The Just Joans – Last Christmas

Lagerfeuergeklampfe mit ganz schwerem schottischen Akzent.

05.12.: Lionsclub – Last Christmas

Eine deutsche Ska-Band mit einer japanischen Version.

06.12.: Bliss – Last Christmas

A cappella und fast normal.

07.12.: Playa Desnuda – Last Christmas

Keine Ahnung, warum es so viele Reggae-Versionen von “Last Christmas” gibt…

49. Kalenderwoche 2018: 26. November – 30. November

Rita Ora – Phoenix

(Erschienen am: 23.11.2018)

Rita Ora war in den letzten Jahren so omnipräsent auf allen Kanälen, dass es schon etwas kurios ist, wenn jetzt erst ihr zweites Album nach dem Debüt von 2012 erscheint. Eine geschniegelte und polierte Pop-Produktion, der aber der letzte Funken Brillanz fehlt, um daraus einen Klassiker zu machen. Trotzdem erhält man hier ein sattes Pfund an Radio-Hits, die einen vermutlich noch einige Zeit begleiten werden. Und das liegt wohl auch daran, dass Rita Ora immer wieder mal für Schlagzeilen sorgt – zuletzt in der vergangenen Woche, als sie bei der großen Thanksgiving-Parade in New York auftrat und beim Playback-Singen im Timing so daneben lag, dass sich das halbe Internet darüber amüsierte.

Wir spielen:

26.11.: Girls (feat. Cardi B, Bebe Rexha & Charli XCX)

27.11.: Cashmere

28.11.: New Look

29.11.: Summer Love (feat. Rudimental)

30.11.: Only Want You

48. Kalenderwoche 2018: 19. November – 23. November

Smashing Pumpkins – Shiny And Oh So Bright, Vol. 1 / Mumford & Sons – Delta

(Erschienen am: 16.11.2018)

Zwei Alben von Bands, die man irgendwie aus den Augen verloren hat, und wenn man die neuen Alben hört, weiß man auch, warum. Die Smashing Pumpkins sind hoffnungslos in ihrem Mitt-Neunziger-Gerumpel stecken geblieben und machen immer noch denselben 90s-Rock, der heute nur noch retro und etwas altbacken klingt. Sie hatten ihren Platz in der Musik-Geschichte, aber irgendwie ist es jetzt auch gut gewesen.

Die Online-Ausgabe der Zeit rüpelte über das neue Mumford & Sons-Album “Mumford & Sons ist der Albtraum, in dem es Ed Sheeran viermal gibt”, und das ist nur die halbe Wahrheit. Während Ed Sheeran zumindest Hits abliefert, die man nicht wieder los wird, paart sich bei Mumford & Sons die geballte Harmlosigkeit mit Songs, die einfach nur egal sind.

Wir spielen:

19.11.: Smashing Pumpkins – Knights Of Malta

20.11.: Smashing Pumpkins – Silvery Sometimes (Ghosts)

21.11.: Mumford & Sons – Guiding Lights

22.11.: Mumford & Sons – Slip Away

23.11.: Mumford & Sons – Woman

47. Kalenderwoche 2018: 12. November – 16. November

Muse – Simulation Theory

(Erschienen am: 09.11.2018)

Muse, eine der großen Stadion-Rockbands unserer Tage, bewegen sich mit ihrem neuen Album hin zu einem überdreht-durchgeknallten Pop-Sci-Fi-Soundtrack, der oft an die späteren Queen erinnert und immer wieder unerwartete Soundzitate von Prince bis zu John Carpenter in den Mix einbringt. Den New Musical Express veranlasst diese manchmal etwas verwegene Mischung zur Bemerkung: “You’ll be too ashamed to tell anyone just how much you love it.” Können wir so unterschreiben.

Wir spielen:

12.11.: Pressure

13.11.: Get Up And Fight

14.11.: Propaganda

15.11.: The Dark Side

16.11.: Dig Down (Acoustic Gospel Version)

(den Freitags-Titel gibts nur auf der Deluxe-Version des Albums)

46. Kalenderwoche 2018: 05. November – 09. November

Allie X – Super Sunset

(Erschienen am: 29.10.2018)

Allie X alias Alexandra Ashley Hughes ist eine kanadische Indiepop-Sängerin, die mit 33 Jahren schon ziemlich lange musikalisch aktiv ist, jetzt aber erst ihr zweites Album bringt, das mit gerade mal 6 Titeln aber auch recht kurz ausgefallen ist. Ihre Stimme bewegt sich irgendwo zwischen Lana Del Rey und Ellie Goulding, und das steckt auch das musikalische Spektrum ab. Die Titel des Albums sind ein schöner Beleg dafür, dass es sich mehr denn je lohnt, auch mal abseits der Charts zu stöbern.

Wir spielen:

05.11.: Not So Bad In LA

06.11.: Can’t Stop Now

07.11.: Girl Of The Year

08.11.: Little Things

09.11.: Science

45. Kalenderwoche 2018: 29. Oktober – 02. November

The Struts – Young & Dangerous

(Erschienen am: 26.10.2018)

Das zweite Album der Struts lässt die goldenen Zeiten des Glam-Rock wieder aufleben, sprich: die frühen Queen, Thin Lizzy und ähnliche und überspielen aufkommende Nostalgie mit fröhlichem Lärm. Die Killer-Single des Albums “Body Talks” spielen wir bereits im Tagesprogramm, hier gibt es noch einen Nachschlag mit anderen hörenswerten Titeln.”Primadonna Like Me” beginnt mit dem Gitarrenriff von “Bohemian Like You”, um dann in einen Mitgröhl-Refrain a la Slade abzubiegen. Retro, aber nicht peinlich. “Tatler” spielt mit den opernhaften Windungen, die man von Queen kennt. Und so begegnen einem immer wieder altbekannte Rockphrasen, die hier aber zu einem stimmigen Ganzen zusammenfließen.

Wir spielen:

29.10.: Primadonna Like Me

30.10.: In Love With A Camera

31.10.: —

01.11.: Tatler Magazine

02.11.: Fire (Part 1)

44. Kalenderwoche 2018: 22. Oktober – 26. Oktober

MØ – Forever Neverland

(Erschienen am: 19.10.2018)

Seitdem wir an dieser Stelle vor gut 4 Jahren das erste Album von MØ vorgestellt haben rätseln wir, ob MØ als “Möh” ausgesprochen wird oder nicht. Wer in der Zwischenzeit fleißig unseren Sender gehört hat, konnte die Karriere der dänischen Sängerin verfolgen: nach ihrem Debüt, das sich noch sehr am Sound von Lorde orientierte, folgten gelegentliche Singles. Am bekanntesten wurde sie aber wohl als Gastsängerin bei Major Lazer, wo ihre Stimme die erfolgreichen Singles “Lean On” (2015) und “Cold Water” (2016) prägte. Das neue, zweite Album setzt den Weg zum Hochglanz-Pop bruchlos fort, und damit ist unsere damalige (leise) Kritik am ersten Album immer noch gültig: die aufgedonnerte Produktion kleistert oft MØs stimmliche Qualitäten unnötig zu, die am besten bei eher sparsam und trocken arrangierten Titeln zur Geltung kommen.
Wir haben auch wieder was gelernt: eine Plattenkritik zum Album im Netz spricht von “Moombahton Grooves” auf dem Album, und die Musikredaktion gesteht: wir mussten bei Wikipedia nachschlagen.

