Die unabhängige Fraktion „Die BürgerNahen“ im Lingener Stadtrat fordert in einem Änderungsantrag einen stärkeren Schutz für Mieterinnen und Mieter. Hintergrund ist das von der Stadtverwaltung vorgesehene vereinfachte Sanierungsverfahren bei der Stadtsanierung im nördlichen Reuschberge, das aus Sicht der Fraktion zu wenig soziale Kontrolle ermögliche. „Die BürgerNahen“ sprechen sich stattdessen für ein umfassendes Sanierungsverfahren aus. Dieses würde der Stadt mehr rechtliche Eingriffsmöglichkeiten geben, etwa bei Modernisierungen und neuen Mietverträgen. Ziel solle es sein, drastische Mietsteigerungen und die Verdrängung angestammter Bewohner zu verhindern. Konkret fordert die Fraktion unter anderem eine Halbierung der Modernisierungsumlage, eine Mietobergrenze für einkommensschwache Haushalte sowie eine unabhängige Mieterberatung. Die Stadtverwaltung und der Lingener Oberbürgermeister würden bislang auf freiwillige Zusagen der Investoren setzen. Die BürgerNahen halten diese jedoch für rechtlich nicht ausreichend abgesichert. Über den Antrag soll zunächst der Ausschuss für Planen und Bauen und anschließend der Stadtrat entscheiden. Anfang Februar ist außerdem eine Bürgerversammlung zu dem Thema geplant.

