Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim fordert eine Rentenpolitik, die stärker die körperliche Belastung bestimmter Berufe berücksichtigt. Anlass sind aktuelle Zahlen aus den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim. Dort sind nach Angaben der Arbeitsagentur von rund 11.750 Beschäftigten im Baugewerbe nur etwa 520 älter als 63 Jahre. Viele Bauarbeiter könnten aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum regulären Renteneintrittsalter arbeiten, erklärt die Gewerkschaft. Sie fordert deshalb flexiblere Übergänge in den Ruhestand und eine Rente, die sich am Härtegrad der ausgeübten Tätigkeit orientiert. Kritik übt die IG BAU außerdem an Überlegungen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren einzuschränken. Dies würde insbesondere die geburtenstarken Jahrgänge treffen und das Vertrauen in die Rentenpolitik schwächen, so die Gewerkschaft. Zudem spricht sich die IG BAU für ein dauerhaftes Rentenniveau von mindestens 48 Prozent und langfristig für eine Anhebung auf 53 Prozent aus. Die IG BAU fordert die Bundestagsabgeordneten der Region auf, sich im weiteren Gesetzgebungsverfahren für entsprechende Änderungen einzusetzen.
Foto (c) IG BAU | Alireza Khalili