Wir spielen:

22.10.: Way Down

23.10.: If It’s Over (feat. Charlie XCX)

24.10.: Blur

25.10.: Red Wine (feat. Empress Of)

26.10.: I Want You

43. Kalenderwoche 2018: 15. Oktober – 19. Oktober

Tom Morello – The Atlas Underground

(Erschienen am: 12.10.2018)

Um mal Deadpool zu paraphrasieren: Ist Dubstep immer noch angesagt? Anscheinend ja, denn das neue Album des ehemaligen “Rage Against The Machine”-Gitarristen lebt neben kernigen Rock-Riffs auch von Dubstep-Geblubber, Big Beat-Reminiszenzen a la Fatboy Slim und ein paar Prog-Rock-Dudeleien. Das macht insgesamt nicht wirklich den Eindruck einer großen musikalischen Vision, eher ein Rühren im großen Mustopf der etwas lauteren populären Musik. Bei allem oberflächlichem Krawall vergisst Morello aber nicht den Groove, und das gilt für die Led Zep-Riffs und die Dancefloor-Granaten auf dem Album. Und ein veritabler Pop Hit ist mit “Every Step That I Take” auch noch auf dem Album. Was will man mehr…

Nächste Woche wird es wieder etwas leiser.

Wir spielen:

15.10.: Battle Sirens (feat. Knife Party)

16.10.: Find Another Way (feat. Marcus Mumford)

17.10.: Where It’s At Ain’t What It Is (feat. Gary Clark & Nico Stadi)

18.10.: How Long (feat. Steve Aoki & Tim McIlrath)

19.10.: Every Step That I Take (feat. Portugal The Man & Whethan)

42. Kalenderwoche 2018: 08. Oktober – 12. Oktober

twenty one pilots – Trench

(Erschienen am: 05.10.2018)

Ein Jahr war es ruhig um das US-Amerikanische Alternative-Rock / Indie-Pop / Rap-Rock Duo Twenty One Pilots. Nach dem Durchbruch mit ihrem vierten Album Blurryface aus dem Jahr 2015, vermeldeten Tyler Joseph und Josh Dun im Juli 2017 eine künstlerische Pause. Doch von Ruhe keine Spur. Exakt 365 Tage später hauen die beiden zwei neue Singles raus: „Nico and the Niners“ und „Jumpsuit“ und kündigen gleichzeitig ihr dazugehöriges Album „Trench“ mit 14 brandneuen Songs an. In der Vergangenheit oft mit Fall Out Boy und Panic! At The Disco verglichen und von den Kritikern in die belanglose Pop-Schublade gesteckt, gehen die beiden Musiker nun experimentellere Wege und wagen es sich in diversen Genres zu versuchen und in rauere und vielseitigere Soundwände einzutauchen.

Wir spielen:

08.10.: Jumpsuit

09.10.: Morph

10.10.: Nico And The Niners

11.10.: Legend

12.10.: Cut My Lip

41. Kalenderwoche 2018: 01. Oktober – 05. Oktober

Cypress Hill – Elephants On Acid

(Erschienen am: 28.09.2018)

Acht Jahre lang haben Cypress Hill sich Zeit für ein neues Album gelassen. Jetzt liefert uns die US-amerikanische Hip-Hop-Gruppe auf dem Album “Elephants On Acid” 21 neue Tracks. Die neue Scheibe klingt etwas düsterer als gewohnt. Immer wieder dominieren dabei schwere, schleppende Schlagzeugsounds. Hier und da gemischt mit Sitar-Klängen liefert uns die Scheibe nicht nur einen kleinen Hauch Indien, sondern erinnert auch an die drogengeschwängerte Pop-Musik der 1960er. Das neue Cypress-Hill-Album kann man damit guten Gewissens als experimentell bezeichnen. Das funktioniert stellenweise recht gut, wir vermissen aber doch ein wenig die wirklich eingängigen Stücke, die einfach hängen bleiben. Die Musikikonen warten stattdessen mit einigen Soundexperimenten auf. Herausgekommen ist dennoch eine Scheibe, die sich gut durchhören lässt. Die Hip-Hopper mit lateinamerikanischen Wurzeln verstehen ihr Handwerk einfach. Das zeigt auch “Elephants On Acid”. Fazit: Cypress Hill liefern uns eine bunte Soundpalette, die insgesamt stimmig ist.

Wir spielen:

01.10.: /

02.10.: Reefer Man

03.10.: /

04.10.: Crazy

05.10.: Band of Gypsies

40. Kalenderwoche 2018: 24. September – 28. September

Motorama – Many Nights

(Erschienen am: 21.09.2018)

Gut zwei Monate ist die Fußballweltmeisterschaft nun schon vorbei. Eine Zeit, die die Bevölkerung Russlands in eine Art Freudentaumel stoß. Eine Parallele dazu könnte man in dem neuen Werk von Motorama sehen. Die düstere Post-Punk Band aus Rostov-am-Don rund um Frontmann Vladislav Parshin. Bereits das Debütalbum „Alps“ aus dem Jahr 2010 wurde in den Musikplattformen hochgelobt und insbesondere mit Joy Division verglichen. Auch die eher dunkel-kalten Nachfolger „Calendar“, „Poverty“ und „Dialogues“ brannten sich schnell in die Herzen der Post-Punk und New Wave-Jünger. Mit „Many Nights“ ist nun bereits das fünfte Werk der Russen erschienen, in dem sie die tristen Nächte halbwegs hinter sich lassen und teils lichtdurchflutete Klangwände erzeugen. Neben den weiterhin finsteren Synthies und drastischen Gitarren, schweben Parshin und Co aber auch auf der Indie- und Dream-Pop Wolke. Insbesondere Parshin’s Stimme klingt wesentlich heller, als auf den Vorgängern. Eine insgesamt recht abwechslungsarme, aber dennoch erfrischende Reise, in der sonst eher melancholischen Motorama-Diskographie.

Wir spielen:

24.09.: Second Part

25.09.: Homewards

26.09.: Kissing the Ground

27.09.: This Night

28.09.: No More Time

39. Kalenderwoche 2018: 17. September – 21. September

Jungle – For Ever / Bob Moses – Battle Lines

(Erschienen am: 14.09.2018)

Zwei Neuerscheinungen dieser Woche:

Jungle ist eine britische Retro-Funk-Band, die einen mit ihren Chorgesängen etwas in die Hippie-Zeiten der 70er zurückversetzt. Ziemlich funky, ziemlich chillig und nicht ganz so stumpf wie manches andere zur Zeit.

Das kanadische Electro-Duo Bob Moses versucht eine Brücke zwischen Dancefloor-Rhythmen und melodischen Popsongs a la Hurts zu schlagen, was ihnen bei einigen Kritikern etwas den Ruf als Weicheier eingebracht hat. Selber hören macht schlau…

Wir spielen:

17.09.: Jungle – Heavy, California

18.09.: Jungle – Beat 54 (All Good Now)

19.09.: Jungle – Smile

20.09.: Bob Moses – Heaven Only Knows

21.09.: Bob Moses – Battle Lines

38. Kalenderwoche 2018: 10. September – 14. September

Lenny Kravitz – Raise Vibration

(Erschienen am: 07.09.2018)

Da ist sie endlich: Die neue Platte von Lenny Kravitz. Zwei Songs daraus laufen bereits bei uns im Programm. Das sind “Low” und “5 More Days ‘Til Summer”. “Raise Vibration” ist jetzt bereits das elfte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers. Das bekommt von Musikkritikern ganz solide Bewertungen. In den letzten Alben habe er irgendwie uninspirierter und ausgebrannt geklungen, aber dieses Album klinge wieder vielversprechend. Man hört auch raus, dass er genug hat von allem Leid auf der Welt. In den musikalisch doch teilweise unterschiedlichen Songs lässt er deutlich die Alarmglocken klingeln. Ebenfalls unverkennbar ist, dass Lenny Kravitz sich sehr am Soul der frühen 70er Jahre orientiert und er sich von Jimi Hendrix inspirieren lässt. Ein besonderer Song auf “Raise Vibration” ist auch “Johnny Cash”, das wir am Dienstag für euch spielen. Den Song widmet er seiner verstorbenen Mutter. Dort erzählt er ganz in Ruhe, mit viel Respekt und Liebe seine Geschichte, die wie nebensächlich auch in eine ganz neue Klasse des Songwritings fällt. Andere Musikkritiker loben die Band und die Power, die hinter dem Album stehen und feiern es jetzt schon mit den Worten “Lenny is back!”. 

