Das Bistum Osnabrück will die Erkenntnisse einer Studie zur sexualisierten Gewalt auf seinem Gebiet in die Präventions- und Bildungsarbeit einfließen lassen. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur gehe es darum, Erzählungen zu erkennen, mit denen sexualisierte Gewalt verschleiert oder verharmlost werde. In Vertretung des erkrankten Osnabrücker Bischofs Dominicus hob Generalvikar Ulrich Beckwermert auch die große Zahl an Betroffenen und Beschuldigten hervor. Diese würden die schrecklichen Dimensionen sexualisierter Gewalt im Bistum zeigen. In der Studie der Universität Onsabrück wurde festgestellt, dass mindestens 400 Menschen in den vergangenen Jahrzehnten im Bistum Opfer von sexualisierter Gewalt wurden. Die Dunkelziffer könnte zehnmal höher sein. Beschuldigt wurden nach den Recherchen 122 Kleriker, das entspricht etwa 4 Prozent der in diesem Zeitraum eingesetzten Priester. In der Aufarbeitung dürfe nicht nachgelassen werden, betonte der Generalvikar. Es gehe darum, Betroffene bestmöglich zu unterstützen und alles Erdenkliche dafür zu tun, dass sexualisierte Gewalt im Raum der Kirche keine Zukunft mehr habe.
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