Die Hauptversammlung des Reformierten Bundes hat sich kürzlich in Nordhorn angesichts eines Rechtsrucks in der Gesellschaft mit der Rolle der Kirche beschäftigt. Eine zentrale Frage war dabei, wie sie für Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit eintreten kann. Im Fokus stand außerdem, wie mit rechtsextremen und autoritären Strömungen umgegangen werden soll. Die Hauptversammlung stellte heraus, dass die demokratische Kultur aktiv gestaltet und geschützt werden muss. Der Kirche komme dabei aus reformierter Tradition eine besondere Verantwortung zu: Sie soll für Menschenwürde und Freiheit einstehen und sich autoritären und völkischen Tendenzen entgegenstellen. Den Staat soll sie kritisch begleiten und Räume für Dialog und unterschiedliche Stimmen offenhalten. Gleichzeitig sei jeder Einzelne dafür verantwortlich, sich selbstständig ein Urteil zu bilden und Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen. Der Reformierte Bund ist der Dachverband der etwa 1,5 Millionen reformierten Gemeindeglieder in Deutschland. Alle zwei Jahre tritt er zu seiner Hauptversammlung zusammen.