Wir spielen:

10.09.: The Majesty of Love

11.09.: Johnny Cash

12.09.: Raise Vibration

13.09.: It’s Enough

14.09.: I’ll Always Be Inside Your Soul

37. Kalenderwoche 2018: 03. September – 07. September

Tash Sultana – Flow State

(Erschienen am: 31.08.2018)

Wieder einmal ein australisches Debütalbum. Tash Sultana hat es mit einer Handvoll Singles, ein paar Youtube-Videos und unverdrossenem Touren geschafft, eine riesige Fangemeinde zu mobilisieren, bevor auch nur das erste Album erschienen ist. Er/sie/es (das soll ihnen mal die Redaktion erklären..) ist im September in Deutschland auf Tour, und alle 5 Konzerte sind komplett ausverkauft. Es mag sein, dass die Konzerte es wirklich rausreißen, aber die Musik auf dem Album lässt nicht wirklich einen Grund für diese Begeisterung erkennen. Hier gibt es recht gefällige, aber auch ein wenig ziellose Popsongs, die niemandem wehtun, aber die Musik auch nicht gerade neu erfunden haben. Am ehesten lässt vielleicht der 9-Minuten-Brecher “Blackbird”, den wir am Freitag vorstellen, erahnen, was die Fans so anzieht.
Die Musikkritiker finden das Album übrigens eher nicht soo toll, aber das muss ja nix heißen.

Wir spielen:

03.09.: Big Smoke

04.09.: Salvation

05.09.: Murder To The Mind

06.09.: Free Mind

07.09.: Blackbird

36. Kalenderwoche 2018: 27. August – 31. August

Kodaline – Politics Of Living

(Erschienen am: 28.09.2018)

Die Neuerscheinungen dieser Woche machen uns nicht wirklich glücklich, und deswegen verteilen wir ein paar Vorschusslorbeeren:
Das dritte Album der irischen Band Kodaline erscheint Ende September, und 6 Titel sind bereits vorab veröffentlicht worden. Das reicht für uns locker, um eine Woche zu füllen. Die Folkrock-Hymnen der Band sind fast durch die Bank hit-tauglich und erobern den Iren nach längerer Anlaufzeit (die Band gibt es bereits seit 2005) immer mehr Fans.
Ob der Rest des Albums hält, was die Vorabtitel versprechen, wissen wir aber auch erst im September.

Wir spielen:

27.08.: Head Held High

28.08.: Shed A Tear

29.08.: Worth It

30.08.: Brother

31.08.: Follow Your Fire

35. Kalenderwoche 2018: 20. August – 24. August

Ariana Grande – Sweetener

(Erschienen am: 16.08.2018)

Hier ist der erste der dicken Brocken, mit denen die Plattenindustrie in diesem Herbst ihr Geld verdient. Über Ariana Grande muss man kein Wort mehr verlieren, aber wie ist das Album geworden? Der Titel trifft es eigentlich ziemlich gut: es klingt ein wenig nach Janet Jackson mit angezogener Handbremse und einer kräftigen Portion Süßstoff. Kompetent produziert und mit einem Fokus auf Ariana Grandes stimmlichen Fähigkeiten ist das Ganze so unaggressiv, dass jegliche Kritik von der Fluffigkeit der Musik einfach absorbiert wird. Muss man es als Selbstironie werten, wenn sie im Song “R.E.M.” immer “Wake up, wake up” singt? 

Wir spielen:

20.08.: R.E.M.

21.08.: everytime

22.08.: blazed (feat. Pharrell Williams)

23.08.: borderline (feat. Missy Elliott)

24.08.: the light is coming (feat. Nicki Minaj)

34. Kalenderwoche 2018: 13. August – 17. August

Miles Kane – Coup de Grace

(Erschienen am: 10.08.2018)

Ui ui ui, da haben es die Kritiker aber auf ihn abgesehen: “Miles Kanes Ruf ist besser als seine Musik” (Radio Eins), “a karaoke Rod Stewart” (Pitchfork), “…wenn sich Kane beim Singen zu sehr anstrengt, klingt er nicht mehr wie ‘ne coole Sau, sondern wie ein James-Brown-Imitator.” (Musikexpress). So richtig wird aber nicht klar, warum Miles Kane diese Häme auf sich zieht – sein neues, drittes Album ist ein nostalgieschwerer Trip durch die britische Rockgeschichte, vom Glamrock der frühen 70er (“Loaded”) über den Punk der späten 70er (“Too Little Too Late”) und den Funk britischer New Wave Bands der 80er (“Coup De Grace”) bis zum Britpop der 90er (“Killing The Joke”). Nicht jeder Song ist ein Volltreffer, aber die meisten treffen die Stimmung der Epochen ganz gut, ohne stumpfe Kopien der jeweils großen Hits zu sein. Vielleicht hängt man die Latte einfach zu hoch, wenn man ihm vorwirft, dass ihm “die Originalität und der stimmliche Biss fehlt, um sein Fan-sein zur Innovation aufzuwerten” (Pitchfork). Für uns reicht das, zumindest für diese Woche…

Wir spielen:

13.08.: Killing The Joke

14.08.: Coup De Grace

15.08.: Too Little Too Late

16.08.: Something To Rely On

17.08.: Loaded

33. Kalenderwoche 2018: 06. August – 10. August

Special: Hat das denn gar kein Ende?

(Erschienen am: 03.08.2018)

Man braucht gar nicht erwarten, dass in dieser Zeit irgendwelche wichtigen Alben erscheinen, und deswegen gibts in dieser Woche eine kleine Sammlung von frisch erschienenen Titeln, die sich in der einen oder anderen Weise mit der herrschenden Wetterlage befassen. Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen, und außerdem ist uns eh zu heiß…

Wir spielen:

06.08.: The Faim – Summer Is A Curse

07.08.: Iggy Azalea – Survive The Summer

08.08.: ayokay – Sleepless Nights

09.08.: Tough Love – Rain Dance

10.08.: Danielle Bradbery & Thomas Rhett – Goodbye Summer

31. Kalenderwoche 2018: 23. Juli – 27. Juli

PR Newman – Turn Out / Meg Myers – Take Me To The Disco

(Erschienen am: 20.07.2018)

Im Sommer machen sich große Namen bei den Neuerscheinungen rar, und das gibt unbekannteren Interpreten eine Chance. Unsere Alben der Woche sind das erste bzw. zweite Album für zwei US-Künstler, von denen wir vorher zugegebenermaßen auch noch nie was gehört haben.

PR Newman ist der Künstlername des Texaners Spencer Garland. Von Cover und Musik her findet das Debütalbum seinen Platz im Americana-Regal, aber es erinnert in seinen stärksten Momenten an eine leicht countryfizierte Version der Beatles aus ihrer Spätphase. Insgesamt noch nicht ganz rund, hat aber seine Momente.

Meg Myers bezeichnet so unterschiedliche Bands und Interpreten wie die Dire Straits, Alice In Chains und Enya als ihre Einflüsse. Unterm Strich bringt das Album aber ziemlich generische Popmusik irgendwo zwischen Lana Del Rey und Halsey. Meg Myers wird es schwer haben, sich in diesem bereits gut besetzten Feld durchzusetzen, auch wenn einige Songs durchaus im Ohr hängenbleiben.

Wir spielen:

23.07.: PR Newman – Everything

24.07.: PR Newman – Way & Me

25.07.: Meg Myers – Jealous Sea

26.07.: Meg Myers – Tear Me To Pieces

27.07.: Meg Myers – Take Me To The Disco

30. Kalenderwoche 2018: 16. Juli – 20. Juli

Amy Shark – Love Monster

(Erschienen am: 13.07.2018)

Und schon wieder ein Debütalbum einer australischen Sängerin. Amy Shark kennt man bisher hauptsächlich durch ihre Hitsingle “Adore”, die ihr bereits einiges an internationaler Aufmerksamkeit eingebracht hat (und so ganz am Rande sei mal angemerkt, dass wir den Titel sehr viel früher im Programm hatten als andere Sender). Ihr Debütalbum klingt jedenfalls so stark nach kleiner Schwester von Alanis Morissette, dass man sich manchmal vergewissern muss, nicht das falsche Album eingelegt zu haben. Songs, Stimme und Produktion sind ok, aber es fehlt dem Ganzen doch die Eigenständigkeit.

Wir spielen:

16.07.: The Idiot

17.07.: Never Coming Back

18.07.: I’m A Liar

19.07.: Mess Her Up

20.07.: Psycho (feat. Mark Hoppus)

29. Kalenderwoche 2018: 09. Juli – 13. Juli

Tom Grennan – Lighting Matches

(Erschienen am: 06.07.2018)

Das Debütalbum des 23jährigen britischen Singer/Songwriters Tom Grennan versammelt fast alle Singles, die er in seiner noch jungen Karriere seit 2016 veröffentlichte, sowie einige neue Titel. Musikalisch erfindet er das Rad nicht neu, aber seine Reibeisenstimme in Verbindung mit dem ausgesprochen griffigen Songmaterial macht das Ganze mehr als hörbar. 4 von seinen Singles hatten wir bereits im Programm und legen in dieser Woche nochmal 5 weitere Titel nach. Wäre es auf dem Album dabei geblieben, hätte Tom Grennan eine dicke viereinhalb-Sterne-Wertung von uns bekommen. Leider muss man sich noch durch eine Handvoll Füller mühen, die das Album unnötigerweise zu einer “Deluxe”-Ausgabe aufblähen. Nun gut, 9 von 16 sind auch kein schlechter Schnitt.

Wir spielen:

09.07.: Royal Highness

10.07.: Aboard

11.07.: Make ’em Like You

12.07.: Run In The Rain

13.07.: Secret Lover

28. Kalenderwoche 2018: 02. Juli – 06. Juli

Special: Wir wollen Eis!

(Erschienen am: 29.06.2018)

Wir denken bei den gerade vorherrschenden Temperaturen nur an eins: ein kühles Eis. Deswegen gibts in dieser Woche ein kleines Special mit 5 Songs mit dem Titel “Ice Cream Man” / “Eismann”.

Jonathan Richman kennt man hauptsächlich vom Instrumental-Hit “Egyptian Reggae”. Vom selben 1977er-Album (Jonathan Richman & The Modern Lovers) stammt auch die Lobeshymne auf den Eismann. Vielleicht gönnt Ihnen die Redaktion auch die spaßige nicht enden-wollende Live-Version.

Screamin’ Jay Hawkins hatte seinen Moment in den Charts, als sein Titel “Heart Attack And Vine” 1991 von Levi’s für einen Werbespot benutzt wurde. Wir hören ihn hier mit einem Cover des “Ice Cream Man”, einem Titel des Blues-Gitarristen John Brim.

Zzzippoo Man war ein kurzlebiges holländisches Projekt Mitte der 90er, zu dem wir auch nicht mehr herausgefunden haben, als dass sie auch den “Ice Cream Man” und seine Sorten besungen haben.

Auch die Britpopper Blur (“Song 2” dürfte jeder noch kennen) haben auf ihrem 2015er-Album “The Magic Whip” dem Ice Cream Man einen Song gewidmet.

Die deutsche Indie-Band Fink hat auf ihrem 2005er-Album Bam Bam Bam den Eismann besungen, und damit schließen wir die Woche ab (und gönnen uns eine eiskalte Erfrischung: Erdbeer? Vanille?)

Wir spielen:

02.07.: Jonathan Richman & The Modern Lovers – Ice Cream Man

03.07.: Screamin’ Jay Hawkins – Ice Cream Man

04.07.: Zzzippoo Man – Ice Cream Man

05.07.: Blur – Ice Cream Man

06.07.: Fink – Eismann

27. Kalenderwoche 2018: 25. Juni – 29. Juni

Bebe Rexha – Expectations / Jack River – Sugar Mountain

(Erschienen am: 22.06.2018)

In dieser Woche zwei Debütalben mit vielen Gemeinsamkeiten und großen Unterschieden:

Bebe Rexha: 2.318.733 Facebook-Fans /Jack River: 8.862 Facebook-Fans

Das erste Album der US-Sängerin Bebe Rexha ist strategisch produzierter Hochglanz-Pop mit Killer-Hooklines, wohlüberlegt auf dem Album platzierten Balladen und quasi eingebauter Chartgarantie.

Das Indie-Debüt der australischen Singer/Songwriterin Holly Rankin alias Jack River kokettiert etwas mit den stimmlichen Limitierungen der Interpretin, gewinnt dadurch aber Sympathiepunkte, zumal das Songmaterial der australischen Indie-Produktion locker mit dem polierten US-Produkt mithalten kann.

Wir spielen:

25.06.: Bebe Rexha – Self Control

26.06.: Jack River – Fool’s Gold

27.06.: Bebe Rexha – Knees

28.06.: Jack River – Confess

29.06.: Jack River – Fault Lines

26. Kalenderwoche 2018: 18. Juni – 22. Juni

Mike Shinoda – Post Traumatic

(Erschienen am: 15.06.2018)

Hinter Mike Shinoda verbirgt sich der Rapper der Band Linkin Park. Linkin Park hatte und hat eine große Fangemeinde, die mit Spannung auf das Soloalbum von Mike Shinoda wartete. Auf tragische Weise war vor einem knappen Jahr Frontmann Chester Bennington ums Leben gekommen. Nach dem Verlust seines guten Freundes Chris Cornell, bekannt als Sänger und Gitarrist der Band Soundgarden, nahm sich der Bandleader selbst das Leben. Das war ein Schock für die Fans, für seine Familie und für seine Bandkollegen. Mike Shinoda war aber nicht nur Bandkollege, sondern auch ein Freund von Chester Bennington, und auf seinem Album Post Traumatic verarbeitet er in 16 Songs seine Trauer. Die Songs klingen anders als Linkin Park, weniger hart, viel weicher und emotionaler. Die Lieder sind eher dem Pop/Rap-Genre zuzuordnen, in einzelnen Liedern schimmert Linkin Park aber noch durch.
Das Album hinterlässt gemischte Gefühle, weil sich die textliche Trauerarbeit und die fast partytaugliche Musik doch manchmal etwas in die Quere kommen. Die Aussicht, dieses Album künftig auf Beerdigungen hören zu müssen (und wir gehen jede Wette darauf ein, dass es so kommen wird), lässt einen etwas ratlos zurück.

Wir spielen:

18.06.: Watching As I Fall

19.06.: Ghosts

20.06.: Crossing A Line

21.06.: Make It Up As I Go (feat. K.Flay)

22.06.: Can’t Hear You Now

25. Kalenderwoche 2018: 11. Juni – 15. Juni

Special: russische Popmusik

Aus gegebenem Anlass widmen wir uns in dieser Woche der ziemlich unbekannten Welt der russischen Popmusik, die tatsächlich nicht nur aus den jährlichen Auftritten beim Eurovision Song Contest besteht. Wir stellen unsere (zugegebenermaßen nicht immer ganz taufrischen) russischen Lieblingssongs in einer komplett willkürlichen und subjektiven Auswahl vor.

Wir spielen:

11.06.: Serebro – Mama Luba (Mama Lover)

Serebro ist eine für den Eurovision Song Contest 2007 gecastete Girlgroup, die aber erst nach Personalwechseln ab dem Jahr 2011 wirklich zu Form auflief und seitdem eine Serie von Partykrachern und eher melancholischen Pophits abliefert. Man hat sie auf unserem Sender schon öfter gehört, und 2013 hatten sie mit dem Novelty-Hit “Mi Mi Mi” ihren bisher größten Erfolg. Wir spielen den Titel, der ihnen 2011 den ersten Top Ten Hit im Westen bescherte (in Italien).

12.06.: Glukoza – (Eins, Zwei, Drei…) Schweine

Glukoza ist das Pseudonym der russischen Sängerin Natalja Ionova, und speziell dieser Titel wurde international bekannt, weil er im Computerspiel GTA IV eine prominente Rolle spielte. Es gibt dazu auch ein aufwändig animiertes Video, das man mal gesehen haben sollte.

13.06.: Motorama – Empty Bed

Auch in Russland gibt es Indie-Bands, und Motorama pflegen etwas den Stil von New Wave und Post-Punk der frühen 80er. “Empty Bed”, das an die frühen Cure erinnert, stammt vom Debüt der Band aus dem Jahr 2010.

14.06.: Tesla Boy – Spirit Of The Night

Die 2008 gegründete russische Band “Tesla Boy” widmet sich mit Hingabe der Wiederbelebung der 80er, was man auch gut an unserem Titel “Sprit Of The Night” hören kann, der vom Debüt der Band aus dem Jahr 2009 stammt.

15.06.: Vera Breshnewa – blizkiye lyudi

Vera Breshnewa war in den Nuller Jahren Mitglied der Girlgroup Via Gra (NSFW), bevor sie sich einer etwas gesetzteren Solokarriere widmete. Hier mit einem etwas harmlosen, aber sehr sommertauglichen Song.

24. Kalenderwoche 2018: 04. Juni – 08. Juni

Claptone – Fantast

(Erschienen am: 08.06.2018)

Der Berliner Deep House DJ Claptone hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit groovigen House-Tracks und Remixen gemacht, und auch dadurch, dass er nur mit einer Schnabelmaske auftritt, was seit Cro ja nun auch nicht mehr der Gipfel der Kreativität ist. Sein neues Album erscheint am Freitag, und wenn wir es jetzt schon vorstellen, liegt das zum einen daran, dass bereits 5 Vorab-Singles ausgekoppelt wurden, zum anderen legt Claptone am Samstag, den 9. Juni beim Docklands-Festival in Münster auf, und das dürfte eine der seltenen Gelegenheiten sein, den Maestro hier in der Gegend live zu erleben.
Dort wird es vermutlich auch etwas kräftiger zur Sache gehen als auf dem neuen Album, was aus der House-Ecke eine ganzes Stück Richtung Elektropop rutscht, und es wäre ihm zu gönnen, dass er damit auch den Durchbruck bei einem größeren Publikum schafft.

Wir spielen:

04.06.: Stronger (feat. Ben Duffy)

05.06.: Stay The Night (feat. Tender)

06.06.: Birdsong (feat. Zola Blood)

07.06.: Under The Moon (feat. Nathan Nicholson)

08.06.: In The Night (feat. Ben Duffy)

23. Kalenderwoche 2018: 28. Mai – 01. Juni

Jonathan Davis – Black Labyrinth / Chvrches – Love Is Dead / Chad Valley – Imaginary Music

(Erschienen am: 25.05.2018)

3 Neuerscheinungen in dieser Woche:

– Jonathan Davis ist der Sänger der Nu Metal-Band Korn und entsprechend geht es auch auf seinem Soloalbum etwas härter zur Sache. Erfreulicherweise ist die musikalische Bandbreite der Platte recht groß, und deswegen spielen wir auch eine Metal-Ballade (What It Is) und einen Titel mit arabischem Einschlag (Final Days), der hörbar von Led Zeppelin beeinflusst ist. Man kann wohl davon ausgehen, dass Jonathan Davis Led Zeppelin-Fan ist – er hat seinem Sohn laut Wikipedia den Namen “Zeppelin Howsmon” mitgegeben…

– Das dritte Album der schottischen Elektropopper Chvrches hinterlässt gemischte Gefühle. Die Platte wirkt insgesamt eher plan- und zahnlos. Der früher sehr wiedererkennbare Sound ist an vielen Stellen durch etwas beliebiges Geblubber abgelöst worden, das stark auf die Charts schielt, die alten Fans aber eher verstören dürfte. Verantwortlich dafür ist wohl Produzent Greg Kurstin, den wir ansonsten sehr schätzen, der hier aber wohl mit der zu groben Stricknadel gearbeitet hat.

– Chad Valley alias Hugo Manuel ist ein britischer Soundbastler, dessen Musik am ehesten unter der Rubrik Chillwave einzusortieren ist. Imaginary Music ist sein drittes Album, und es spricht nicht wirklich für das Album, dass man es an einigen Stellen durchaus mit dem Chvrches-Album verwechseln könnte. Der im Elektropop gerade feststellbare Trend zu melodiösen und romantischen Klängen ersäuft leider den Drang zu musikalischen Innovationen.

Wir spielen:

28.05.: Jonathan Davis – What It Is

29.05.: Jonathan Davis – Final Days

30.05.: Chvrches – God’s Plan

31.05.: Chvrches – Deliverance

01.06.: Chad Valley – Hold Somebody

22. Kalenderwoche 2018: 21. Mai – 25. Mai

13 Reasons Why: Season 2 (Music from the Original TV Series)

(Erschienen am: 18.05.2018)

Pünktlich zur Veröffentlichung der zweiten Staffel der Netflix-Hitserie “Tote Mädchen lügen nicht” (im Original: 13 Reasons Why) am 18. Mai kommt auch der Soundtrack, und der ist prall gefüllt mit der bewährten, aber auch ziemlich berechenbaren Mischung aus aktuellem Pop mit Chartgarantie und Evergreens aus dem Fundus der 80er Alternative-Szene. Auch die etwas unbekannteren “Füller” sind fast alle ok, was in der Mischung eine der besseren Soundtrack-Compilations ergibt. Einige der Titel werden wir mit Sicherheit im normalen Programm wiederhören.

Wir spielen:

21.05.: —

22.05.: Selena Gomez – Back To You

23.05.: OneRepublic – Start Again (feat. Logic)

24.05.: Leon Else – My Kind Of Love

25.05.: Echo & The Bunnymen – The Killing Moon

21. Kalenderwoche 2018: 14. Mai – 18. Mai

Weathers – Kids In The Night / Beach House – 7

(Erschienen am: 11.05.2018)

Diese Woche stellen wir zwei Neuerscheinungen von Alternative-Bands vor (Indie trifft es nicht ganz, da Weathers bei Sony unter Vertrag sind):

Der Erfolg von Portugal The Man mit “Feel It Still” spült gerade eine ganze Reihe von Bands nach oben, die sich alle an etwas versuchen, was in den 80ern unter dem Namen Power Pop lief. Das funktioniert mal besser, mal schlechter, aber die noch recht frische US-Band Weathers hat es ganz gut im Griff. “Kids In The Night” ist eine zweiteilige EP mit insgesamt 8 Titeln, und wem unsere ausgewählten Titel gefallen, sollte auch mal ein Ohr auf den Rest werfen.

Das neueste Album von Beach House kann man immer noch getrost unter den Labels Shoegaze oder Dream Pop einsortieren, aber das US-Duo entwickelt seinen Stil langsam weiter. Manche Titel (vor allem die, die wir diese Woche vorstellen) erinnern mit ihrem Keyboard-Wohlklang schon fast an die 80er-Soft-Popper The Korgis (“If It’s Alright With You Baby“).

Wir spielen:

14.05.: Weathers – Casual Mondays

15.05.: Beach House – Girl Of The Year

16.05.: Weathers – Problems

17.05.: Beach House – Lemon Glow

18.05.: Weathers – Carry Us Home

20. Kalenderwoche 2018: 07. Mai – 11. Mai

PT – Goliath

(Erschienen am: 04.05.2018)

“I made this for you to drive to with the windows down.” schreibt Pieter T alias PT auf seiner Facebook-Seite, und viel mehr muss man da nicht hinzufügen. Er macht groovigen R&B, so ungefähr wie eine etwas weniger freakige Version von The Weeknd, kommt (schon wieder mal…) aus Neuseeland und ist im Internet praktisch nicht zu finden, außer wenn man das Kürzel “ptfromnz” verwendet. Aber egal, der erste Satz oben reicht in dieser sonnigen Woche als Grund aus, um dieses Album vorzustellen.

Wir spielen:

07.05.: All I Want

08.05.: Moving On (feat. B Wise)

09.05.: Used To Be

10.05.: —

11.05.: R.O.D.

19. Kalenderwoche 2018: 30. April – 04. Mai

Special: Hatchie

(Erschienen am: 27.04.2018)

Wir haben es in diesem Jahr etwas mit den rockenden australischen Newcomerinnen. Hatchie heißt eigentlich Harriette Pilbeam und stammt aus dem australischen Brisbane. Die 4 Werktage dieser Woche reichen aus, um alles vorzustellen, was bisher von ihr erschienen ist, von ihrer vor einem Jahr erschienen Debütsingle “Try” bis zu “Sugar & Spice”, einem Vorabtitel ihrer Ende Mai erscheinenden ersten EP. Die Musik von Mrs. Pilbeam kombiniert Gitarrenwände mit ätherischen Vocals, was etwas an britische Shoegaze-Bands der 90er erinnert, aber doch was ganz Eigenes hat. Einfach schön.
Den Freitagstitel “Sure” spielen wir auch im regulären Programm.

Wir spielen:

30.04.: Sugar & Spice

01.05.: —

02.05.: Try

03.05.: Sleep

04.05.: Sure

18. Kalenderwoche 2018: 23. April – 27. April

Bishop Briggs – Church Of Scars

(Erschienen am: 20.04.2018)

Bishop Briggs ist der Künstlername der in den USA lebenden britischen Sängerin Sarah Grace McLaughlin, die hier ihr Debütalbum vorlegt. Wir wiederholen uns ungern, aber auch Bishop Briggs ist aufmerksamen Hörer/innen unseres Senders schon länger bekannt, weil wir bereits seit zwei Jahren ihre Singles fleißig spielen. Das macht die Arbeit jetzt einfacher, weil von den 10 Titeln des Albums gar nicht mehr so viele übrig bleiben, die wir nicht sowieso schon im Programm haben.
Die kräftige Stimme von Bishop Briggs ist wie geschaffen für die Gospelchöre, mit denen sie ihre Titel gern arrangiert. Die internationale Musikkritik ist bei dem Album zwiegespalten: die einen vermissen etwas mehr Abwechslung, die andern bemäkeln, dass sie sich mit Trap-Beats zu sehr an aktuelle Trends ranschmeißt. Wir können dem nicht so recht folgen: Wenn eine Sängerin es bereits auf ihrem Debütalbum schafft, einen wirklich homogenen Sound hinzubekommen, finden wir das gut. Fans von Adele sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren.

Wir spielen:

23.04.: Tempt My Trouble

24.04.: The Fire

25.04.: Wild Horses

26.04.: Hallowed Ground

27.04.: Water

17. Kalenderwoche 2018: 16. April – 20. April

The Kite String Tangle Presents: In A Desperate Moment

(Erschienen am: 13.04.2018)

The Kite String Tangle ist das Pseudonym des australischen Musikers Danny Harley, der hier sein zweites richtiges Album vorlegt. Hörer unseres Senders kennen ihn seit seiner 2013er Debüt-Single Given The Chance, die wir hier immer gern gespielt haben. “In A Desperate Moment” ist eine geschmackvolle Sammlung elektronischer Pop-Miniaturen, die schon fast etwas zu ohrenschmeichlerisch ausgefallen ist. Harley selbst sagt: “These songs aren’t designed for radio…”. Das macht uns garnix – wir werden die Karriere des Australiers auch weiter mit Interesse im Auge behalten.
The Kite String Tangle ist übrigens Ende Mai auf (der ersten?) Europa-Tour mit Terminen in Berlin (30. Mai) und Amsterdam (31. Mai).

Wir spielen:

16.04.: Ennui & Me

17.04.: The Hundredth Time

18.04.: Evergreen (feat. Dustin Tebbutt)

19.04.: The Heights Of Trees

20.04.: The Mess We’re In

16. Kalenderwoche 2018: 09. April – 13. April

Gin Wigmore – Ivory

(Erschienen am: 06.04.2018)

Gin Wigmore ist aufmerksamen Hörern unseres Senders schon ein Begriff, da wir “Written In The Water” vom 2015er Album “Blood To Bone” rauf und runter gespielt haben. Das neue Album der Neuseeländerin ist bereits das fünfte und setzt nahtlos den kratzbürstigen Retro-Soul fort, der schon die bisherigen Alben prägte. Sie stilisiert sich gern als eine Art “Bad Girl”-Version von Amy Winehouse und lässt es auf dem Album auch mal richtig krachen (“Dirty Mercy” / “Girl Gang”). Macht Laune und ist auf jeden Fall ein Reinhören wert.

Wir spielen:

09.04.: Cabrona

10.04.: Dirty Mercy

11.04.: Bad Got Me Good

12.04.: Girl Gang

13.04.: Fall Out Of Love

15. Kalenderwoche 2018: 02. April – 06. April

Kacey Musgraves – Golden Hour

(Erschienen am: 30.03.2018)

Country ist hierzulande ja eher eine Musikrichtung, die man nur selten aus dem Giftschrank holt. Man verpasst dann aber auch, wie sich manche Interpreten aus ihrem Country-Gehege herauswagen und ganz erstaunliche Crossover-Platten herausbringen, die sich weit in andere Musikgenres vorwagen. Kacey Musgraves ist in den USA eine der größeren Nummern im Country-Geschäft (2 Grammys) und unternimmt auf ihrem neuen Album einen gelungenen Ausflug in den Singer-/Songwriter-Pop der 70er Jahre mit Anklängen an Fleetwood Mac, Neil Young oder James Taylor. Die Country-Einflüsse hört man nur noch manchmal raus, wenn sich ein Banjo oder eine Slide-Gitarre aus dem Hintergrund traut. Insgesamt ist “Golden Hour” vermutlich eines der besten Country/Pop-Crossover-Alben überhaupt und hat folgerichtig auch von den Kritikern höchstes Lob bekommen (das Album steht im Kritiker-Durchschnitt bei Metacritic zur Zeit bei 90 von 100 Punkten). Es ist bestimmt nichts für jeden, aber wer sich ein Herz für das Songwriting der 70er bewahrt hat oder es neu für sich entdeckt, wird das Album lieben. Hier kann man nachlesen, wie der britische “Guardian” und die Musikseiten SPIN  und Pitchfork die Platte abfeiern.

Wir spielen:

02.04.: —

03.04.: Oh, What A World

04.04.: Slow Burn

05.04.: Lonely Weekend

06.04.: Wonder Woman

14. Kalenderwoche 2018: 26. März – 30. März

Lissie – Castles / George Ezra – Staying At Tamara’s

(Erschienen am: 23.03.2018)

Wir verfolgen die Karriere von Lissie schon seit ihrem Debüt 2010, und in unserem Radioprogramm war immer ein warmes Plätzchen für ihre Singles. Das liegt vor allem am markanten Organ der US-Sängerin, die wirklich sehr nach Stevie Nicks (Fleetwood Mac) klingt. Umso mehr schmerzt es, dass ihr neues Album leider ein ziemlich uninspirierter Midtempo-Pop-Mansch geworden ist, der ihrer Stimme überhaupt nicht gerecht wird. Und deswegen gibts auch nur zwei Titel aus dem Album.

Den Rest der kurzen Karwoche füllen wir mit zwei Titeln vom neuen Album von George Ezra, der mit seinem Folkrock das Songwriting besser im Griff hat. Zum österlichen Thema passt auch der Donnerstags-Titel “Saviour”.

Wir spielen:

26.03.: Lissie – Love Blows

27.03.: Lissie – Castles

28.03.: George Ezra – Get Away

29.03.: George Ezra & First Aid Kit – Saviour

30.03.: —

13. Kalenderwoche 2018: 19. März – 23. März

Christian Falk – Farbe & Dunkel

(Erschienen am: 16.03.2018)

Nachdem es in der vergangenen Woche bereits Musik hier aus der Region gab, machen wir direkt damit weiter. Christian Falk kommt gebürtig aus Lohne und hat am 16. März sein Debütalbum „Farbe & Dunkel“ heraus gebracht. Der Titel ist dabei Programm. Auf der einen Seite stehen tief melancholische, teils politische Singer-Songwriter Balladen, auf der anderen Seite aber auch fröhliche Nummern aus dem Bereich Poprock. Er selbst sagte bei uns im Mittagsgespräch Mitte Februar, dass man sich für seine Musik Zeit nehmen müsse. Aber hören Sie selbst…

Wir spielen:

19.03.: Farbe

20.03.: Steig mit mir um

21.03.: Europa

22.03.: Salzwasser

23.03.: Wenn die Welt schlafen geht

12. Kalenderwoche 2018: 12. März – 16. März

Dry Dudes – Memories

(Erschienen am: 16.03.2018)

In dieser Woche erscheinen gleich zwei Pop-Alben von Künstlern aus der Region, und natürlich stellen wir beide vor. In dieser Woche geht es mit den Dry Dudes aus Surwold los. Für die ist “Memories” das zweite Album, und mit dem nehmen sie nach eigener Ansage die Charts fest ins Visier. Tatsächlich denkt man, wenn man das Album hört, sofort: Ed Sheeran. Ob das ein Zufall oder Inspiration ist, können die Jungs selbst erzählen, und zwar am Montag mittag bei uns im Interview (um kurz nach 12). Aus der Musikredaktion gibts auf jeden Fall einen Hochdaumen, auch wenn uns auf dem Album ein Super-Knaller-Über-Hit wie “Shape Of You” noch fehlt.

Passend zur Albumveröffentlichung sind die Dry Dudes auch auf Promo-Tour im Sendegebiet. Achten Sie mal im Elektronikmarkt ihres Vertrauens drauf…

Wir spielen:

12.03.: Last Night

13.03.: Orange House

14.03.: ’95

15.03.: Cupid’s Arrow

16.03.: Different Ways

11. Kalenderwoche 2018: 05. März – 09. März

Diverse Singles (Teil 2)

(Erschienen am: 02.03.2018)

Da es in der letzten Woche so schön war und immer noch kein Land in Sicht ist, was attraktive Alben angeht, hier noch mal einige aktuelle Songs, die bisher nicht in den Charts gelandet sind.

Wir spielen:

05.03.: Dessa – Fire Drills

aus dem gerade erschienenen Album “Chime”. Dessa rappt und singt und ist in ihrer Heimatstadt Minneapolis eine ziemliche Nummer in der Kunstszene, wo sie nicht nur die Chefin ihrer Plattenfirma ist, sondern es laut Wikipedia auch geschafft hat, dass eine Eissorte nach ihr benannt wurde. Das Album bietet eine ziemlich interessante Mischung aus Art-Rock, nervöser Elektronik, Soul und Poetry Rap.

06.03.: Liv Lovelle – All That Matters

Es ist gar nicht so einfach, etwas über Liv Lovelle herauszufinden: Sie gehört anscheinend zum Stall der britischen Hitschmiede Xenomania, wo sie bereits Girlgroup-Erfahrung mitbringt. “All That Matters” ist ihre zweite Solo-Single.

07.03.: Ruby Fields – P Plates

Ruby Fields ist der letzte Neuzugang in der blühenden australischen Frauenrock-Szene (siehe auch etwas weiter unten). Sie ist noch keine 20 und hat jetzt ihre erste EP veröffentlicht.

08.03.: The Neighbourhood – Scary Love

Eine Vorab-Auskopplung aus dem am Freitag (9.3.) erscheinenden Album “The Neighbourhood”. Die amerikanische Indie-Band rutscht immer mehr Richtung Elektropop und schafft damit vielleicht endgültig den Durchbruch.

09.03.: Lo Moon – Real Love

Noch eine (seit 2016 aktive) US-Indie-Band, die sich ziemlich viel von Talk Talk abgeguckt hat. Gibt Schlimmeres.

10. Kalenderwoche 2018: 26. Februar – 02. März

Diverse Singles

(Erschienen am: 23.02.2018)

Mangels eines richtig überzeugenden Albums gibt es in dieser Woche wieder einen kleinen Überblick über einige Neuerscheinungen.

Wir spielen:

26.02.: Janelle Monáe – Make Me Feel

Eine Vorab-Single aus dem Ende April erscheinenden Album “Dirty Computer”. Janelle Monáe entwickelt in einem Song mehr Ideen als andere in ganzen Alben – und es klingt nach Prince. Was will man mehr.

27.02.: Aaron Taos – Amazing

Aaron Taos versucht sich seit dem letzten Jahr einen Namen zu machen, indem er alle paar Wochen eine neue Single auf den Markt wirft, und es funktioniert immer besser. Die letzten beiden sind mindestens gutes Radiofutter.

28.02.: Geowulf – Saltwater

Aus dem gerade erschienenen Album “Great Big Blue”, das leider nicht ganz einhält, was die Single verspricht. Trotzdem eine Band, die man im Auge behalten sollte.

01.03.: Beatchild & The Slakadeliqs – Bottom Of You

Aus dem gerade erschienenen Album “Heavy Rockin’ Steady”, das sich nicht richtig zwischen Soul, Folk und Pop entscheiden kann. Dies ist auf jeden Fall der poppigste Titel.

02.03.: Bishop Briggs – White Flag

Im Moment vergeht kaum eine Woche ohne was neues von Bishop Briggs. Das letzte Lebenszeichen der anglo-amerikanischen Sängerin war ihr Beitrag zum 50-Shades-Soundtrack, und schon folgt die nächste Single. Da kann es nur aufwärts gehen.

9. Kalenderwoche 2018: 19. Februar – 23. Februar

Rejjie Snow – Dear Annie

(Erschienen am: 16.02.2018)

Rejjie Snow alias Alexander Anyaegbunam ist ein irischer Rapper, der mit seinem neuen Album eine chillende und tiefenentspannte Platte abgeliefert hat, die eine willkommene Abwechslung zu den neurotisch/nervösen Produktionen der derzeitigen Rap-Großmeister darstellt. Musikalisch ist das nicht bahnbrechend neu und ähnelt dem, was P.M. Dawn bereits Anfang der 90er gemacht hat, aber man ist dankbar für ein Hip-Hop-Album, das man von Anfang bis Ende durchhören kann.

Wir spielen:

19.02.: Rainbows

20.02.: Room 27

21.02.: Charlie Brown (feat. Anna Of The North)

22.02.: Mon Amour

23.02.: Desole

8. Kalenderwoche 2018: 12. Februar – 16. Februar

Fifty Shades of Grey 3 – Befreite Lust (Soundtrack)

(Erschienen am: 09.02.2018)

Ok, kein Wort zum Film hier, außer: yuck! Der Soundtrack allerdings ist, wie schon bei den letzten beiden Teilen der Reihe, eine sehr solide Übersicht über den Stand der aktuellen Popmusik und belegt deswegen auch mit Recht gerade Platz 1 der Single- und Albumcharts. Punktabzug gibts in der B-Note für die Plattenfirma, die das Album unnötig mit einem halben Dutzend Füller aufgeblasen hat, anscheinend nur um es etwas teurer verkaufen zu können.

Wir spielen:

12.02.: Jessie J – I Got You (I Feel Good)

13.02.: Whethan & Dua Lipa – High

14.02.: Shungudzo – Come On Back

15.02.: Miike Snow – Change Your Mind

16.02.: Julia Michaels – Are You

7. Kalenderwoche 2018: 05. Februar – 09. Februar

Rhye – Blood

(Erschienen am: 02.02.2018)

“Blood” ist das zweite Album der US-Indie-Band Rhye und wird von Kritikern mit der Musik der Sängerin Sade verglichen, weil die androgyne Stimmlage des Sängers Mike Milosh ziemlich dicht an der tiefen Stimme von Sade Adu liegt und bei beiden die Musik nach einer Art unterkühlter Version des Schlafzimmersouls von Marvin Gaye oder Barry White klingt. Das ist Musik, die man am besten spät nachts hört, aber lieber nicht bei langen Autobahnfahrten, weil man dann Gefahr läuft, einfach wegzudösen. 

Wir spielen:

05.02.: Song For You

06.02.: Please

07.02.: Waste

08.02.: Count To Five

09.02.: Sinful

6. Kalenderwoche 2018: 29. Januar – 02. Februar

Turin Brakes – Invisible Storm

(Erschienen am: 26.01.2018)

Die Londoner Band Turin Brakes gibt es nun auch schon fast zwei Jahrzehnte, aber der große Durchbruch hat bis jetzt nicht so richtig geklappt. Vielleicht liegt es an ihrer mehr nostalgisch anmutenden Musik, die sich ziemlich stark an die Harmonien der 70er und der Beatles anlehnt und dabei manchmal auch Gefahr läuft, im Kitsch abzusaufen. Immer wieder gelingen ihnen aber kleine Pop-Perlen, die das Anhören lohnen.

Wir spielen:

29.01.: Life Forms

30.01.: Lost In The Woods

31.01.: Smoke And Mirrors

01.02.: Always

02.02.: Don’t Know Much

5. Kalenderwoche 2018: 22. Januar – 26. Januar

The Go! Team – Semicircle

(Erschienen am: 19.01.2018)

Cheerleadergesänge und Blaskapellen im gloriosen Lo-Fi-Sound, das war und ist das Rezept der famosen britischen Indie-Band um den Bandleader Ian Parton. Hinzugekommen sind beim neuen Album ein paar psychedelische Einsprengsel, was aber gut zu den schrägen Klängen passt. Dies ist eine Band, die man sofort an ihrem Sound erkennt.
Im März sind sie in Deutschland auf Tour, leider nur in den Metropolen.

Wir spielen:

22.01.: Mayday

23.01.: If There’s One Thing You Should Know

24.01.: All The Way Live

25.01.: She’s Got Guns

26.01.: Getting Back Up

4. Kalenderwoche 2018: 15. Januar – 19. Januar

Youngr – This Is Not An Album

(Erschienen am: 05.01.2018)

Hinter dem Pseudonym Youngr verbirgt sich der Multiinstrumentalist Dario Darnell, der Sohn von August Darnell, der in den 80ern der Frontmann von Kid Creole & The Coconuts war. Geerbt hat er anscheinend den Groove und die gute Laune, denn das gerade erschienene Debütalbum verströmt ausgesprochen sonnige Klänge. Youngr gehört zu den Künstlern, die bisher nicht in den Charts auftauchen, aber auf Youtube und Spotify ihre Fangemeinde sammeln. Mal sehen, ob sich das mit dem Album ändert. Eine Rundum-Empfehlung bleibt nur deswegen aus, weil dem Album in der zweiten Hälfte etwas die Puste ausgeht, aber die erste Hälfte bietet genug Muntermacher für trübe Regentage.

Könnte Ihnen gefallen, wenn Sie Owl City oder Empire Of The Sun mögen.

Wir spielen:

15.01.: ’93

16.01.: Ooh Lordy

17.01.: Out Of My System

18.01.: Give It Up (Youngr x Endor)

19.01.: Disappear

3. Kalenderwoche 2018: 08. Januar – 12. Januar

Die Kritikerlieblinge 2017

(Erschienen am: 08.01.2018)

Nach unseren vorweihnachtlichen Abstechern zu klassischen Pop-Alben kommt zu Jahresbeginn wieder unsere Übersicht über die nach Meinung der Musikkritik besten Alben des Jahres, die wir bisher übersehen oder ignoriert haben. Alle aufgeführten Alben sind bei der Sammelseite Metacritic unter den Top 20 der bestbewerteten Alben. Wie in jedem Jahr kommentieren wir das mit “Hm….”.

Wir spielen:

08.01.: The Horrors – Something To Remember Me By

…aus dem Album “V”.

09.01.: LCD Soundsystem – call the police

…aus dem Album “american dream”.

10.01.: Kendrick Lamar – LOYALTY. (FEAT. RIHANNA)

…aus dem Album “DAMN”.

11.01.: Fever Ray – To The Moon And Back

…aus dem Album “Plunge”.

12.01.: Algiers – Cry Of The Martyrs

…aus dem Album “The Underside Of Power”.

Programm